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Mercedes-AMG Coupé-Vergleich

C Coupé oder S-Klasse Coupé?

Mercedes C 63 AMG Coupé - Mercedes S 63 AMG Coupé - Aufmacher Foto: Mercedes 29 Bilder

Mercedes-AMG hat das neue C 63 Coupé präsentiert. Die Zutaten: 4,0-Liter-Biturbo-V8, 476 oder 510 PS und das Design des S-Klasse Coupés. Nur in kleinerem Format. Braucht es da noch die teure Luxus-Version? Wir wagen uns an einen Konzeptvergleich der beiden Sportwagen-Coupés.

05.09.2015 Andreas Haupt Powered by

Audi wird das "Einheits"-Design seiner Autos in regelmäßigen Abständen unter die Nase gerieben. Wie der Wortlaut schon intoniert - im negativen Sinne. Keine neuen Ideen habe der Hersteller, und er verkaufe nichts als Einheitsbrei, schimpfen die Kritiker. Soll heißen: Die Audi-Modellpalette gleiche sich zu sehr, weshalb Unterschiede zwischen den einzelnen Baureihen nur marginal zu erkennen seien.

Was Audi vorgeworfen wird, gilt mittlerweile aber auch für andere Hersteller. Nur ist der Aufschrei dabei nicht ganz so laut. Zumindest gefühlt. Nach der Vorstellung des neuen Mercedes-AMG C 63 Coupé tauchten über soziale Netzwerke wie Twitter schnell Vergleichsfotos zum S 63 Coupé auf. Wobei schnell die Frage aufkam: Was ist die S- und was die C-Klasse?

Wir haben die Design-Gleichheit zum Anlass genommen C 63 Coupé und S 63 / S 65 Coupé genauer anzuschauen – und erste Vergleiche zu ziehen. Braucht es die teure S-Klasse überhaupt oder reicht die meistverkaufte AMG-Baureihe vollkommen aus? Und wie rechtfertigt sich der horrende Preisunterschied?

Design: Auf den ersten Blick sind sie gleich, aber ...

In der Formel 1 bringen die Teams in regelmäßigen Abständen neue Teile an die Autos. Da ist dann mal ein Flügelchen ein bisschen mehr oder weniger gebogen, ein neues Leitblech kommt hinzu oder Kanten werden anders geformt. Auf den ersten Blick sind die Veränderungen nicht immer zu erkennen. Vor allem nicht von den Tribünen aus oder vor dem Fernseher, wenn die Autos im Renntempo fahren.

Ähnlich verhält es sich bei AMG C 63 Coupé und S 63 Coupé. Front- und Heckschürze, Seitenschweller, Lichter, Sicken und Kanten: Auf den ersten Blick wirkt alles gleich. Die Unterschiede zwischen den beiden Modellen werden nur bei genauerem Hinsehen sichtbar. Man ist geneigt zu sagen: Nur unter der Lupe.

Im Prinzip ist die Mittelklasse-Variante ein kleines Oberklasse-Modell. In der Länge ist das C 63 Coupé um 29,4 Zentimeter kürzer (4.750 zu 5.044 mm). In der Breite nimmt es 3,6 cm weniger ein (1.877 zu 1.913 mm ohne Spiegel), in der Höhe fährt es um 2,2 cm geduckter (1.422 zu 1.400 mm) im Vergleich zur Basis-Variante. Der stärkere "S" ist noch um 2 Millimeter höher. Beim Radstand trennen C- und S-Klasse 10,5 cm (2.840 zu 2.945 mm), was den Passagieren im Innenraum zugute kommt.

Jetzt zu den Designunterschieden. Offensichtlichste Differenzierungsmerkmale: Die verschiedenen Felgen und die Chromspange um den Kühlergrill, die der C-Klasse vorenthalten bleibt. Beim Mercedes-AMG S 63 Coupé, dessen komplette Außenhaut und der Karosserie-Vorbau aus Aluminium bestehen, zogen die Designer die Flics in den beiden äußeren Lufteinlässen einen Tick weiter in Richtung Nummernschild. Die Lippe am unteren Teil der Schürze ist zudem unterteilt.

In der Seitenansicht fällt auf, dass die obere Sicke des S-Klasse Coupé etwas gebogener ist und die versenkbare Fensterscheibe im hinteren unteren Bereich fast gerade ausläuft. Beim Mercedes-AMG C 63 Coupé zeigt sich hier ein leichter Bogen. Noch ein kleiner Unterschied: Der V8-Biturbo-Schriftzug bekommt am C 63 durch eine Einfassung ins Blech mehr Dynamik.

"Das komplett neu gestaltete, vom S-Klasse Coupé inspirierte Heck zitiert mit dem Diffusoreinsatz ein typisches Merkmal aus dem Motorsport", heißt es in der Pressemappe zum C 63 Coupé. Man sieht die Inspiration, doch nicht alles haben beide gemein. Zum Beispiel die Rücklichter, die bei der S-Klasse flacher gehalten sind und mehr Dynamik versprühen. Ähnlich verhält es sich bei den Scheinwerfern. Dagegen trägt das C 63 Coupé die ausgeprägtere Spoilerlippe. Die Reflektoren sitzen beim S 63 / S65 direkt oberhalb der Auspuffblenden. Auch die Heckscheiben sind bei den Modellen leicht anders geformt. Und noch ein Detail: die Seitenvertauschten Varianten-Logos S 63 bzw. C 63.

Motor / Getriebe: 4,0-Liter-V8, 5,5-Liter-V8 oder V12

Das Mercedes-AMG C 63 Coupé setzt auf die neue Allzweckwaffe aus Affalterbach: 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern im heißen "V" . In der Basis-Variante kommt das Turbo-Triebwerk auf 476 PS und 650 Nm. In der S-Version packt Mercedes-AMG 34 PS (insgesamt 510) und 50 Nm obendrauf.

Mehr Hubraum gönnt AMG dem V8-Biturbo im S 63. Hier heißt das Rezept: 5,5-Liter, acht Töpfe, 585 PS und 900 Nm. Wer auf V12 steht, wird beim S 65 bedient. Außer im Coupé werkelt der V12, der 630 PS und 1.000 Nm leistet, nur noch in der Limousine, im SL 65 und G 65.

Beim Standardsprint auf 100 km/h ist das C 63 Coupé um 0,1 Sekunden schneller als sein Limousinen-Pendant. Wegen der breiteren Reifen, die für bessere Traktion sorgen, und der kürzeren Hinterachsübersetzung. Die 476-PS-Version wuchtet sich in 4,0 Sekunden auf Landstraßentempo. Die S-Variante soll noch ein Zehntel schneller die 100er Marke knacken.

Trotz der erhöhten Leistung kann das S 63 Coupé in dieser Wertung nur gleichziehen. Wenn die Kraft auf alle vier Räder verteilt wird. Wenn die 585 PS und 900 Nm ausschließlich über die Hinterachse herfallen, verstreichen sogar 0,4 Sekunden mehr, bis der Fahrer den Imagespurt hinter sich gebracht hat. Der S 65 mit V12 (4,1 Sekunden) ist zwar ein bisschen schneller, hält aber nicht mit dem C 63 mit.

Grund: Zwar hat die S-Klasse mehr Power, doch sie trägt auch mehr Gewicht mit sich herum. Im Vergleich zwischen C 63 (Basis-Version) und S 63 sprechen wir von 285 Kilogramm (1.710 zu 1.995 kg nach DIN). Entsprechend ähneln sich die Leistungsgewichte. Im Mercedes-AMG C 63 S Coupé treffen 3,38 Kilo auf jede PS. Im S 63 sind es 3,41. Das beste Leistungsgewicht weist das S 65 Coupé mit 3,35 kg/PS auf.

Die Motoren werden jeweils an ein Siebengang-Automatikgetriebe gekoppelt. Manuell darf der Fahrer über Schaltwippen am Lenkrad eingreifen. Im Fall des C 63 und S 63 Coupé setzt Mercedes-AMG auf das Speedshift MCT 7-Getriebe, im S 65 auf die Speedshift Plus 7G-Tronic.

Sowohl C- als auch S-Klasse werden bei 250 km/h abgeregelt. Mit dem AMG Driver’s Package sprengen die Sportler ihre elektronischen Fesseln. Das C 63 Coupé geht dann bis zu 290 km/h, die S-Klasse sogar bis 300.

Fahrwerk: Komfort-Plus in S-Klasse

Im Mercedes-AMG C 63 setzen die Ingenieure auf ein Sportfahrwerk mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern. Einmalig im Segment: die dynamischen Motorlager. Sie sollen "die Steifigkeit stufenlos und blitzschnell an die jeweiligen Fahrbedingungen anpassen". Doch beim Fahrwerk-Schnickschnack lässt die S-Klasse ihren jüngeren und kleineren Bruder alt aussehen. Besonders in Sachen Komfort.

Das Mercedes-AMG S 63 Coupé mit Heckantrieb und das S 65 Coupé rüstet AMG mit einem Sportfahrwerk auf Basis der Magic Body Control aus - inklusive Road Surface Scan für das Aufspüren von Bodenwellen und der Kurvenneigungsfunktion. "Damit legt sich das Auto ähnlich einem Motorrad- oder Skifahrer in die Kurve. Die auf die Insassen wirkende Querbeschleunigung wird ähnlich der Fahrt in einer Steilkurve reduziert, die Passagiere sitzen fester im Sitz. Ziel ist nicht das Erreichen höherer Kurvengeschwindigkeiten, sondern ein noch angenehmeres Fahrerlebnis", verspricht Mercedes. Das System ist bei Geschwindigkeiten zwischen 30 und 180 km/h aktiv. Für die Allradversion des S 63 Coupé bietet der Hersteller eine Luftfederung mit adaptivem Dämpfersystem an.

C 63 S und die S-Klasse-Sportler werden serienmäßig mit einer Hochleistungs-Verbundbremsanlage bestückt. Keramik gibt es nur gegen Aufpreis. Der C 63 rollt serienmäßig auf 18 Zoll großen Felgen. Optional sind 19 Zöller im Angebot. Die gibt es beim S 63 Coupé serienmäßig und eine Nummer größer optional. 20 Zoll sind beim S 65 dagegen schon Standard. 255er Reifen vorn und 285er Schlappen hinten sorgen bei allen Modellen für Traktion.

Innenraum / Sicherheit: S 63 / S65 mit Leder-Landschaft

Größere Unterschiede zwischen C-Klasse und S-Klasse Coupé lassen sich im Innenraum und bei den Assistenzsystemen finden. Der Luxus-Sportler gleicht einer Lederlandschaft. Vor allem als S 65. Hier ist nicht nur wie im S 63 der Armaturenträger mit Leder bedeckt, sondern auch der Dachhimmel in Nappa überzogen.

Während im C 63 der typische freistehende Monitor über der Mittelkonsole verbaut wird, integrieren die Innenraum-Designer in der S-Klasse einen TFT-Farbdisplay mit 31,2 Zentimeter Diagonale. Im S 65 sogar mit Split-Screen-Funktion.

Ohnehin ist in der bestmotorisierten Variante die Serienausstattung noch einen Tick luxuriöser und vielfältiger als im S 63. Beispiele: die serienmäßige Sitzklimatisierung für Fahrer und Beifahrer (im S 63 gegen 767,55 € Aufpreis), das Head-Up-Display (1.201,90 € Aufpreis) und das Burmester-3D-Soundsystem (7.497,00 € Aufpreis).

Das Spiel lässt sich bei den Assistenz- und Sicherheitssystemen fortführen: Da wäre zum Beispiel die serienmäßige 360-Grad-Kamera, die 1.023,40 € Aufpreis für das S 63 Coupé kostet. Der C 63 zeigt sich zwar mit einer ordentlichen Sicherheitsausstattung, kann aber nicht mit den Luxus-Karossen Schritt halten. Müdigkeitswarner und Collision Prevent Assist Plus sind unter anderem im Kaufpreis enthalten. Helfer wie Park-, Spurhalte- oder Totwinkelassistent können optional geordert werden.

Preis: Wer nur Sportlichkeit will, dem reicht das C 63 Coupé

Die Preisdifferenz zwischen alter C 63 Limousine (72.333,00 €) und altem C 63 Coupé (73.958,50 €) lag bei 1.625,50 Euro. Legt man diese Rechnung zu Grunde, sortiert sich das neue Mercedes-AMG C 63 Coupé bei über 77.000 Euro ein, da die neue Limousine ab 76.100,50 Euro zu haben ist. Die S-Version kostet mindestens 84.371,00 Euro, das Coupé wird auch hier wohl um rund 2.000 Euro drüber liegen.

Jetzt festhalten: Ein S 63 Coupé steht bei 170.586,50 (mit Allradantrieb), ein S 65 sogar bei 244.009,50 Euro. Die reinen Leistungsdaten rechtfertigen diese Summe nicht. Denn: Trotz mehr Leistung lässt der Luxus-Liner seinen kleineren Zweitürer-Bruder nicht stehen. Doch: Wer Luxus und ein Status-Symbol will und dazu das nötige Kleingeld hat, greift zur S-Klasse.

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