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Marderschaden

So schützen Sie Ihr Auto vor Beißattacken

Marder im Auto 7 Bilder

Im Frühjahr treiben die Steinmarder wieder ihr Unwesen in den Motorräumen. Die Folge sind oft teure Marderschäden. Gibt es Mittel, die vor den Beißattacken schützen?

10.10.2011 Henning Busse

Kaum zu glauben, dass diese putzigen Tierchen so viel Unheil im Auto anrichten. Doch das ist der Fall. Laut ADAC gehen rund 160.000 Schäden jedes Jahr auf das Konto von Steinmardern. Dabei entstehen Kosten von mehreren Millionen Euro. Vor allem der Kabelbaum, die Zündkabel, Wasserschläuche und Dämmmatten fallen ihren Beißattacken zum Opfer.

Marder-Beißattacken sind schon lange kein süddeutsches Problem mehr

So viel zur Statistik. Schäden in den Autos richten die Steinmarder aber vorwiegend in der ersten Jahreshälfte an. "Die Beißlust ist in den Monaten März, April und Mai am stärksten ausgeprägt", sagt die Wildbiologin Beate Ludwig. Grund hierfür ist das Paarungsverhalten: Im Frühjahr verteilen die Rüden vor der anstehenden Paarungszeit Duftmarken, um Artgenossen fernzuhalten. Wittert nun der Marder auf seinen nächtlichen Rundgängen in einem Fahrzeug die Duftmarke eines Rivalen, sieht er rot. Die Aggressionen reagiert er dann im Motorraum ab - zum Leidwesen von Autofahrern im ganzen Bundesgebiet. Denn schon lange sind Beißattacken kein süddeutsches Problem mehr, wie Versicherungen berichten.

Die Versicherungen gehen bei Marderschäden unterschiedlich vor

Sie müssen es wissen, schließlich begleichen sie diese Marderschäden oft über die Teilkasko. Allerdings gehen die Assekuranzen an dieser Stelle sehr unterschiedlich vor. Auf einen Rundumschutz sollte man sich nicht verlassen. Häufig sind nur Kabel, Schläuche und Leitungen versichert. Selten besteht ein Schutz bei Folgeschäden, oft sind sie entweder gar nicht oder nur in einem Bereich zwischen 1.000 und 3.000 Euro abgedeckt. Aber nicht immer kann die Versicherung auf den Vertragsinhalt pochen, wie ein Urteil des Amtsgerichtes Mannheim beweist (Az: 3 C 74/08). Hier musste die Teilkasko nach einem Marderbiss mehr als nur das angeknabberte Kabel für die Lambda-Sonde zahlen. Denn die Leitung allein ließ sich nicht austauschen, das ging nur in Verbindung mit der Sonde. Nach Meinung des Gerichts kann es nicht zu Lasten eines Versicherten gehen, wenn technisch keine andere Lösung möglich ist.

Der Marder muss mit ständig neuen Tricks überlistet werden

Damit Marder keine großen Schäden anrichten, ist Vorsorge wichtig. Wer auf Schutzmaßnahmen der Autohersteller vertraut, wird enttäuscht. VW ist eine der wenigen Marken, die für etwa 200 Euro einen Schutz anbieten - er versperrt die Motorraumzugänge für den kleinen Räuber. Ansonsten bleiben die eigenen Vorkehrungen: So beseitigen zum Beispiel regelmäßige Motorwäschen die Duftmarken. Das ist besonders für Autofahrer ratsam, die nachts oft an unterschiedlichen Orten parken. Auch ein Maschendraht unter dem Wagen kann gegen die schreckhaften Tierchen helfen. Allerdings funktioniert dies nur für kurze Zeit, der Marder muss mit ständig neuen Tricks überlistet werden - wie zum Beispiel mit einem Besen unter dem Fahrzeug. Das schreckt den Räuber auch ab.

Hochspannungsabwehrgeräte sind eine gute Lösung

Duft- und Bitterstoffe dagegen vertreiben ihn nicht. „Das hält die Marder nicht vom Beißen ab“, so Ludwig. Auch die im Handel erhältlichen Ultraschall- Anlagen bewertet die Expertin skeptisch. "Die bringen gar nichts oder nur vorübergehend etwas." Der Zubehörhandel wie etwa Autoteile Unger (www.atu.de) oder die Schaub GmbH (www.stop-go.de) hält wirkungsvollere Mittel parat. Für Kabel und Schläuche gibt es ab sieben Euro gehärtete Ummantelungen. Besseren Schutz gegen Marderschäden versprechen Elektroschockanlagen (ab 35 Euro), welche den Tieren einen harmlosen, aber unangenehmen Stromstoß verpassen. "Hochspannungsabwehrgeräte sind eine gute Lösung, wenn sie so eingebaut sind, dass der Marder beim Einstiegsversuch auch damit in Kontakt kommt", sagt Ludwig. Wer lieber zur Falle greifen will, um den Marder zu fangen: besser nicht! Zum einen ist es in der Regel verboten, zum anderen bringt es nichts, weil alsbald ein neuer Artgenosse das Revier besetzt. "Und meistens fängt man eh nur die Katze des Nachbarn", sagt Wildbiologin Ludwig.

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