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Biosprit Ethanol

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu E10

Foto: ams/Avia 11 Bilder

Nicht alle Fahrzeuge vertragen das neue Biobenzin E10, das ab 2011 mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland verkauft werden darf. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu E10.

11.12.2010 Powered by

Wenn 2011 der neue Ottokraftstoff E10 eingeführt wird, sollten Autobesitzer nicht bedenkenlos zur Zapfpistole greifen. Vor allem bei frühen Modellen mit Direkteinspritzung aus Baujahren um 2000 sowie generell bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, können Probleme auftreten, warnen Experten. Laut dem Bundesumweltministerium könnte der Sprit etwa zehn Prozent aller benzinbetriebenen Kfz in Deutschland möglicherweise schaden. Das entspricht nach Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) aktuell rund 3,5 Millionen Fahrzeugen. 

Wer künftig E10 tankt, muss zudem mit leicht erhöhtem Verbrauch rechnen. Über die Einführung der Benzinsorte will der Bundesrat am 26. November endgültig entscheiden, die Zustimmung gilt aber als sicher. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Biosprit E10.

Was genau ist eigentlich E10? 

Bei der Bezeichnung E10 handelt es sich um eine Abkürzung: "E" steht für den Alkohol Ethanol, der dem aus Erdöl gewonnenen Benzin beigemischt wird. Die Zahl "10" zeigt an, dass der Ethanolanteil bis zu zehn Prozent betragen darf, erklärt Frank Brühning vom deutschen Biokraftstoffindustrieverband VDB. Seit 1989 ist ein Anteil von bis zu fünf Prozent im Ottokraftstoff zulässig. Das Ethanol wird durch alkoholische Gärung aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen gewonnen - zum Beispiel aus Zuckerrohr und -rüben, Mais oder Getreide.

Wie kann der Biosprit E10 zum Umweltschutz beitragen?

Durch den geringeren Benzinanteil auf Rohölbasis werden Erdölvorkommen geschont. Außerdem kann durch Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen die Ökobilanz verbessert werden. Denn beim Verbrennen wird lediglich die Menge des klimaschädigenden Gases CO2 freigesetzt, die die Pflanzen zuvor aus der Luft gebunden haben. Allerdings geht diese Rechnung nur dann auf, wenn für den Anbau keine Wälder, Weide- oder Brachflächen in zusätzliches Ackerland verwandelt werden, geben Kritiker zu bedenken. "Das könnte dazu führen, dass deutlich mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als später durch Biokraftstoffe eingespart wird", warnt etwa der Naturschutzbund NABU. 

Woher weiß ich, ob mein Auto E10 verträgt?  

Um auf Nummer sicher gehen zu können, hilft ein Anruf beim Fahrzeughersteller, Händler oder in der Vertragswerkstatt. "Durch den höheren Ethanolanteil in E10 können bei einigen Kfz-Modellen Motorteile korrodieren und Motordichtungen zerfressen werden", erläutert Andrea Gärtner vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Unmittelbare Anzeichen für eine Fehlbetankung gebe es aber nicht, so Gärtner weiter: "Das Fahrzeug wird keine auffälligen Geräusche machen und bleibt nicht gleich liegen."

Was tun nach einer Fehlbetankung mit E10?

Besser den Wagen stehen lassen und sofort den Hersteller um Rat fragen. Schlimmstenfalls muss der Tank ausgepumpt werden. Denn Motoren, die E10 nicht vertragen, könnten bereits durch einmaliges Betanken kaputt gehen, sagt Gärtner. 

Wie ist der E10 Kraftstoff mit erhöhtem Ethanolanteil erkennbar?

Die Zapfsäulen und -pistolen für das Biobenzin müssen mit der Aufschrift "E10", "Normal E10", "Super E10" oder "Super Plus E10" gekennzeichnet sein. Ein zusätzlicher Hinweistext auf der Zapfanlage soll Autofahrer vor einer möglichen Fehlbetankung bewahren. Dem Gesetzesentwurf für die E10-Einführung zufolge lautet er: "Enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol. Informieren Sie sich, ob dieser Kraftstoff für Ihr Fahrzeug geeignet ist. Verwenden Sie im Zweifelsfall 'Super schwefelfrei' bzw. 'Super Plus schwefelfrei'." Einen zusätzliche Zapfstelle für E10 müssen die Tankstellen nicht einrichten: Der neue Kraftstoff werde in der Regel die Sorte Benzin verdrängen, erklärt Frank Brühning. Super mit nur fünf Prozent Ethanolanteil wird es weiterhin geben - mindestens bis Ende 2013. 

Hat E10-Sprit Auswirkungen auf den Verbrauch?

Ja - der Verbrauch steigt. Die Energiedichte von Ethanol ist geringer als die von herkömmlichem Benzin, erklärt Brühning. Deshalb benötigen Motoren mehr Treibstoff, je höher der Alkoholanteil im Sprit ist. Die Prognosen für den Mehrverbrauch fallen ähnlich aus: Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher beim Verkehrsclub Deutschland (VCD), geht von "Schnapsglasgrößen auf 100 Kilometer" aus. Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) spricht von einem Verbrauchsplus von rund drei Prozent. 

Was wird der Biokraftstoff kosten?

Experten rechnen damit, dass E10 zu gleichen Konditionen wie herkömmliches Superbenzin verkauft wird." Ansonsten hätte die neue Sorte keine Chance", sagt Brühning. Verkehrsclubs wie der ADAC in München warnen die Mineralölkonzerne davor, Superbenzin und E10 künftig zwar zu gleichen Preisen, aber generell teuer anzubieten.  

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