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Mazda 3 G 165, Kia Cee’d 1.6 GDi, Seat León 1.8 TSI

Mit Mumm in die Kompaktklasse

Mazda 3, Kia Cee’d, Seat León, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 21 Bilder

Mazda vertraut auf einen eigenen Weg – auch beim neuen 3. Der kommt mit modernen Assistenzsystemen, selbstbewusstem Design und neuen Benzin-Saugmotoren. Wir klären beim ersten Treffen mit Seat León und Kia Cee’d, ob es für die Spitze reicht.

19.08.2013 Sebastian Renz

Wenn wir drüber nachdenken, dann gibt es mutige Autohersteller und erfolgreiche. Aber kaum mutige erfolgreiche. Zu den mutigen zählt Mazda, wobei die Rückschläge (Wankel-Mut, Xedos-Premiumversuch, Miller-Benziner) von den Erfolgen (626, MX-5 eindeutig) übertroffen werden. Nach dem CX-5 und dem 6 kleidet sich nun das wichtigste Modell neu, der 3. Er wollte nie nur noch ein Golf-Gegner sein, sondern eine dynamische Alternative. León und Cee’d treten an – gegen den dreifach verbesserten Mazda 3.

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Vergleich Mazda 3, Kia Cee’d, Seat León Mazda mit Mumm
auto motor und sport 15/2013
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Mazda 3 setzt auf Sparsamkeit im Alltag

Statt auf die ganze Downsizerei vertrauen die Mazda-Techniker beim Mazda 3 auf die Ersatzlosigkeit des Hubraums und entwickeln zwei neue Saugmotoren. Dabei hat der 1,5-Liter mit 100 PS wie der in zwei Leistungsstufen angebotene Zweiliter (120 und 165 PS) zur Steigerung des Wirkungsgrades eine hohe – für aufgeladene Benziner kaum erreichbare – Verdichtung von 14,0:1. Zudem entwickeln die Sauger die Kraft homogener als Turbos, erklären die Techniker.

Schon der 1.500er legt motiviert los, motorisiert den Mazda 3 lebendig und vollwertig. Am Berg schwächelt er im Durchzug, aber dann lässt man ihn eben drehen und schaltet eifrig durch das präzise Sechsganggetriebe. Gegen den motivierten Basisbenziner wirkt der Zweiliter im Mazda 3 kaum vehementer, auch ihm mangelt es im Vergleich zu Turbomotoren an Kraft. Dem 135 PS starken Sauger im Kia zieht er noch davon, doch mit dem aufgeladenen León 1.8 TSI (180 PS, 250 Nm) kann es selbst die leistungsstärkste Mazda 3-Variante (165 PS, 210 Nm) nicht aufnehmen. Zu kraftstrotzend zieht der aufgepumpte TSI voran, dreht beherzt, bewahrt sich bei sonorem Auspuffbrunfteln feine Manieren. Sparsam ist er allerdings nur sacht gefahren – und im NEFZ-Normzyklus.

Mazda gibt nicht viel auf Prüfstandwerte, verspricht stattdessen, dass die Triebwerke im Alltag sparsam sind. Dazu bekommt der starke Zweiliter im Mazda 3 neben der flinken Start-Stopp-Automatik das Rekuperationssystem i-Eloop: Ein Generator schaufelt binnen sieben Sekunden Bremsenergie in einen Kondensator, der sie ans Bordnetz oder die Batterie abgibt. Bei wechselndem Tempo muss der Motor so kaum noch über den Generator Strom für die elektrische Anlage produzieren, das senkt den Verbrauch.

Demselben Ziel dient die 70-Kilo-Diät des Mazda  3 – bei unveränderter Länge und vier Zentimeter mehr Breite. Trotz des sechs Zentimeter längeren Radstands bleibt es beim eher knappen Raumangebot – schon wegen der aerodynamisch (cW 0,275) und stilistisch optimierten Form. Weil die A-Säulen zehn Zentimeter zurückrutschten, blickt der Mazda 3-Fahrer zwar über eine fesche, lange Motorhaube, doch hinten fehlen die Zentimeter. Vier Erwachsene kommen nicht luftiger unter als im 20 Zentimeter kürzeren León. Der hat vorn tief montierte Sportsitze mit gutem Halt, hinten eine kuscheligere Bank. Am meisten Platz, aber die unbequemsten Sitze gibt es im Cee‘d. Im Mazda 3 reisen die Passagiere auf schlank gepolsterten Stühlen – die sparen sieben Kilo – und an Komfort.

Mazda 3 mit viel Sicherheitstechnik

Hochfeste Stähle in der Karosseriestruktur des Mazda 3 optimieren neben dem Gewicht die Crashfestigkeit, denn fünf Sterne beim Euro NCAP-Test werden in der Klasse erwartet. Doch bei den Assistenzsystemen stemmt sich Mazda an die Spitze der Klasse: Neben Spurhalte- und -wechselhelfer, Bixenon sowie Head-up-Display gibt es einen Abstandswarner, ein City-Notbremssystem und einen Abstandstempomat – aber fast alles optional und nichts davon für die Basis.

Auch Seat und Kia staffieren nur die teuren Versionen gegen Aufpreis mit Spurhaltern aus, ACC oder Notbremsassistenten sind nicht im Angebot. Umfangreiche Infotainmentsysteme dagegen schon, wobei der kleine Touchscreen im Seat viel Konzentration erfordert – wie der große, aber tiefer montierte Bildschirm im Cee‘d. Mazda übernimmt für den Mazda 3 das aus CX-5 und 6 bekannte Bediensystem mit zentralem Dreh-Drücker. Durch die intuitive Bedienung lasse sich das System selbst dann ablenkungsarm bedienen, wenn man in Facebook herumdaddelt. Zum Fahrtermin stand es noch nicht zur Verfügung, wir prüfen es später.

Mazda 3 gibt sich sportlich straff

Dagegen beweist der Mazda 3 schon jetzt seine höheren Dynamikambitionen. Mit der direkter übersetzten (14:1 statt 16,2:1), exakten, rückmeldungsstarken Lenkung und dem aufgefrischten Setup der McPherson-Vorder- und der Multilink-Hinterachse kurvt er beherzt um Biegungen, bleibt lange neutral, bis er sacht ins Untersteuern schubbert.

Aber es gibt ein Aber: den Federungskomfort. Schon die Basis Prime-Line rumpelt herb über Unebenheiten, der straffere Sports-Line noch herber. Auf der Autobahn hoppelt er ständig, kommt kaum zur Ruhe.

Den harschen Federungskomfort hat der Mazda 3 mit dem León gemein – wobei nur die harte FR-Variante so polterig über kurze Wellen rumpelt. Auf Autobahntouren bleibt der Seat ruhiger, übertrifft den Mazda 3 gleichzeitig mit einem noch agileren Handling. Das gelingt ihm neben räumlicher Effizienz und motorischer Vehemenz auch bei der Modellvielfalt. Während es für den als Fließ- und Stufenheck angebotenen Mazda 3 nur vier Motoren gibt, die aber nicht alle mit den drei Ausstattungen, zwei Extrapaketen oder der Sechsgangautomatik verbandelt werden können, fährt Seat bald die dritte Karosserieversion des León auf. In vier Ausstattungslinien, mit neun Motoren und einem viel umfangreicheren Optionskatalog lieferbar, kostet der León ausstattungsbereinigt etwa so viel wie der Mazda 3.

Etwas günstiger kommt der Cee‘d, zu dessen Stärken die lange Garantie (sieben Jahre), das üppige Raumangebot und die solide Verarbeitung zählen. Weniger gelungen ist das Fahrwerk: Es federt sacht an, verarbeitet stärkere Unebenheiten jedoch unbeholfen. Mit seiner wenig Rückmeldung gebenden Servolenkung und seinem trägen Handling fährt er Mazda 3 und León ebenso hinterher wie mit seinem durchzugsmüden Motor und seiner knappen Sicherheitsausstattung.

Dabei trägt der solide, vernünftige und schicke Cee‘d viel zum Erfolg von Kia bei. Wie man nach einigen schwierigen Jahren auf die Erfolgsspur zurückfindet, zeigt nach Seat mit dem León nun Mazda mit dem 3: über Mut – und mit etwas Übermut.

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