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McLaren-Mercedes

Neuer MP4-24 vorgestellt

Foto: dpa 10 Bilder

72 Tage vor dem Saisonstart haben Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und sein Team McLaren-Mercedes den neuen Silberpfeil vorgestellt.

16.01.2009 Powered by

Seinen brandneuen Silberpfeil mit der Startnummer Eins nahm Lewis Hamilton stolz in Empfang, auf das übliche Säbelrasseln aber verzichtete der Formel-1-Weltmeister. "Ich weiß, dass ich eine große Verantwortung trage und dass ich ein gutes Beispiel geben muss", sagte der Brite, der seinen Dienstwagen MP4-24 für die neue Saison am Freitag in der McLaren-Schmiede im englischen Woking enthüllte.

Dennis will beide Titel

Von McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis erhielten Hamilton und sein Fahrer-Kollege Heikki Kovalainen allerdings eine klare Vorgabe: "Unser Ziel sind beide Titel, bei den Fahrern und bei den Konstrukteuren." Hamilton sieht sich bereit für die neue Herausforderung in der Ende März beginnenden Saison.

Im Herzschlagfinale des Vorjahres hatte er sich erst in der letzten Kurve die WM-Krone gesichert. "Ich fühle mich durch diese Erfahrung gereift", meinte der 24-Jährige, der in der abgelaufenen Saison durch einige überharte Manöver in die Kritik geraten war. Er hoffe, erneut um den Titel kämpfen zu können. "Wenn nötig bis zum letzten Rennen, aber eine frühere Entscheidung wäre mir lieber", sagte der Champion.

Viel Testarbeit bis zum Saisonstart

"Lewis ist wahrscheinlich unser größter Rivale", hat sich Vize-Weltmeister Felipe Massa von Ferrari schon auf eine Neuauflage des Duells eingestellt. Die große Unbekannte ist für Hamilton und sein Team derzeit noch der neue Bolide. "Bei so vielen Änderungen wird das eine ganz neue Erfahrung", befand der Titelverteidiger. Die neuen Regeln und die Einführung des Energierückgewinnungssystems KERS könnten das Feld dichter zusammenrücken lassen.

"Mehr als eine Handvoll Teams, über die Hälfte des Starterfelds also, ist in der Lage, ein siegfähiges Auto zu bauen. Das zeigt, wie hart der Wettbewerb ist", sagte Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug. "Heute kann noch keiner sagen, wer die beste Arbeit geliefert hat."

"Wir stehen erst am Anfang eines großen Lernprozesses", erklärte McLaren-Chefingenieur Pat Fry. Wie schon beim F60 von Konkurrent Ferrari, der am Montag (12.1.) als erster Rennstall sein Gefährt präsentierte, haben die neuen Vorgaben zur Aerodynamik das Aussehen des Silberpfeils stark verändert. Der Frontflügel ist breiter, der Heckflügel höher und schmaler. "Sehr augenfällig und elegant - das schiere Gegenteil von hässlich, wie bei der neuen Formel-1-Generation von vielen befürchtet", beschrieb Haug den MP4-24. Das reformierte Regelwerk ist nicht zuletzt auch dem drastischen Sparkurs in der Königsklasse geschuldet, dem sich alle Teams im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise unterworfen haben.

"Die WM 2009 wird deshalb möglicherweise entschieden durch Gründlichkeit, Ideenreichtum und Erfindungsgabe. In allen drei Bereichen sind wir gut gerüstet", urteilte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.

Die Reihe der Rennwagen-Präsentationen setzen am Montag (19.1.) Renault mit dem zweimaligen Champion Fernando Alonso sowie Williams mit dem Wiesbadener Nico Rosberg im portugiesischen Portimao fort. Am Dienstag folgt Nick Heidfelds BMW-Sauber-Team in Valencia.

Die Saison startet Ende März im australischen Melbourne. Für Teamchef Ron Dennis ist der knappe zeitliche Vorsprung von Ferrari allerdings kein Grund zur Sorge. Er hatte verlauten lassen, das Team sei seinem Zeitplan weit voraus. Bereits kurz nach der Präsentation wird der neue Silberpfeil MP4-24 erste Testfahrten absolvieren.

Bis zum Saisonstart hat das McLaren-Mercedes-Team ein strammes Programm vor sich. Die beiden Testfahrer Pedro de la Rosa und Garry Paffett werden dabei ebenso ins Lenkrad greifen wie die Stammpiloten Heikki Kovalainen und Weltmeister Lewis Hamilton. "Es wird eine sehr anspruchsvolle Saison. Daher wollen wir soviel Arbeit wie möglich vor dem ersten Grand Prix erledigen", sagte Ron Dennis.

Erstmals werden die Formel 1-Piloten in der kommenden Saison die Möglichkeit haben, den Frontflügel vom Cockpit aus zu verstellen und damit Einfluss auf die Aerodynamik zu nehmen. So können sie Änderungen in der Balance des Fahrzeugs oder das veränderte Gripniveau der Reifen ausgleichen. Weiterer wichtiger Vorteil: Das sogenannte "Ansaugen" im Windschatten wird erleichtert. Die Folge: mehr Überholvorgänge und mehr Rennaction für die Fans.

Längere Boxenstopps

Für die Fahrer birgt das neue System jedoch auch die Gefahr von Zeitverlusten. McLaren-Mercedes-Testpilot Pedro de la Rosa sagte gegenüber einem britischen TV-Sender, dass die Boxenstopps durch die neue Technik länger dauern werden, wenn ein Fahrzeug mit beschädigtem Frontflügel die Box ansteuert.

Bisher konnten die Mechaniker binnen weniger Sekunden die Nase des Boliden samt Flügel gegen eine neue austauschen. Mit dem neuen, hydraulisch oder elektrisch gesteuerten System muss die Boxencrew zunächst die Kabelverbindung vom Flügel zum Cockpit herstellen.

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