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Mazda-Chefdesigner van der Acker im Interview

Foto: Mazda 12 Bilder

Mazda-Chefdesigner Laurenz van der Acker im Interview mit auto-motor-und-sport.de über Formensprache, Design-Kopien und fehlende Modelle in der Mazda-Modellpalette.

22.01.2008 Eberhard Kittler

Sie haben in Detroit eine wilde Studie im Rennwagen-Look gezeigt. Wie passt dieser "Furai" in Ihre künftige Design- und Modellstrategie?
van der Acker: Der "Furai" ist eine Studie, nichts mehr. Und er ist eine Hommage an die vielen Tausend Mazda-Fans in den USA, die mit ihren Autos sehr ernsthaft Club-Rennsport betreiben. Außerhalb Amerikas ist kaum bekannt, wie populär Mazda-Sportwagen wie der RX-8 oder der MX-5 hier in den Staaten sind und wie häufig sie auf Rennpisten zu sehen sind. Der "Furai" sieht nicht nur wild aus, sondern ist darüber hinaus richtig schnell: Wir haben es aufs Chassis eines Courage Le-Mans-Renners aufgebaut - ich bin selbst schon über 250 km/h damit gefahren. Wenn Sie sich die Karosserie genauer ansehen, werden sie Elemente entdecken, die in späteren Serienprodukten auftauchen werden.

Bislang haben Sie vier verschiedene Autos der sogenannten Nagare-Serie gezeigt - vom Crossover bis hin zum Sportwagen. Welche Idee steckt dahinter?
van der Acker: Wir entwickeln eine neue, noch mutigere und ausdrucksvollere Formensprache. Nur so werden wir uns weiterhin vom Wettbewerb abgrenzen können. Denn wir registrieren sehr wohl, dass inzwischen auch andere - wie Seat, Kia oder Ford Europa - das Thema Design für sich entdeckt haben und eine Positionierung ähnlich der unseren anstreben.

Heißt das, dass andere Ihr Design kopieren?
van der Acker: Die einen nehmen nur Anregungen auf, andere - da meine ich chinesische Hersteller - kopieren tatsächlich. Wir haben in China Mazda-Derivate entdeckt, die es bei uns gar nicht gibt - also beispielsweise Coupés auf Basis unserer Limousinen. Sie waren gut gemacht, haben unsere Formensprache geschickt adaptiert. Auch das hat uns dazu bewogen, im Interesse unseres Wettbewerbsvorsprungs einen neuen Ansatz zu kreieren.

Sie meinen die Nagare-Formensprache?
van der Acker: Ja, denn hier geht es um "Emotion of motion", also das Primat der Bewegung. Wobei wir uns von der bewegten Natur inspirieren lassen, vom Wüstenwind, der den feinen Sand aufwirbelt und zu immer neuen Formen zusammenfügt, vom Wasser, das mal ruhig dahinströmt, sich aber auch wellenförmig auftürmt. Das Ganze muss im Einklang miteinander sein, bei aller Verschiedenheit von Formen und Farben. Das ergibt ein Riesenspektrum an Möglichkeiten, die wir für Exterieur und Interieur nutzen werden. Wir sind fest entschlossen, innerhalb der nächsten drei Jahre mit der neuen Formensprache in Serie zu gehen.

Was sagt der Mazda-Vorstand dazu? Denn Sie wagen sich ziemlich weit weg von konventionellen Lösungen ...
van der Acker: ... die wir ohnehin hinter uns gelassen haben. Unsere Autos gelten heute als sportlich und jung. Wir streben Autos mit Seele an, genau solche Fahrzeuge, wie man sie als Designer immer machen wollte. Ein Traumjob, gerade wenn man wie ich in Japan sitzt, aber auf der ganzen Welt zuhause ist. Der Vorstand ermutigt uns, das Thema Emotionen weiterzutreiben. Gebremst werden wir nur, wenn wir die Funktionalität außer Acht lassen und zu tief in die Kompromisslosigkeit der Sportwagen-Welt abtauchen.

Sehen Sie noch Nischen, in denen Mazda vertreten sein sollte?
van der Acker: Da ist vieles möglich, wenn man es vom Standpunkt des Designers aus sieht. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass unterhalb des neuen Mazda 2 noch Platz für etwas Neues ist. Und dann schwebt mir ein kleiner Crossover vor - sportlich, schick, jung und funktional. Wie Mazda eben.

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