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McLaren MP4-26

McLaren überrascht die Konkurrenz

McLaren MP4-26 Foto: xpb 24 Bilder

Der neue McLaren Mercedes MP4-26 ist eine Sensation. Der Herausforderer von Red Bull ist vollgestopft mit vielen neuen Designideen. Wir zeigen die Technik-Tricks des  McLaren im Detail.

04.02.2011 Powered by

Der neue McLaren Mercedes MP4-26 wurde am Freitag (4.2.) in Berlin auf ungewöhnliche Weise enthüllt. Vor zahlreichen Zuschauern und Medienvertretern wurde das Auto erst einmal zusammengebaut. Die letzten Teile brachten Lewis Hamilton und Jenson Button persönlich.

Berlin, Potsdamer Platz. Freitag, 4. Februar 2011. Punkt Zwölf Uhr. Der Angriff auf den Weltmeistertitel von McLaren beginnt. Als letztes der Top-Teams enthüllte McLaren an diesem Tag seine neue Waffe. Doch wer die Präsentation live verfolgte, traute seinen Augen nicht. Vier Techniker in McLaren-Teamoveralls schoben ein Chassis ohne Räder und ohne Flügel in das weite Rund. Ungläubiges Staunen bei den mehreren hundert Zuschauern und Medienvertretern, die der Präsentation in Berlin beiwohnten. Ein unfertiges Auto? Konnten die McLaren Chefdesigner Tim Goss und Neil Oatley etwa den Zeitplan nicht erfüllen?

McLaren MP4-26 wird live zusammengebaut

Weit gefehlt. Denn McLaren hatte sich für die Präsentation des McLaren MP4-26 etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das fast nackte Chassis des Boliden wurde in die Mitte der wartenden Menge geschoben. Und plötzlich bahnten sich einzelne Zuschauer ihren Weg durch die Masse, trugen Flügel, Motorhaube und Reifen zum Fahrzeug. Dort schraubten die vier Team-Mitglieder in Windeseile den neuen McLaren MP4-26 zusammen. Nach und nach entstand so vor aller Augen jenes Fahrzeug, mit dem Lewis Hamilton und Jenson Button den WM-Titel zurück erobern wollen.

Die beiden Piloten betraten als Letzte die Schaubühne und steuerten die letzten Teile des neuen McLaren MP4-26 bei. Sie waren gerade von den ersten Testfahrten im spanischen Valencia nach Berlin eingeflogen, wo McLaren noch mit einem Übergangsmodell die ersten Runden gedreht hatte. Die beiden Ex-Weltmeister blicken optimistisch in die neue Saison und sind sich sicher, dass ihr neuer Bolide mit dem Mercedes-Motor im Heck eine scharfe Waffe im Kampf um den Titel darstellen wird.Der 2,4-Liter V8 wiegt gerade einmal 95 Kilogramm und dreht bis zu 18.000 Touren. Unterstützt wird er vom KERS-System, das in dieser Saison wieder zum Einsatz kommt. Dieses bezieht McLaren ebenfalls von Mercedes.

Lewis Hamilton zeigte sich vom neuen McLaren MP4-26 begeistert. Auf die im März in Bahrain beginnende neue Saison blickt Hamilton optimistisch: "Wir haben ein starkes und sehr erfahrenes Team und schaut euch unser Auto an. Ist es nicht wundervoll?" Dann sendete Hamilton auch gleich noch eine Kampfansage in Richtung der Konkurrenz:  "2011 werden wir deutlich stärker sein als im letzten Jahr und können am Ende hoffentlich den Titel einfahren." Und der Weltmeister von 2008 legte ein Geständnis ab: "Ich versuche, mein Auto so zu behandeln wie eine Frau."

Derweil flirtete Jenson Button mit der ein oder anderen Dame aus Fleisch und Blut, verteilte eifrig Mützen und Autogramme an das wartende F1-Fanvolk. Auch der 31 Jahre alte Ex-Weltmeister Button zeigte sich bei der Präsentation gut gelaunt und optimistisch: "Das ist unser neues Baby und es freut mich sehr, dass hier in Berlin so viele Leute der Geburt unseres neuen Autos beiwohnen."

Die Technik des McLaren MP4-26 im Detail

Red Bull hat besonders genau hingeschaut. Als McLaren die Präsentation des neuen MP4-26 live am Internet zeigte, da saß Red Bull-Designchef Adrian Newey bestimmt vor seinem Computer. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, den Hauptrivalen ohne Verkleidung zu sehen?

McLarens Herausforderer ist von der Nase bis zum Heckflügel ungewöhnlich. Der Bug erinnert noch am ehesten an das Vorjahresauto, obwohl die Nase etwas schlenker ausgefallen ist. Unter ihr haben die McLaren-Projektleiter unter Tim Goss und Neil Oatley den üblich Splitter zum Teilen der Strömung angebracht. Die Kufe des Unterbodens ragt bei keinem anderen Auto so weit nach vorne. Der Coup aber sind die Seitenkästen. Von vorne betrachtet sehen die Kühleinlässe aus wie zwei Ohren. Die Höcker an den Außenseiten fallen zum Cockpit hin steil ab. In dieser Mulde wird die Luft zielgerecht zum Heck geführt. Sie reicht bis zum vorderen Anlenkpunkt der Hinterachse.

Auf der Unterseite der Seitenteile zieht sich der Einzug bis auf Höhe der Hinterachse durch. ToroRosso setzte auf das gleiche Prinzip. Mit diesem Trick wird die Strömung gezwungen, immer schon an den Seitenteilen anzuliegen und in Bodennähe Richtung Diffusor zu strömen. Die optimale Luftführung auf das Diffusordach und den unteren Heckflügel sind nach dem Verbot des Doppeldiffusors das A und O.

Zeigt McLaren in Kürze einen Auspuff-Trick?

Die Kühler wurden bei dieser Anordnung kunstvoll schräge in die Seitenverkleidung montiert. Die Airbox hat wie der Renault R31 hinter der Luftzufuhr für den Motor zwei seitliche Schlitze. Sie dienen zur Kühlung der heißen Luft, die von den Kühlern kommt. Die Maßnahme lässt auf einen Trick schließen, den McLaren erst später zeigen wird. Vielleicht schon bei den Testfahrten kommende Woche vom 10 bis zum 13. Februar in Jerez. Die Szene munkelt davon, dass der Auspuff nach vorne wandern wird. Damit staut sich automatisch viel Hitze unter der Verkleidung. Deshalb die zusätzlichen Kühlschlitze, die sonst überflüssig wären.

McLaren hat noch nicht alles enthüllt

In der Präsentationsversion münden die Auspuffrohre des Mercedes FO108Y noch ganz konservativ auf Höhe der Hinterachse und zielen ihren Gasausstoß nach innen. Aber wie gesagt, das wird bald Geschichte sein. An der Hinterachse hat McLaren nach Red Bull-Vorbild auf Zugstrebentechnik umgestellt. Die schlanken Pullrods stehen weniger im Wind als die vergleichsweise mächtigen Druckstreben. Der vordere obere Querlenker der Hinterachse fungiert als zusätzlicher Flügel, so breit ist er.

Im Heck wirkt der McLaren erstaunlich hoch, was an dem mächtigen Kühlluftauslass am Ende der Airbox liegt. Der Diffusor war bestimmt auch nur eine Show-Version. Zuviel will sich McLaren auch nicht in die Karten schauen lassen. Er besteht im Gegensatz zu den vielteiligen Konkurrenzmodellen nur aus drei Sektoren. Zwei kleinen äußeren Kanälen und einem breiten in der Mitte.

Was der Neue kann, werden die Testfahrten in der kommenden Woche zeigen. Teamchef Martin Whitmarsch scheint sich seiner Sache zumindest recht sicher zu sein, ließ er doch verlauten: "Seid gewarnt: Ihr habt noch nicht alles gesehen. Einiges haben wir noch versteckt."

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