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Großer Markenvergleich

Die Zukunftsmodelle von Opel und VW

Opel Astra 2015 Foto: Opel 27 Bilder

Wenn im Herbst der Astra an den Verkaufsstart geht, muss sich zeigen, wie viele Menschen im Kopf umparken und dann Opel statt VW wählen. Beide Marken schärfen langfristig ihre SUV-Strategie, Opel setzt zusätzlich voll auf das Kleinwagensegment. Wir zeigen, wie es bei den zwei Kontrahenten weitergeht.

25.09.2015 Birgit Priemer

Wie der erste Vergleichstest zwischen dem aktuellen Golf und dem neuen Astra ausgehen wird, sagen wir Ihnen im Herbst, wenn die beiden Kompaktmodelle in die Redaktion kommen. Bis dahin lassen wir Zahlen sprechen: Der Astra ist mit dem Modellwechsel zwar deutlich leichter geworden, rückt damit aber auf ein Gewichtsniveau, über das der Golf längst verfügt. Dafür bringt der Opel Ausstattungsextras mit, die der Golf noch nicht hat: Matrixlicht (1.150 Euro Aufpreis), bestehend aus 16 LED, welche die Lichtverteilung der Verkehrssituation anpassen, und Spurhalteassistent mit aktiver Lenkkorrektur. Außerdem zieht hier der Telematik-Dienst OnStar ein, der einen 4G/LTE-WLAN-Hotspot über die Außenantenne bietet und so die Möglichkeit enthält, bis zu sieben Endgeräte vom Smartphone bis zum Tablet zu koppeln – und das alles serienmäßig mit Ausnahme der Basisversion Selection.

Opel Astra bis 2018 mit Infotainment-Vorteil

Punktvorteil gegenüber dem Golf, der erst zum Modellwechsel 2018 kontern wird: Bis dahin ist das digitale Cockpit eingezogen, ein Head-up-Display gibt es dann als Option und auch die Möglichkeit der Bedienung mit Gesten – beispielsweise im Bereich des Schiebedachs und der Klimaregelung. Der Golf wird mit dem Modellwechsel flacher und breiter und wächst innerhalb der Modellfamilie um einen SUV. Mit einer Gewichtsreduktion um rund 70 Kilogramm, einer verbesserten Aerodynamik und möglicherweise auch dem Einsatz von Kameras statt Außenspiegeln soll der Verbrauch kräftig sinken.

Kleinwagen: Breit gefächertes Angebot bei beiden Marken

Mit Karl und Adam hat Opel das Segment unterhalb des Corsa eng besetzt, der Corsa selbst ist Symbol für die neue Designsprache des Hauses. Der Opel wurde 2014 zuletzt überarbeitet, der VW geht 2016 neu an den Start. Was bleiben dürfte, ist der große Abstand im Verkauf: 2014 wurden vom Corsa rund 280.000 Einheiten verkauft, vom Polo rund 615.000 – obwohl der Corsa im Einstieg günstiger ist (ab 11.980 Euro für 70 PS, Polo ab 12.600 für 60 PS) und in sich in Sachen Kofferraumvolumen (285 Liter Volumen, Polo 280 Liter) auf Augenhöhe bewegt. Außerdem kommt hier ein moderner Dreizylinder-Turbo mit 90 und 115 PS zum Einsatz und im Innenraum ein großer Touchscreen, über den sich das Intellilink-System bedienen lässt. Intellilink war noch mal? Genau, die Schnittstelle zur Integration aller digitalen Medien einschließlich bestimmter Apple-iOS- und Android-Apps. Und der Telematik-Dienst OnStar ist auch hier erhältlich. Gegen Aufpreis mit an Bord: Totwinkelwarner, Frontkollisionsassistent, City-Notbremssystem, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistent, Rückfahrkamera und ein Einparkautomat, der die Lenkarbeit übernimmt.

Auch der VW hat schon einige sicherheitsrelevante Extras zu bieten (Müdigkeitserkennung, City-Notbremsfunktion, Rückfahrkamera), wenn auch nicht alle, über die der Corsa aktuell verfügt. Nachgerüstet wird hier mit dem Modellwechsel 2016, der den Polo auch leichter, geräumiger und sparsamer machen wird.

Mittelklasse: 2017 kommt der neue Insignia

Der aktuelle VW Passat ist ein Auto, das die gesamte Konkurrenz bis hoch ins Premium-Segment ins Schwitzen gebracht hat: extrem gut verarbeitet, mit vielen Hightech-Extras hervorragend ausgestattet. Nachteil der ganzen Geschichte: Der Passat ist in der Herstellung über 20 Prozent teurer geworden, was sich nicht in der Preisliste niederschlägt, wohl aber in der Umsatzrendite der Marke VW. Wie dem auch sei, mit der soeben vorgestellten GTE-Variante ist er auch als Plug-in- Hybrid voll auf der Höhe der Zeit.

In zwei Jahren muss Opel nachlegen – dann wird der neue Insignia präsentiert. Der Radstand wächst um rund zehn Zentimeter, das Gewicht schmilzt um bis zu 200 Kilogramm. Das Platzangebot soll so fast an einen Skoda Superb heranreichen, die Ausstattung mit OnStar inklusive WLAN-Hotspot voll auf der Höhe der medialen Zeit sein. Zusätzlich erwägt Opel in Anlehnung an die Studie Monza im Bereich des Cockpits mit großen Bildschirmflächen zu arbeiten und ein Head-up-Display anzubieten. Wobei: Diese Extras gibt es für den Passat bereits, dazu kommt ein umfangreiches Infotainment-System für die Rückbank. Was bei Opel fehlt, ist eine viertürige CC-Variante wie bei VW, doch das sollte den Erfolg der Insignia-Neuauflage kaum schmälern.

SUV: Opel und VW verbreitern ihr Angebot

Der SUV-Boom beschäftigt aktuell alle Hersteller und geht natürlich auch an Opel und VW nicht vorbei. Karl-Thomas Neumann hat als Opel-Chef bereits offiziell angekündigt, dass aus Meriva und Zafira eine neue Gattung wird – und zwar die der Crossover Utility Vehicles. Hier werden also ab 2016 die Gene eines Vans mit denen eines Geländegängers gekreuzt. Für den Meriva bedeutet diese Strategie auch das Aus für die teuren Schmetterlingstüren – was bei Licht betrachtet kein großer Verlust ist. Was bleibt, ist der Innenraum mit hoher Variabilität. Was kommt, sind nach dem Astra auch hier die Dreizylindermotoren. Der Zafira geht einen vergleichbaren Weg, bekommt dann auch einen neuen Namen, wird aber parallel dazu noch eine Zeit lang als Zafira Tourer mit Van-Charakter angeboten.

Die Rolle des Vans schrumpft auch bei VW immer mehr zugunsten der SUV. In wie viele Nischen die Marke dabei ziehen will, ist schon erstaunlich. Der Up bleibt uns als Cross-Variante erhalten, den Polo wird es zusätzlich als SUV mit optionalen Allradantrieb geben, und unter den Tiguan passt auch noch ein entsprechender Golf-Ableger. Der Tiguan selbst feiert auf der IAA in neuer Form seine Weltpremiere und geht dann 2016 in den Verkauf, in zwei Radstandsversionen und später auch als Coupé-Ableger. Was sich so mancher bei VW zusätzlich wünschen würde: ein SUV-Cabrio, um damit dem Range Rover Evoque ernsthafte Konkurrenz machen zu können. Denn der kleine englische Geländegänger startet schon im nächsten Jahr in offener Form – und besetzt damit weltweit als erster Vertreter dieses Segment.

Trotz ihrer Modelloffensive haben weder Opel und VW darauf eine Antwort. Was beide eint, ist ihr Bemühen, auch bei den großen Allradmodellen vom Schlage des VW Touareg am Ball zu bleiben. Der entsprechende Konkurrent bei Opel wird als Monza SUV gehandelt, soll in Rüsselsheim gebaut werden und 2019 auf den Markt kommen. Der Anspruch der Marke in diesem Segment: in Sachen Haptik auf Audi-Niveau zu agieren. Chapeau, das ist mal eine echte Kampfansage.

Technik-Check: Unterschiedliche Ausrichtung

Der Technik-Check zeigt, dass Opel und VW durchaus unterschiedliche Philosophien vertreten. In Sachen alternative Antriebstechnologien hat VW die Nase vorn, bietet mit Up und Golf gleich zwei E-Modelle und mit Golf und Passat GTE auch zwei Plug-in-Hybride. Opel hat da nur den glücklosen Ampera, der jetzt vom Markt genommen wird.

Mit dem neuen Astra führt Opel das Telematik-Modul OnStar mit integrierter SIMKarte und eingebautem Notfallassistenten ein. Löst der Airbag aus, geht automatisch ein Notruf in einer GM-Leitstelle ein. Deutsche OnStar-Kunden können außerdem im ersten Jahr kostenlos mit bis zu sieben Geräten an Bord im Internet surfen – das gibt es bei VW so nicht. Dafür bietet die Marke optional ein Head-up-Display und das digitale, frei programmierbare Cockpit (aktuell im Passat, folgt auch für den künftigen Golf). In der Entwicklung befindet sich die Bedienung von Klimaanlage und Schiebedach per Gestensteuerung. Insgesamt offeriert VW ein sehr breites Angebot an unterschiedlichen Infotainment-Systemen.

Beim boomenden Thema Carsharing verdienten sich bislang weder Opel noch VW Meriten. Dieses Feld haben ausgerechnet die Volumenhersteller der Premium- Konkurrenz von BMW und Mercedes überlassen. Doch langsam reift die Erkenntnis, dass sich hier ein riesiger Markt entwickelt und es schon allein ein Vorteil ist, potenzielle Kunden in die Autos zu bekommen.

VW macht Tempo, Opel holt auf

Wer gönnt es Opel nicht von ganzem Herzen, den Turnaround zu schaffen, wieder Geld zu verdienen und endlich auch als Marke wieder Anerkennung zu bekommen? Unter dem aktuellen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist viel Gutes erreicht worden. Aber auch bei VW arbeiten gute Leute. Der Passat ist ein technisch extrem anspruchsvolles Auto, das seine Technik jetzt an die anderen Baureihen weitergibt. Der Insignia kommt da aktuell nicht mit. Der Astra muss erst noch beweisen, wie gut er gegen den Bestseller Golf bestehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass der kompakte Opel aber wieder die Nummer zwei in den deutschen Verkaufstabellen übernimmt, ist nicht sehr hoch. Erstaunlich ist, mit welcher Macht beide Marken in das SUV- und Crossover-Segment drängen. Aber im direkten Vergleich wirkt es noch so, als ob VW immer schon da ist, wo Opel gerade hinwill – mit Ausnahme von Onstar. Aber das allein reicht nicht.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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