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MAN

Unterstützung von VW

Foto: MAN

Im milliardenschweren Übernahmepoker um den schwedischen Lkw-Hersteller Scania hat "Königsmacher" Volkswagen dem MAN-Konzern Unterstützung signalisiert. Volkswagen würde ein Gegenangebot von Scania derzeit nicht unterstützen, teilte der Autobauer am Sonntag (15.10.) nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats in Wolfsburg mit.

16.10.2006

Eine einvernehmliche Lösung binnen vier Wochen sei weiterhin "wünschenswert", hieß es. Diese könne nur den Zusammenschluss der Unternehmen MAN und Scania zum Ziel haben. MAN begrüßte die Rückendeckung aus Wolfsburg für seine Scania-Übernahmepläne.

Die Beschlüsse des VW-Aufsichtsrates unterstützten das Vorhaben eines Zusammenschlusses von MAN und Scania, sagte ein MAN-Sprecher am Sonntagabend in München. MAN werde sich weiter um offene und konstruktive Gespräche mit Scania und um eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten bemühen.

VW: Grundsätzlich zu einem Verkauf seiner Anteile bereit

Der VW-Aufsichtsrat fasste zwei Beschlüsse, die bis zur nächsten regulären Sitzung des Kontrollgremiums am 17. November gelten. Volkswagen würde ein Gegenangebot von Scania derzeit nicht unterstützen, hieß es zum einen. Zum anderen werde VW seinen Anteil an Scania von 34 Prozent der Stimmrechte und 18,7 Prozent am Kapital erst dann MAN anbieten, wenn MAN "Andienungszusagen" von mindestens 71,31 Prozent des Kapitals an Scania und mindestens 56,01 Prozent der Stimmrechte habe. Damit habe der Autobauer zugleich erstmals durchblicken lassen, dass er grundsätzlich zu einem Verkauf seiner Anteile bereit sei, hieß es in Branchenkreisen.

Der MAN-Konzern selbst hatte erklärt, er wolle bei seinem Übernahmeangebot eine Zustimmung von 90 Prozent des Scania-Kapitals erreichen. Bei MAN war Volkswagen mit 15 Prozent eingestiegen.

MAN: Druck auf Scania

MAN hatte in der vergangenen Woche den Druck auf Scania mit der Aufstockung seines Stimmrechtsanteils auf 14,27 Prozent und der Anhebung des Angebots für die Schweden auf nunmehr über 10 Milliarden Euro erhöht. Sowohl Scania selbst als auch der zweitgrößte Aktionär, die zur schwedischen Wallenberg-Familie gehörenden Holdinggesellschaft Investor AB hatten darauf aber mit scharfer Ablehnung reagiert. Scania-Chef Leif Östling hatte das Vorgehen von MAN als "aggressiv" eingestuft. Außerdem habe Scania alleine bessere Gewinnaussichten. Investor kommt bei Scania auf 19,3 Prozent der Stimmrechte.

Der VW-Aufsichtsrat unterstützte damit den Kurs von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder. Dieser hatte MAN und Scania zu freundschaftlichen Gesprächen über ein Zusammengehen aufgefordert und dafür eine Frist von vier Wochen gesetzt. Am Freitag war aus Aufsichtsratskreisen verlautet, derzeit gehe die Richtung dahin, dass Scania von MAN übernommen werde, mit Zustimmung von Volkswagen. Entweder passiere dies freundschaftlich oder feindlich.

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