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Mercedes A-Klasse und VW Golf Vorstellung

Bewährter Weg oder Neuerfindung?

Mercedes A-Klasse, VW Golf, Frontansicht Foto: Archiv 62 Bilder

VW Golf und Mercedes A-Klasse verfolgen zwei gegensätzliche Konzepte. Ist es besser, in der Kompaktklasse den bewährten Weg auch weiterhin einzuschlagen? Oder muss man sich neu erfinden, um erfolgreich zu bleiben?

20.09.2012 Marcus Peters

Dass die spannendsten Neuen gerade in der Kompaktklasse erscheinen, ist ungefähr so, als würden die fesselndsten Block-Buster im Öffentlich-Rechtlichen Premiere feiern – statt im Kino. Dramatik für die Masse sozusagen. Und genau das bieten dieses Jahr die Mercedes A-Klasse und der VW Golf VII.

Ausgelöst wird das Interesse wie bei einem angekündigten Hollywood-Film über gezielt gestreute Indiskretionen im Vorfeld, die sich in Form von Gerüchten verbreiten, sowie Marketing-Kampagnen, welche die Wissbegierde anfeuern. Und so kanalisiert sich bis zur Vorstellung die Ungewissheit in ganz konkrete Fragestellungen. Sie könnten bei VW und Mercedes konträrer kaum sein: Wie sehr wird der VW Golf VII seinem Vorgänger ähneln? Und: Wie stark wird sich die neue Mercedes A-Klasse von der bisherigen unterscheiden?

Aufmerksamkeitsplus für Mercedes A-Klasse statt für VW Golf VII

Bei der Aufmerksamkeit jedenfalls hat Mercedes den neuen VW Golf VII bereits in den Schatten gestellt. Nur wenige schafften es bislang, das Kompakt-Segment ähnlich aufzumischen: der Golf I als Schöpfer einer Klasse. Der A3 als Premium-Vorreiter. Der moderne Mini als Rückkehr einer Legende. Der BMW 1er als Hecktriebler. Und jetzt eben die Mercedes A-Klasse. Sie ist nicht weniger als ein Neuanfang; das Eingestehen eines Irrweges, der auf den Namen Sandwichboden hört. Und die Erkenntnis manifestiert sich in einem Design-Bruch, der an Radikalität kaum zu übertreffen ist. Das ist ungefähr so, als würde den neuen James Bond eine Frau spielen. Eigentlich undenkbar.

Wie man dagegen eine Reihe auch nach Jahrzehnten erfolgreich fortsetzt, beweist keiner anschaulicher als die Wolfsburger. Der VW Golf steht für Kompaktklasse wie Tempo für Papiertaschentücher. Und das ist im automobilen Sektor einzigartig. Wenn die reinkarnierte Mercedes A-Klasse den jungen Wilden gibt, dann ist der VW Golf VII der über Jahre gereifte Charakterkopf à la Mario Adorf. Auch dessen schauspielerisches Ausdrucksvermögen nahm von Film zu Film beharrlich zu, ohne dass er sich deshalb radikal neu erfunden hätte. Adorf bleibt eben Adorf, und Golf bleibt Golf.

Auch VW Golf VII vergrault ältere Kunden

Dass der VW Golf VII erneut breiter und länger geworden ist, liegt im Trend der Zeit. Dass er allerdings flacher als sein Vorgänger daherkommt, moderner und dynamischer proportioniert, das lässt schon ein Streben nach Jugendlichkeit erkennen – natürlich nicht so ausgeprägt wie bei der Mercedes A-Klasse. Doch beide Hersteller nehmen damit in Kauf, dass sie ältere Kunden vergraulen. Schließlich werden Fahrzeuge mit hoher Sitzposition bei den Senioren immer beliebter, wie auch die Strömung hin zu kompakten SUV beweist.

Wer bisher A sagte wie gutes Raumangebot und hohe Sitzposition, der muss eben künftig B(-Klasse) sagen. Allen anderslautenden Beteuerungen von Mercedes zum Trotz ist diese sich schließlich treu geblieben. Wer jedoch Sportlichkeit und ein skulpturhaftes Design mit dem hippen Wechselspiel aus konvexen und konkaven Wölbungen samt rasiermesserscharfen Kanten sucht, dürfte mit der neuen Mercedes A-Klasse liebäugeln. Das Stuttgarter Traditionshaus will sich damit endgültig vom Makel des vermeintlichen Konservatismus befreien, welcher der Marke seit Generationen anhaftet.

Optische Parallelen zum BMW 1er

Dass sich optische Parallelen zum BMW 1er ergeben, erscheint da nur logisch. Schließlich haben es die Münchner geschafft, ihren Kompakten als Besonderheit zu positionieren – nicht nur wegen des Heckantriebs, sondern auch wegen des weit nach hinten verlegten optischen Schwerpunkts. In Verbindung mit der vehement ansteigenden Seitenlinie und dem wuchtigen Heck lässt dieser Kniff auch den Mercedes kraftgespannt erscheinen – schon im Stand. Und wer ihm in die Augen blickt, dürfte angesichts der entschlossenen Züge durchaus beeindruckt sein. Es ist eine Front, die Respekt verschafft, was bei einem nicht gerade ehrfurchtsgebietend großen Kompaktauto schwer zu erreichen ist.

Doch nur wenigen bleibt es vorbehalten, ein Design in seinen Grundzügen über Generationen beizubehalten und gleichzeitig subtil zu modernisieren. Hier stehen Porsche 911 und VW Golf durchaus auf einer Stufe. Und so dürfte der Wiedererkennungswert des Wolfsburger Bestsellers sein größter Aktivposten sein. Die Mercedes A-Klasse allerdings lebt gerade davon, dass sie nicht wiederzuerkennen ist. Ganz wie die scheinbar unbekannte Schönheit auf dem Klassentreffen nach zehn Jahren, die sich auf Nachfrage als ehemals hässliches Entlein entpuppt. Die Aussage "Ich hätte dich jetzt gar nicht wiedererkannt" sollte hier wie dort uneingeschränkt als Kompliment aufgefasst werden.

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