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McLaren Sportwagen-Palette

Ein Motor, ein Chassis, diverse Ausprägungen

McLaren - Aufmacher - P1 - 650S 42 Bilder

Mit dem 2009 präsentierten und 2011 an die Kunden ausgelieferten MP4-12C startete McLaren im Sportwagensegment neu durch. Seither hat die britische Traditionsmarke mehrere neue Sportler aufgelegt. Was alle eint? Sie bauen auf ein Chassis-Grundkonzept und denselben Motor.

28.12.2015 Andreas Haupt Powered by

Im Jahr 2009 drückte McLaren die Reset-Taste. Nach einem sechsjährigen Intermezzo mit Mercedes, das verschiedene Variationen des Mercedes SLR-McLaren zum Vorschein brachte, ging die englische Traditionsmarke wieder eigene Wege beim Bau eines Supersportwagens. Erstmals seit dem legendären McLaren F1, der bis 1998 produziert und von einem leistungsgesteigerten BMW-V12 mit 627 PS befeuert wurde.

McLaren 12C als Basis für weitere Sportwagen

Der zweite McLaren-Supersportwagen mit Straßenzulassung trug den Namen MP4-12C. Später hieß er nur noch 12C. Zuerst hatte er 600 PS unterm Kleid. Später 625. Mit dem McLaren 12C starteten die Briten eine neue Modelloffensive. Auf die Cabrio-Version folgte das Nachfolgemodell 650S, das mittlerweile auch als Spider angeboten wird. Auch eine reine Rennstreckenversion (650S Sprint) sowie eine abgeschwächte Version (625C) wurden aufgelegt.

Zwischendurch stampfte McLaren mit dem P1 einen Supersportwagen aus dem Boden, der sich mit Porsche 918 Spyder und Ferrari LaFerrari um die Hybridkrone balgt. Auf dem Genfer Autosalon im März 2015 kreuzen die Briten mit dem McLaren 675LT sowie der Rennstreckenversion P1 GTR auf. In New York dann mit dem 570S, in Shanghai mit dem 540C. Zudem wurde der 675LT noch als Spider vorgestellt.

Was sie eint? Alle McLaren-Sportwagen bedienen sich aus dem 12C-Baukasten. In allen entlädt ein 3,8-Liter-V8-Biturbo seine Power. In allen zappt ein Doppelkupplungsgetriebe die sieben Gänge rein. Alle bauen im Kern auf dasselbe Chassis - die MonoCell, ein aus Carbon gebackenes Monocoque mit separater Karosserie. Der Vorteil dieses Chassis-Konzepts: Im Vergleich zu einer Aluminium- oder Stahlkonstruktion soll die MonoCell laut McLaren verwindungssteifer, haltbarer, sicherer und leichter sein. Ein Baukasten, ein Motor, ein Chassis - das spart Kosten und erleichtert die Fertigung neuer Sportwagen oder Ableger. 

Vier McLaren-Sportwagensparten

McLaren dröselt sein Sportwagenangebot in vier Segmente auf. Über die "Sports Series" können Kunden in die McLaren-Welt einsteigen. Das Preisniveau liegt bei rund 160.000 Euro. Dafür gibt es den McLaren 540C, der wie der Name schon verrät, 540 PS und 540 Nm aus dem Achtender windet. Ein bisschen mehr packen die Briten im 570S drauf: 570 PS und 600 Nm.

Über der "Sports Series" bündelt McLaren seine Modelle 675LT, 650S Coupé sowie 650S Spider und den für den asiatischen Markt vorgesehenen 625C in der sogenannten "Super Series". Das obere Ende der Modellpalette – genannt "Ultimate Series" – bilden McLaren P1 und dessen Rennstreckenableger P1 GTR. Dazu gibt es noch die Sparte "Legacy". Hier fassen die Briten 12C, 12C Spider, F1 und M6GT (1969 produziert) zusammen.

M838T in mehreren Leistungsstufen

M838T – so nennt McLaren sein Biturbo-Triebwerk, das in Zusammenarbeit mit der englischen Firma Ricardo (Sitz in Shoreham) gebaut wird. Je nach Fahrzeugspezifikation entlocken die Ingenieure aus Woking dem V8 mal mehr Leistung und lassen die Lader mehr Drehmoment schaufeln, oder zügeln den Achtender.

Der McLaren 12C rollte in seiner letzten Ausbaustufe mit 625 PS auf dem Asphalt. Sein Nachfolger 650S darf mehr Krawall machen. Neue Kolben, Zylinderköpfe und Auslassventile sowie andere Ventilsteuerzeiten heben das Leistungsvermögen des V8-Biturbos um 25 auf 650 PS.

Der 650S ist im Grunde genommen eine modifizierte Version des 12C. Beide tragen den praktisch identischen Genpool. Um den Aufpreis von rund 50.000 Euro zu rechtfertigen (Grundpreis: 255.000 Euro) hat McLaren die Technik feingetunt.

McLaren 650S mit weniger Speck

Schaltbox, Fahrwerk und Karosserie landeten im Gym. Das Getriebe vom italienischen Hersteller Graziano soll die Gänge nun schneller reinknallen können. Das Fahrwerk federt härter. Hierzu legten die Ingenieure die Federraten an der Vorderachse um 22, an der Hinterachse um 37 Prozent härter aus.

Auch die Dämpferkennlinien des elektronisch geregelten Fahrwerks PCC (Proactive Chassis Control) wurden gestrafft. Das Gesamtergebnis: "Im Grenzbereich sind weniger Roll- und Nickbewegungen um Längs- und Querachse als im 12C spürbar", attestiert sport auto-Testredakteur Christian Gebhardt.

Um die Hüften trägt der 650S, der mit 678 Nm auf die Antriebswellen einprügelt, weniger Speck. Dank vermehrtem Kohlefasereinsatz – zum Beispiel reduzieren die Carbonsitze das Gewicht um 15 Kilogramm – fährt der Sportler mit 1.330 kg auf die Waage. Der 12C brachte es auf 1.375 Kilos.

McLaren 675LT belebt "Longtail"-Tradition wieder

Der neue McLaren 675LT geizt gar noch ausgiebiger mit unnötigen Pfunden. Satte 100 Kilogramm wollen die Briten dem Sportwagen (Trockengewicht 1.230 kg) abtrainiert haben. Dazu injiziert McLaren dem V8 eine weitere Leistungsspritze. Wie die Zahl im Namen verrät, entfesselt der Supersportwagen 675 PS. Dazu stemmt er 700 Nm auf die Kurbelwelle.

Mit dem 675LT belebt McLaren die Tradition des legendären Rennwagens F1 GTR Longtail wieder, ein um 64,1 Zentimeter gestreckter F1. Der 675LT neigt nicht zu so viel Überhang, das Maßband misst 3,4 Zentimeter.

Stärkster Straßensportler aus Woking ist der McLaren P1. In dem Supersportwagen schlägt das bekannte 3,8-Liter-Herz. Allerdings aufgepumpt auf 737 PS und 900 Nm. Als ob das nicht genug wäre, bekommt der P1 noch 179 elektrische Pferdchen aufgesattelt. Summa summarum kommt McLarens erster Hybridsportwagen auf eine Systemleistung von 916 PS.

Konsequenter Leichtbau hält das Gewicht trotz des 26 Kilo schweren Elektromotors und der Batteriezellen auf gerade einmal 1.395 Kilogramm. Zur Einordnung: Konkurrent Porsche 918 Spyder wiegt inklusive Weissach-Paket 1.634 Kilo.

Rennstreckenmodell McLaren P1 GTR

Für die Gewichtseinsparung setzten die McLaren-Ingenieure allerdings nicht nur auf leichtes Carbon. Im P1-Triebwerk – genannt M838TQ – fehlt der Anlasser. Dessen Job erledigt der E-Motor, der unter dem V8 sitzt.

Auch das Chassis-Konzept modifizierten die Techniker für den P1. Aus MonoCell wurde MonoCage. Anders als beim Monocoque des 12C ist hier auch ein Teil des Fahrzeugdachs samt seiner Ansaughutze integriert. Gewicht des P1-Chassis: lediglich 90 Kilogramm.

375 Exemplare legt McLaren vom P1 auf. Alle sind bereits verkauft. Einzelpreis: über eine Million Euro. Aufbauend auf dem Straßen-P1 hat Woking noch einen GTR für die Rennstrecke gebaut. Mit aufgebrezeltem V8 (800 PS) und Elektromotor (200 PS).

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Sportwagen von McLaren.

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