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Mercedes A-Klasse vs. B-Klasse

Der A(pfel)-B(irnen)-Vergleich

Mercedes A-Klasse Foto: Mercedes 32 Bilder

Mercedes hat seine Kompaktklasse komplett renoviert. Zunächst wurde das behäbige Image der B-Klasse abgestreift, nun folgt mit der A-Klasse ein Modellwechsel, wie ihn die Autowelt selten gesehen hat. A- und B-Klasse sind nun so verschieden wie noch nie. Wir stellen die beiden gegenüber.

22.03.2012 Thomas Gerhardt

Es war eines der großen Highlights auf dem Genfer Autosalon: die Weltpremiere der neuen Mercedes A-Klasse. Flach, sportlich, bullig - so zeigte sich die dritte Generation mit einem krassen Konzeptwechsel. Nichts erinnert mehr an den Vorgänger. Die neuen Gegner heißen Audi A3, BMW 1er und VW Golf, in ihrem Revier soll die A-Klasse in Zukunft auf Kundenjagd gehen.

Die neue Generation der B-Klasse feierte bereits ein halbes Jahr früher auf der IAA 2011 ihre Premiere. Deutlich dynamischer gezeichnet, aber nicht minder komfortabel als der Vorgänger gibt der neue Kompaktvan die Marschrichtung vor: ein jüngeres Publikum begeistern, ohne dabei die ältere Kundschaft zu vergraulen. Dass ihr der Spagat zwischen coolem Familienmobil und komfortablem Cruiser mit hoher Sitzposition durchaus gelingt, konnte die B-Klasse schon im Test unter Beweis stellen.

Beide Fahrzeuge verfolgen also eine Mission: Den Kundenkreis erweitern. Dafür teilen sich beide auch eine Plattform, sind aber so verschiedenen wie noch nie.

Mercedes Konzernabend Auto-Salon Genf 2012 Premiere A-Klasse
Vorstellung neue Mercedes A-Klasse in Genf (2013) 1:54 Min.

Mercedes A-Klasse wird sportlich, B-Klasse bleibt sich treu

Schon von außen unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge aufgrund ihrer Höhe deutlich voneinander. Während die alte A-Klasse noch wie eine kleiner Van gezeichnet war, ist das neue Modell 18 Zentimeter flacher geworden und somit nun zwölf statt wie bisher nur einen Zentimeter niedriger als die B-Klasse. Die Zeiten des One-Box-Designs, bei dem die steil ansteigende Motorhaube direkt in die Frontscheibe übergeht, sind passé. Vorderbau und Fahrgastzelle sind bei der neuen A-Klasse klar voneinander abgegrenzt. Die neue Mercedes B-Klasse ist dagegen dem Van-Konzept weitgehend treu geblieben.

Große Unterschiede zeichnen sich auch beim Kofferraum ab. Weniger beim Ladevolumen, als bei der Variabilität, denn das neue Konzept der Mercedes A-Klasse bringt nicht nur weniger Stauraum (von 435 auf 355 Liter) sondern auch einen deutlich kleineren Kofferraumausschnitt mit sich. Die B-Klasse verlor mit dem Modellwechsel zwar auch an Laderaumvolumen (von 544 auf 486 Liter), bietet aber mit der um 14 Zentimeter längs verschiebbaren und geteilt-umklappbaren Rückbank ein hohes Maß an Variabilität. Die breite Öffnung und die mit 62 Zentimetern angenehm niedrige Ladekante erleichtert das Einladen von Gepäck.

Eine Frage der Sitzhöhe

Auch für die Passagiere hat sich einiges geändert. Die hohe Sitzposition wie bei einem kleinen Van kann die neue Mercedes A-Klasse nicht mehr bieten. Stattdessen geht es im Sinne der Sportlichkeit in Richtung Asphalt. Das könnte allerdings Nachteile bei der Übersicht mit sich bringen. Die Sitzprobe der neuen A-Klasse zeigt: das Sichtfenster zwischen Lenkrad und Dach ist kleiner, die Brüstungslinie höher und Heckscheibe schmaler geworden. Die Fondpassagiere müssen mit weniger Kopffreiheit vorlieb nehmen. Wer auf die hohe Sitzposition, die gute Übersicht und das großzügige Platzangebot im Fond nicht verzichten will, der wird weiterhin bei der B-Klasse fündig.

Gemeinsamkeiten im Innenraum gibt es aber dennoch: Cockpit und Mittelkonsole, Materialauswahl und die Ausstattungsmöglichkeiten sind so gut wie identisch. Die hohe Verarbeitungsqualität sollen Kunden ebenfalls von beiden Modellen erwarten dürfen.

Die stärkeren Motoren bekommt der Kleinere

Bei den Motoren sieht es ähnlich aus: Die beiden Benzin- (122 und 156 PS) und Dieselmotoren (109 und 136 PS) der Mercedes B-Klasse stehen auch für die A-Klasse zur Auswahl. Deren Motorenpalette wird aber noch um einen 211 PS starken Benzinmotor (A 250) und einen Selbstzünder mit 170 PS (A 220 CDI) erweitert. Spätestens jetzt wird klar, die Mercedes A-Klasse soll das werden, was sie noch nie war: der Mercedes-Sportler unter den Kompakten.

Deshalb wurden auch die Ingenieure von AMG schon früh in die Entwicklung eingebunden. Neben der neu entwickelten Vorderachse und dem optionalen Sportfahrwerk, liefern die Affalterbacher eine ganze Ausstattungslinie, mit der die A-Klasse dem hochgelobten Conceptcar optisch sehr nahe kommt. Später folgt sogar eine AMG-Version mit aufgeladenem Zweiliter-Vierzylinder, der 320 PS leisten soll. Schließlich soll der Mercedes A 25 AMG auch der Konkurrenz aus Golf R (270 PS), Audi RS3 Sportback (340 PS) und BMW 1er M-Coupé (340 PS) Paroli bieten können. Einer AMG-Version der B-Klasse soll auch noch folgen.

Mercedes A-Klasse soll nicht teurer werden

Wer auf der Suche nach Sportlichkeit und einem unkonventionellen aber edlem Design ist, wird bei der neue A-Klasse fündig - auch wenn die Optik durchaus polarisiert, kann man sich vom populären Design anderer Premium-Modelle wie Audi A3 oder BMW 1er abheben. Außerdem: die neue A-Klasse bleibt preislich auf dem Niveau des Vorgängers (Grundpreis: 21.033 Euro).
Vielleicht auch ein Grund warum nach der Prognose des Marktbeobachters IHS Automotive die A-Klasse den A3 bei den Absatzzahlen hinter sich lassen wird. 50 Prozent der Käufer sollen dabei aus anderen Lagern erobert werden.
 
Wer die A-Klasse bisher wegen ihrer kompakten Abmessungen, dem guten Raumangebot und der hohen Sitzposition schätzte, für den ist das neue Modell vermutlich nicht das Richtige. Kunden, die diese Eigenschaften nicht vermissen wollen, werden künftig von der B-Klasse aufgefangen, müssen dafür aber auch etwas mehr hinblättern. Für den Grundpreis von 26.001 Euro gibt es aber auch ein schon fast luxurösen Innenraum und zahlreiche Assistenzsysteme. Und wenn doch mal etwas sportlicher sein soll, dann hält AMG für die B-Klasse eine 300 PS-Modell künftig bereit.
 
Wer sich für keines der beiden Modelle begeistern kann, aber unbedingt einen Stern auf dem Kühler spazieren fahren will, der sollte noch ein wenig warten. Auf der Plattform von A- und B-Klasse wird Mercedes noch weitere Modelle auf den Markt bringen. Ein kleiner SUV (GLC) und eine Coupé-Variante (CLA) stehen bereits in den Startlöchern.

A-KlasseB-Klasse
40 Zentimeter längerneun Zentimeter länger
18 Zentimeter flacherfünf Zentimeter flacher
Two-Box-DesignWeiterhin vanartiges Design
Kleinerer Kofferraum (355 statt 435 Liter)Kleinerer Kofferraum (486 statt 544 Liter), dafür längs verschiebbare Rückbank
Verzicht auf SandwichbodenVerzicht auf Sandwichboden
Zwei neue Top-MotorisierungenMotorenrange auf vier Triebwerke reduziert, dafür leistungsstärker
Drei neue Ausstatungslinien inkl. AMG-Sportpaketoptionales Sportfahrwerk
Einstiegspreis auf gleichem NiveauGrundpreis für B 180 von 27.929 auf 26.001 Euro gesunken
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