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Mazda-Lieblinge der Redaktion

Die Unvergesslichen

Mazda-Artikel Foto: auto motor und sport 7 Bilder

Nur wenigen Marken ist es in der Vergangenheit gelungen, die Redakteure von auto motor und sport mit ihren Modellen nachKann man das so stehen lassen? Eigentlich ist doch öfters jemand von irgendeinem Modell nachhaltig beeindruckt, oder?haltig zu beeindrucken. Mazda schaffte das – auch mit dem ersten Testsieg eines Japaners.

01.10.2014 Dani Heyne

Überraschungen bereichern den Redaktionsalltag – bis auf jene, bei denen die Hersteller fröhlich verkünden, ihre Modelle seien besonders gut. Und wir im Test das Gegenteil herausfinden. Dann ist zwar die Überraschung groß, nicht jedoch die Freude.

Zum Glück geht’s auch anders. Mit Modellen, die uns positiv überraschen. Mazda ist das in der Vergangenheit des Öfteren gelungen. Denken wir nur mal an den Sommer 1987: Redakteur Gert Hack war gerade dabei, fünf Mittelklasse-Limousinen auf zehn Seiten unter die Lupe zu nehmen: den rundlichen Audi 80 1.9 E, den neumodischen Ford Sierra 2.0i GL, den ambitionierten Peugeot 405 SRI, den bequemen Renault 21 GTX – und den frisch überarbeiteten Mazda 626 2.0i GLX. Nach fünf Seiten hatte Hack die Raumausnutzung und die Ausstattung der Modelle haarscharf analysiert und kam zum Zwischenstand: "Klarer Sieger der Karosseriewertung ist der neue Mazda."

Eine Sensation bahnt sich an

"Er bietet reichlich Platz, ist funktionell gestaltet und reichhaltig ausgestattet." So beendet Hack den ersten Teil des großen Tests mit der Frage: "Wird der 626 als erstes japanisches Auto Sieger eines Vergleichstests?" Ein Heft später ist die Überraschung nicht nur innerhalb der auto motor und sport-Truppe groß: Der Mazda gewinnt. Co-Autor Thomas Fischer zieht ein klares Fazit: "Bis auf ein paar kleine Schwächen gibt sich der Japaner keine Blöße. Er ist geräumig, funktionell, gut verarbeitet, ordentlich motorisiert und bei besserer Ausstattung deutlich billiger als die Konkurrenz." Spätestens jetzt, da darf man sicher sein, knallen die Sektkorken in Japan. Ein gewonnener Test in Deutschlands ältester und renommiertester Automobilzeitschrift gilt als große Auszeichnung.

Der erste Sieg eines Japaners über die europäischen Konkurrenten veranlasst Gert Hack damals zu einem Kommentar, in dem er in der Goldmedaille des 626 folgendes einfache Erfolgsprinzip ausmacht: "Mehr bieten – weniger kosten." Kein Wunder, dass seine Empfehlung an die Vorstände der hiesigen Autohersteller ebenso klar ausfällt: "Wer die Japaner aufhalten will, muss mehr und nicht weniger bieten."
Es war nicht das erste Feuerwerk, das Mazda in der Redaktion zünden konnte.

Kolben? Wer braucht schon Kolben!

Das blitzte bereits 1978 auf, als in Heft 10 ein außergewöhnlicher Sportwagen vorgestellt wurde: der RX-7. Autor Wolfgang König gefielen die "außerordentlich saubere, sportliche Linienführung" und der "ungewöhnlich niedrige Luftwiderstandsbeiwert von 0,36". Die größte Überraschung versteckte sich seiner Meinung nach jedoch hinter den Klappscheinwerfern: ein Zweischeiben-Wankelmotor. Dieser war nicht nur technisch ein Leckerbissen, er sollte dem RX-7 damals auch zu beachtlichen Fahrleistungen verhelfen. König schwärmte: "Glaubt man den Werksangaben, beschleunigt der 100-PS-Motor den Sportwagen in 9,2 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 190 km/h liegen." In seinem Fazit war er sich sicher: "Auf dem Papier besitzt der RX-7 alle Voraussetzungen, den durchschlagenden Erfolg des Datsun 260Z zu wiederholen. Gleichzeitig wird er das Interesse am Wankelmotor neu beleben."

Genau das tat Mazda. Wie kein anderer Hersteller entwickelten die Japaner den Rotationskolbenmotor weiter und schenkten ihm mit dem RX-8 eine Hülle, die unvergessen bleibt. Dieser viertürige Sportler hatte weder B-Säulen noch Drehzahlängste. Wo andere aufgaben, kam er erst richtig in Schwung – um bei 9000 Umdrehungen wild zu kreischen. Mit diesem Mix besiegte er 2004 im ams-Doppeltest den Charaktertyp Alfa Romeo GT.

Spritkonsum und Schadstoffausstoß ließen ihn 2010 jedoch an der Euro-5-Norm scheitern. Unser Autor Jörn Thomas schrieb ihm zum Abschied einen Liebesbrief: "Er ist ein Auto für Leute, die wissen, dass sie nicht das Beste bekommen, sondern was Besonderes."
Fahrzeugklassen neu zu beleben – diesen Ansatz verfolgte Mazda über die Jahre konsequent. Ein weiteres gutes Beispiel rollte 1991 zum Test: der Kleinwagen 121. Autor Klaus Westrup fasst die Meinungen der Redaktion im ersten Absatz trefflich zusammen: "Seit es den neuen Mazda 121 auf den Straßen gibt, sieht manch anderes neue Auto alt aus."

Der Redaktion gefiel der kugelrunde 121

Die größte Überraschung der kleinen Kugel sieht er im Innenraum: "Man betritt, mit nur dezenter Verbeugung des Kopfes, einen optischen Floh und erlebt auf den vorderen Sitzen die Großzügigkeit der automobilen Mittelklasse." Sein Fazit: Der neue 121, das lasse Mazda die Öffentlichkeit wissen, schließe da an, wo legendäre Konzepte wie das des 2CV oder des Mini begonnen haben. Demnach werde es auch nur Pro und Contra für dieses Auto geben, nichts dazwischen. "Deshalb soll auch dieser Test mit einem klaren Bekenntnis diKorrekt? Oder "enden"?enen, einem Pro."

Kurze Zeit später überrascht Mazda in einer ganz anderen Fahrzeugklasse: Mit Xedos 6 und 9 schicken die Japaner zwei feine Limousinen mit Coupélinie in den Club der oberen Mittelklasse. Beide tragen dabei Chrom, Leder und Sechszylinder-Motoren, sind sehr gut verarbeitet und haben beste Manieren. Die Dominanz von Sternen, Ringen und blau-weißen Propellern ist jedoch erdrückend. Wer da keinen langen Atem mitbringt, tut sich schwer.

Ganz anders sieht es bei den kleinen Roadstern aus. An die scheinen Mitte der 80er nicht mal mehr die Engländer zu glauben. Anders Mazda – 1989 stellt die Marke ihre Interpretation eines luftig-leichten Zweisitzers auf der Chicago Motor Show vor. Volltreffer! Ein Team von auto motor und sport macht sich sofort auf den Weg, testet den Roadster in Kalifornien und funkt durch: "Der Mazda Miata weckt die Liebe auf den ersten Blick zu einem Auto, das nicht aus dem Computer und nicht aus dem Windkanal kommt." 1990 erreicht der 3,98 Meter kurze Spaßbringer unter dem Namen MX-5 endlich die deutschen Händler – das Jahreskontingent ist binnen drei Tagen ausverkauft.

Auf das gewisse Extra kommt es an

25 Jahre später – die Erfolgsgeschichte des MX-5 erstreckt sich inzwischen auf drei Modellgenerationen, Nummer vier steht in den Startlöchern – bringt es Redakteur Sebastian Renz in seiner Geburtstagsstory auf den Punkt: "Es kommt nicht darauf an, wohin du fährst oder wie schnell. Es kommt darauf an, mit welchem Auto du fährst." In dieser Aussage steckt alles drin, worum es hier geht: um Autos von Mazda, die uns über die Jahre begeistert haben. Keins war perfekt, aber jedes hatte das gewisse Extra, das wir nie vergessen werden.

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