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Melkus RS 2000 - Besuch in der Manufaktur

Hier wird der RS 1000-Nachfolger gebaut

Melkus RS 2000 Foto: Reinhard Schmid 21 Bilder

Mit Flügeltüren wandelt der Melkus RS 2000 auf den Spuren seines legendären Vorfahren. auto motor und sport besuchte die Dresdner Sportwagenschmiede.

27.03.2010 Christian Gebhardt

Hier fliegen die Schweißfunken, dort rattern die Akkuschrauber. Wie ein Aphrodisiakum wabert der Geruch von Zweikomponenten-Klebstoff durch die helle Werkstatthalle. Acht Wochen Handarbeit vergehen, bis ein Melkus RS 2000 die Spur seines Vorfahren aufnehmen kann. Der geistige Nachfolger erinnert an den von 1969 bis 1979 gebauten DDR-Sportwagen RS 1000. "Es ist wie früher, da haben wir den Melkus auch aus Teilen von verschiedenen Autos zusammengebaut", sagt Frank Nutschan, während er das Maßband zückt und ein Spaltmaß mit der Geduld eines Anglers überprüft.

Vom ersten Melkus wurden 101 Modelle gebaut

Der 59-Jährige schraubt seit 1971 für Melkus. Bis Anfang der achtziger Jahre tüftelten die Mechaniker der Dresdner Sportwagenmanufaktur unter der Leitung von Heinz Melkus aus Wartburg-, Skoda- und Trabantteilen einen Mittelmotor-Sportler mit Kunststoffkarosserie zusammen. 101 Exemplare des RS 1000 entstanden."Ich möchte die Idee meines Großvaters wieder aufleben lassen", erzählt Enkel Sepp Melkus, während er eine der Flügeltüren des RS 2000 in Knallorange öffnet. Zusammen mit Vater Peter entstand 2006 die Idee für den aktuellen Melkus-Sportwagen. Ein Blick ins Lastenheft, und die Verwandtschaft zum historischen Vorbild wird schnell deutlich. "In den engen DDR-Garagen waren Flügeltüren damals einfach praktisch, weil sie nicht so viel Platz wie herkömmliche Türen benötigen", verrät Melkus Junior.

Mit 950 Kilo ist der Melkus ein Leichtgewicht

Neben dem extrovertierten Türkonzept stand Leichtbau im Vordergrund. Dank Kunststoffkarosserie und Aluminium-Chassis wiegt der neue Melkus nur rund 950 Kilogramm. Wie der RS 1000 ist auch der RS 2000 keine komplette Eigenentwicklung. Unter der handlaminierten Kleinserienhülle versteckt sich bekannte Technik eines Kurvengierigen. Dreizylinder-Zweitakter mit 70 PS und 1000 Kubik von Wartburg war gestern, heute nutzt Melkus Chassis und Motor des Lotus Elise. Ein Kompressor puscht den 1,8-Liter-Vierzylinder auf 270 PS. Und wie fährt sich die deutschbritische Co-Produktion? Das fahrdynamische Talent hat die orangefarbene Flunder mit dem weißen Rennstreifen zweifellos von seinem Technikspender geerbt.

225 Liter Koferraumvolumen im Melkus - immerhin

"Lenkung und Getriebe haben wir unverändert übernommen, beim Fahrwerk und den Bremsen kann der Kunde zwischen verschiedenen Versionen wählen", sagt Melkus. Mit straßenzugelassenem Öhlins-Sportfahrwerk erinnert der Flügeltürer an die Rennsport-Tradition des ehemaligen DDR-Rennstalls. Lenkbefehle setzt er präzise um und saugt dabei scheinbar sämtliche Bodenwellen der Dresdner Straßen durch seinen Luftschlund. Komfort ist nicht seine Mission. "Ein bisschen Pragmatismus gehört aber dazu", sagt Firmenchef Melkus, als er den kleinen Heckdeckel öffnet. Während der Lotus Elise mit Kofferraum im Handtaschen-Format hier verschämt schweigt, bietet der RS 2.000 immerhin 225 Liter für einen vergnügten Ostseeausflug.

Feines Leder, Ziernähte und eine individuelle Lackierung der Mittelkonsole - auch im Interieur versprüht der RS mit unzähligen Wahlmöglichkeiten Kleinseriencharme. "Mein Vorbild sind die Fahrzeuge von Wiesmann", sagt Sepp Melkus. Nicht nur in puncto Individualität, sondern auch beim Preis eifert er der Dülmener Automobilmanufaktur nach: Rund 100.000 Euro kostet sein Sportwagen-Exot aus Dresden.

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