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Mehrwertsteuer

Spartipps für Autofahrer

Foto: Foto: Hans-Dieter Seufert

Zum 1. Januar steight die Mehrwertsteuer auf 19 Prozent. Was das für den Autofahrer bedeutet, aufgeschlüsselt auf die wichtigsten Fragen, die sich den Kunden derzeit stellen.

02.12.2006

Wie stark wirkt sich die Mehrwertsteuer-Erhöhung zum 1. Januar beim Autokauf aus?

  • Konkretes Preisbeispiel aus der Kompaktklasse: Ein viertüriger VW Golf TDI, der mit Comfortline-Ausstattung derzeit noch 20 675 Euro kostet, verteuert sich immerhin um rund 620 Euro.
Was ist, wenn der Neuwagen bereits in diesem Jahr bestellt, aber erst 2007 geliefert wird?
  •  Das kommt auf die jeweiligen Fristen an. Liegen zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrags und dem Liefertermin mehr als vier Monate - also zum Beispiel Kauf im Oktober und Lieferung im März -, kann der Händler die Mehrwertsteuer-Erhöhung voll auf den Kunden abwälzen. Legitimation dafür sind die so genannten Preisanpassungsklauseln im Kleingedruckten der Kaufverträge. Wird dagegen eine Lieferzeit von weniger als vier Monaten vereinbart, darf die dreiprozentige Mehrwertsteuer- Erhöhung nicht an den Kunden weitergegeben werden.
Gibt es Möglichkeiten für die Autoverkäufer, die Erhöhung trotzdem auf den Kunden zu übertragen?
  •  Ja. Der Verkäufer kann „einzelvertraglich“ schriftlich vermerken, dass bei Lieferung im Jahr 2007 die dann gesetzlich vorgeschriebene Mehrwertsteuer gilt. Den Kaufvertrag deshalb vor Unterzeichnung ganz genau lesen.
Gibt es Möglichkeiten für die Autokäufer, die Mehrwertsteuer-Erhöhung dennoch zu umgehen?
  • Ja. Mit dem Händler im Kaufvertrag eine so genannte Bruttopreisabrede - das heißt einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer - oder eine Festpreisabrede vereinbaren, bei der Ausgleichszahlungen ausgeschlossen sind. Dann kann das Autohaus den neuen Mehrwertsteuersatz nicht mehr nachfordern. Das erfordert Verhandlungsgeschick, denn die Händler werden in der Regel eine so genannte Nettopreisabrede, das heißt zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer, bevorzugen.
Welche Rolle spielt der Liefertermin, was ist zu beachten?
  • Unbedingt versuchen, mit dem Autohaus einen verbindlichen Liefertermin noch für 2006 zu vereinbaren. Sonst könnte der Betrieb die Lieferzeit um sechs Wochen überziehen und kann erst danach abgemahnt werden. Die Folge: Die Lieferung des Neuwagens verschiebt sich leicht um etwa acht Wochen nach hinten. Das heißt, bei einem unverbindlichen Liefertermin Ende Oktober landet der Autokäufer zur Übernahme im Jahr 2007 – mit Mehrwertsteuer-Aufschlag.
Was ist, wenn es zu Lieferschwierigkeiten kommt?
  • Wenn der Händler mit der Lieferung in Verzug gerät und deshalb für den Käufer eine fiskalische Mehrbelastung entsteht, hat der Kunde einen Ausgleichsanspruch.
Wie wirkt sich die Mehrwertsteuer-Erhöhung auf Leasing und Finanzierung aus?
  • Beim Fahrzeug-Leasing orientiert sich der Umsatzsteuersatz am jeweiligen Leistungszeitraum, also in der Regel nach Kalendermonaten. Gibt es bereits einen Leasingvertrag oder wird er noch in diesem Jahr abgeschlossen, so gilt für die Zeit bis zum Jahreswechsel der alte und ab Januar der neue Steuersatz. Anders sieht es bei der Finanzierung per Bankkredit aus: Entscheidend ist, was im Vertrag steht, denn dort muss die Mehrwertsteuer ausgewiesen werden. Das heißt: Wer 2006 einen Kredit für den im selben Jahr gelieferten Neuwagen aufnimmt, der finanziert den Nettokaufpreis des Autos plus 16 Prozent Umsatzsteuer. Die Bank erwirbt das Fahrzeug schließlich zu diesem Steuersatz. Erst bei Verträgen mit Liefertermin 2007 gelten 19 Prozent.

Kann man mit einer höheren Leasing- Sonderzahlung in diesem Jahr die Mehrbelastung für 2007 begrenzen?
  • Die Sonderzahlung ist eine Mietvorauszahlung, die auf die gesamte Laufzeit umgerechnet wird. Bei Vertragsabschluss 2006 ist der Teil der Summe für die verbleibenden Monate mit 16 Prozent zu versteuern. Der Rest der Sonderzahlung unterliegt ab 2007 dem höheren Steuersatz.

Schlägt sich die Steuererhöhung auch bei der Autoversicherung nieder?
  • Ja. Zum 1. Januar steigt im Gleichschritt auch die Versicherungssteuer von 16 auf 19 Prozent. Da der Hauptfälligkeitstag meist auf den selben Zeitpunkt fällt, müssen sich Autofahrer noch in diesem Jahr auf Mehrbelastungen einstellen, denn die Rechnungen werden im Dezember verschickt. Das außerordentliche Kündigungsrecht ist bei steuerlich bedingten Prämien-Erhöhungen allerdings ausgeschlossen.

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