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Mercedes-AMG Supersportwagen R50 (2017)

Hardcore-Hypercar heißt Project One

Mercedes-AMG Project One Foto: Mercedes-AMG 19 Bilder

Für Mercedes-AMG bildet die IAA 2017 den Höhepunkt des 50-Jahr-Firmenjubiläums. Dann wird die schwäbische Interpretation des Supersportwagen-Themas vorgestellt, die ganz bescheiden als Hypercar angekündigt wurde. Intern firmierte das Modell unter dem Kürzel R50 – nun ist der offizielle Name raus: Mercedes-AMG Project One.

10.01.2017 Holger Wittich, Jens Dralle 12 Kommentare Powered by

AMG-Supersportler Project One mit F1-Antriebsstrang

Die Affalterbacher sind mit ihrem Hypercar „R50“ jedoch nicht alleine. Bugatti hat den Chiron, Ferrari den La Ferrari – Aston Martin will mit dem RB001 ein Supersportler mit bis zu 1.300 PS auflegen und auch McLaren will 2019 mit einem Dreisitzer das Konzept des legendären F1 fortschreiben.

Der Antrieb des Mercedes-AMG Hypercars soll dem der Formel-1-Rennwagen von Mercedes entsprechen, also aus einem aufgeladenen 1,6-Liter-V6-Verbrenner sowie zwei unterschiedlichen Motor-Generator-Einheiten (Hitze und Kinetik, also Rekuperation) bestehen. Offiziell heißt es bei Mercedes: „Der hocheffiziente und leistungsstarke Formel 1 Weltmeister Hybrid-Antriebsstrang gepaart mit einem vollelektrischen radselektiven Vorderachsantriebskonzept erzeugt eine kombinierte Systemleistung von voraussichtlich mehr als 1.000 PS (735 kW)“.

Aston Martin RB AM 007Foto: Aston Martin
Aston Martin RB 001: Rund 900 PS bei nur 900 kg.

2 Millionen Euro soll der Mercedes Project One kosten

Im F1-Renneinsatz kommt so eine Leistung von knapp 1.000 PS bei Drehzahlen von etwa 12.000/min. zustande, die mit einem Fahrzeuggewicht von 702 Kilogramm jonglieren muss. Nur: Allein die Anlassprozedur dauert rund zehn Minuten, und der erforderliche Sprit ist an keiner öffentlichen Tankstelle erhältlich. Wie also soll diese Technologie auch nur ansatzweise auf Alltagstauglichkeit getrimmt werden?

Schließlich zählt zu den wichtigsten Entwicklungszielen, dass das Hypercar für alle relevanten Absatzmärkte homologiert wird, also im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden kann. Mit einer Laufleistung von 4.000 Kilometern, auf die ein F1-Antrieb ausgelegt ist, dürfte sich ebenfalls kaum ein Hypercar-Kunde zufriedengeben – zumal er wohl etwa zwei Millionen Euro nach Affalterbach überweisen muss. Dennoch: AMG-Geschäftsführer Tobias Moers verspricht „extremste Effizienz bei extremster Performance“.

Mercedes-AMG Project OneFoto: Mercedes-AMG
Die Heckansicht des Mercedes-AMG Project One.

Insgesamt werden von dem AMG Hypercar zwischen 200 und 300 Modelle aufgelegt. Man führe bereits eine Liste mit potentiellen Käufern heißt es bei AMG und das Modell sei fast ausverkauft. Mit dieser Stückzahl „sind wir hart an der Produktionskapazitätsgrenze“, so Moers gegenüber britischen Medien. Und, „es ist ein beeindruckendes Auto, es gibt nichts vergleichbares auf dem Markt.“

Derzeit arbeiten er und sein Team zusammen mit Andy Cowell, dem Verantwortlichen für die F1-Antriebe, an der Umsetzung. Immerhin: Im Straßenbetrieb spielt die bei der Formel 1 vorgeschriebene Durchflussmengenbegrenzung des Sprits keine Rolle. So könnte beispielsweise ein höherer Ladedruck (F1: 4,0 bar) erzielt werden, der wiederum zusätzlich über die MGU-H-Einheit aus dem Überdruck elektrische Energie erzeugt.

Für eine entsprechende Fahrbarkeit sorgen die aktive Aerodynamik sowie eine Allradlenkung.

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Was in dieser Diskussion vergessen wird: Der Motor kann durchaus eine abgeschwächte Version des Formel1-Motors sein. Im Gegenzug kann dann der Hybrid verstärkt werden. In der Formel 1 ist die Energierückgewinnung stark reglementiert. Ohne diese Reglementierungen kann deutlich mehr Energie zurückgewonnen werden.

Da Mercedes nun davon spricht, dass das Auto vorne zwei Elektromotoren haben wird, ist ein vergrößertes Hybridsystem relativ offensichtlich. So sind auch die 1000 PS realistisch und haltbar mit einem Antriebsstrang machbar.

Klar, die Literleistung geht ins unglaubliche. Das heißt aber nicht, dass man es nicht trotzdem standfest bauen kann. Normale Straßenautos sind in ihrer Literleistung auch durch verwendbare Materialien beschränkt, da die Kosten in einem engen Rahmen bleiben müssen. Diese Beschränkung gilt hier nicht.

OmniousGuy 11. Januar 2017, 12:42 Uhr
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