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Mazda G-Vectoring Control

Schneller Wedeln dank Mini-Einspritzpausen

Mazda G-Vectoring-Control, Mazda 3 Foto: Mazda 11 Bilder

Mazda führt im Herbst ein Software-Update ein, das mit Eingriffen in die Einspritzung Radlasten verändern kann, um Kurvenverhalten und Komfort zu verbessern und den Fahrer zu entlasten.

10.06.2016 Joachim Deleker

Die älteren unter uns werden sich daran erinnern, wie Humphrey Bogart mit seinem Buick die Landstraße herunter fuhr und dabei ständig das Lenkrad hin und her bewegte, um den Wagen auf Kurs zu halten. Solcherlei Lenkkorrekturen sind heute kaum noch nötig, die automobile Technik hat sich seit den 40er Jahren doch ein wenig verbessert. Trotzdem sind die meist unbewussten leichten Korrekturen am Lenkrad noch immer präsent, vor allem auf und buckeligen Landstraßen. Auf Dauer ermüden sie den Fahrer. Japanische Software-Experten haben als Abhilfe ein trickreiches System ausgetüftelt, das Mazda künftig serienmäßig in die meisten seiner Modelle integriert.

Sie nennen es G-Vectoring-Control (GVC). Das klingt mächtig und aufwendig, ist es aber ganz und gar nicht. Bei den ersten Testfahrten im Mazda 3 und 6 sind die fahrdynamischen Eingriffe so sanft, dass sie kaum zu spüren sind, liegen immer unterhalb von 0,05g. Trotzdem zeigen sie Wirkung: Ein Mazda mit G-Vectoring-Control wedelt beim ISO-Ausweichtest 5 km/h schneller durch die Pylonen als ohne.

Mehr Radlast durch kurze Verzögerungen

Der Gedanke hinter dem rein Software-basierten System: Radlasten variieren und so Fahrdynamik, Sicherheit und Komfort steigern. Mehr Gewicht auf einem Rad bedeutet, dass dort mehr Kraft übertragen werden kann. Am Beispiel einer Kurvenfahrt wird das deutlich. Beim Einlenken in eine Kurve reduziert die Motorsteuerung für sehr kurze Momente im Bereich von 15 Millisekunden wiederholt die Einspritzmenge, beim Benzinmotor auch den Zündzeitpunkt.

Mazda G-Vectoring-ControlFoto: Mazda
Überraschend: Mazda verbssert Fahrzeugkontrolle, -stabilität mi Eingriffen in die Einspritzung.

Das verringert augenblicklich das vom Motor abgegebene Drehmoment, also nickt das Auto unmerklich nach vorn und belastet vor allem das kurvenäußere Vorderrad. Das verbessert das Kurvenverhalten und die Lenkpräzision. Am Kurvenausgang, wenn der Fahrer ohnehin wieder mehr Gas gibt, wird die Einspritzmenge leicht erhöht, das Drehmoment steigt, die zusätzliche Beschleunigung verlagert mehr Last auf das kurvenäußere Hinterrad, was wiederum der Fahrstabilität zu Gute kommt.

Um solche ultraschnellen Aktionen realisieren zu können, müssen die Motoren blitzschnell auf die Änderung der Einspritzmenge reagieren können. Mazdas Skyaktiv-Triebwerke können das, sagt Mazda. Ebenso muss das gesamte Fahrwerk sehr feinfühlig sein. Als Eingangsgrößen nutzt der Bordrechner den Lenkwinkel, sowie die Geschwindigkeit der Lenkänderung und die des Autos, ferner die Stellung des Gaspedals. Im Schiebebetrieb passiert nichts, weil ohnehin nicht eingespritzt wird. Die Eingriffe laufen automatisch und sind so winzig, dass sie vom Fahrer nahezu unbemerkt bleiben. Die Drehmomentreduzierung liegt höchstens bei 11 Newtonmeter, was zu einer Radlastverlagerung von maximal 50 Newton führt, das sind etwa 5 Kilogramm.

Weniger Muskeleinsatz dank Mazda G-Vectoring-Control

5 Kilo – das ist wenig, mag man meinen. Und doch gibt es Fahrsituationen, wo die Wirkungen spürbar sind. Zum Beispiel auf buckeligen und schmalen Landstraßen, wo durch die unebene Fahrbahn zahlreiche Impulse in die Lenkung eingeleitet werden. Die Folge: das Lenkrad wird ständig leicht bewegt. Mit GVC werden diese Bewegungen deutlich reduziert. Das wiederum führt zu weniger Muskeln-Reaktionen der Passagiere, ergo ermüden diese langsamer. Zudem fährt das Auto etwas präziser und stabiler, die Karosse bewegt sich auf solchen Straßen weniger, was dem Fahrgefühl entgegen kommt.

Mazda G-Vectoring-ControlFoto: Mazda
Das clevere Zusammenspiel aus Motorsteuerung, Fahrwerk und Chassis heißt bei Mazda Skyactiv-Vehicle Dynamics.

So gering die GVC-Eingriffe auch sind: Weil sie Lenkeingriffe reduzieren und die Radlastverlagerung eine höhere Fahrpräzision ermöglicht, kommt es zu dem vergleichsweise großen Geschwindigkeitszuwachs beim ISO-Ausweichtest. Bessere Fahrzeugkontrolle und -stabilität, besseres Ansprechverhalten, weniger Lenkeinschlag und Lenkradpendeln auf schlechten Strecken, das alles mündet in das Gefühl sicherer zu fahren, besser mit dem Auto verbunden zu sein.

Mazda wird das G-Vectoring-System erstmals mit dem Facelift des 6 im Herbst serienmäßig in die Bord-Software integrieren. Ab Januar 2017 wird auch der Mazda 3 die Verbesserung bekommen. Der MX5 bleibt außen vor, weil Mazda seine Fahrdynamik für so gut hält, dass keine Verbesserungen zu erwarten wären. Theoretisch ist das neue System auch per Software-Update auf aktuelle Modelle überspielbar. Ob Mazda das ermöglicht, darüber wird noch nachgedacht.

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