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McLaren

Problemfall Alonso

Foto: Wolfgang Wilhelm 54 Bilder

Im Duell mit Michael Schumacher setzte Fernando Alonso noch auf einen Musketier-Bart - die derzeitigen Hiebe und Stiche gegen sein eigenes Team sind dagegen von großem Kaliber. Die Kommunikation mit Teamchef Ron Dennis hat er seit langem eingestellt.

20.09.2007 Powered by

Und offenbar scheute der Spanier nicht einmal davor zurück, mögliches Beweismaterial in der Spionage-Affäre Formel-1-Chef Bernie Ecclestone zu zeigen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Fortsetzung der Zusammenarbeit des zweimaligen Champions mit McLaren-Mercedes beinahe unmöglich.

Doch das Team hält sich bedeckt. "Bei uns sind die Fahrer freie Unternehmer", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Und der Unternehmer Alonso soll vertraglich bis 2009 an die Silberpfeile gebunden sein. Mit dem Herzen ist er aber ungeachtet der sportlichen Herausforderung, zum dritten Mal nacheinander Weltmeister zu werden, scheinbar nicht mehr bei den britisch-schwäbischen Gespann.

Bockiger Spanier

Denn das direkte Stallduell mit Lewis Hamilton, der vor den drei letzten Saisonrennen noch immer mit zwei Punkten (97:95) vor Alonso in Führung liegt, missfällt dem Titelverteidiger. In Ungarn blockierte der bockige Pilot seinen britischen Kollegen kurzerhand in der Qualifikation, nachdem dieser eine Anweisung von Teamchef Ron Dennis zu Ungunsten von Alonso missachtet haben sollte.

Wie sich nun herausstellte, soll Alonso aber auch Formel-1-Zampano Ecclestone einen Hinweis auf die E-Mails gegeben haben, die unter anderem Gegenstand der zweiten Anhörung vor dem FIA-Weltrat waren und auch zur Verurteilung von Alonsos Arbeitgeber führten. "Wenn Alonso die Dokumente nicht Herrn Ecclestone gezeigt hätte, und Herr Ecclestone nicht Herrn Mosley alarmiert hätte, der dann wiederum an die Fahrer schrieb, hätten wir über diese E-Mails nichts erfahren, nicht wahr?", fragte Ferrari-Rechtsanwalt Nigel Tozzi während der Verhandlung am 13. September, in der Alonsos Arbeitgeber zu einer Geldstrafe von 100 Millionen Dollar verdonnert worden war.

Briatore bettelte beim Sponsor

Derweil kolportieren seit Wochen spanische Medien, dass Alonsos Anwälte bereits den Absprung des Asturiers aus dem laufenden Vertrag prüfen. Der 26-Jährige will angeblich wieder bei Renault anheuern. Einem Bericht der britischen Zeitung "Daily Express" vom Donnerstag zufolge, soll Renault-Teamchef Flavio Briatore den Hauptsponsor des Teams schon um ein paar zusätzliche Millionen Euro gebeten haben, um den verlorenen Sohn zurückzuholen.

Kurioserweise war Alonso vor fast genau einem Jahr aber auch mit dem französischen Team öffentlich ins Gericht gegangen. Er kritisierte im Kampf gegen Rekordchampion Schumacher die seiner Meinung nach mangelnde Unterstützung. Nebenbei begründete er seinen bereits nach dem ersten WM-Triumph Ende 2005 bekannt gegebenen Wechsel zu McLaren-Mercedes mit der "erloschenen Liebe" zu Renault. Und stichelte ständig gegen Schumacher. Ob sich Alonso bei seinem derzeitigen Gefecht nicht selbst am meisten schadet, bleibt indes abzuwarten.

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