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Mehdorn-Nachfolger

Daimler-Manager Grube soll Bahnchef werden

Rainer Grube Daimler-Vorstand

Der Daimler-Manager Rüdiger Grube soll neuer Bahnchef werden. Darauf habe man sich in der kleinen Kabinettsrunde in der Nacht zum Mittwoch (1.4.) verständigt, heißt es am Mittwoch aus Regierungskreisen.

01.04.2009

Allerdings müssten bis zur endgültigen Entscheidung noch weitere Gespräche geführt werden. Gegensätzliche Darstellungen gab es darüber, von welcher Seite der Koalition der Vorschlag Grube kam. Der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte wegen der Datenaffäre in dem bundeseigenen Konzern am Montag seinen Rücktritt angekündigt.

Rainer Grube ist auch Vorsitzender des Verwaltungsrates bei EADS

Der 57 Jahre alte Grube ist seit 2001 Vorstandsmitglied beim Autokonzern Daimler und leitet den Bereich Konzernentwicklung. Er ist außerdem Vorsitzender des Verwaltungsrates beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. In Kreisen des Bahn-Aufsichtsrats hieß es, Grube kristallisiere sich als Favorit heraus. Das Aufsichtsratspräsidium soll dem Vernehmen nach an diesem Donnerstag über die Personalie beraten.

Steinmeier oder Merkel: Wer hat Grube ins Spiel gebracht?

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" stammte der Personalvorschlag von Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD). Die "Bild"-Zeitung berichtete dagegen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Grube ins Gespräch gebracht. An der wohl entscheidenden Sitzung im Kanzleramt in der Nacht zu Mittwoch nahmen außer Merkel und Steinmeier auch die Minister für Verkehr, Finanzen und Wirtschaft, Wolfgang Tiefensee (SPD), Peer Steinbrück (SPD) und Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sowie Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) teil.

Wilhelm Bender und Alfred Tacke sind auch noch im Rennen

In der Nachtsitzung unter Leitung Merkels waren noch drei Kandidaten für den Spitzenposten im Rennen, verlautete aus Regierungskreisen. Genannt wurden vor allem der Chef des Frankfurter Flughafens Fraport, Wilhelm Bender (64), und der ehemalige Politiker und Energiemanager Alfred Tacke (57). Bender gibt seinen Posten nach bisherigen Plänen Ende August auf, weil er dann die Altersgrenze 65 erreicht hat. Tacke saß bis Ende 2008 im Vorstand der Essener Evonik AG. In der Regierung von Gerhard Schröder (SPD) war er beamteter Wirtschafts-Staatssekretär und galt als enger Berater des Kanzlers. Spekuliert wurde auch über Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller (62).

Nachfolge Mehdorns wird diese Woche entschieden

Noch am Mittag hatte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg bekräftigt, die Nachfolge solle noch in dieser Woche geregelt werden. "Es ist klar, dass es eine möglichst schnelle und überzeugende Lösung geben soll", sagte er. In der Nachtsitzung der Minister sei ein Anforderungsprofil für die künftige Spitze des Staatskonzerns festgelegt worden. Hierzu hatte Tiefensee erläutert: "Wir brauchen jemanden, der stark ist, der hohe Fachkompetenz besitzt, der mit der Mitarbeiterschaft gut umgehen kann, und der vor allem dieses Unternehmen mit der Politik zusammen durch eine schwierige Wirtschafts- und Finanzkrise führen kann."

Mehdorn mit einer "außerordentlich positiven" Gesamtbilanz

Unklar ist, wie lange Mehdorn noch im Amt bleiben wird. Der Vorstandschef muss mit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Müller noch einen Auflösungsvertrag aushandeln, wie Vize-Regierungssprecher Steg erläuterte. Mit Blick auf mögliche Abfindungszahlungen an Mehdorn, dessen Vertrag noch bis Mai 2011 läuft, sagte der Regierungssprecher, gerade für ein bundeseigenes Unternehmen bestehe "ein Gebot zum Maßhalten". Es bleibe aber dabei, dass Mehdorn eine "außerordentlich positive" Gesamtbilanz vorzuweisen habe.

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