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Mercedes Benz 300 CE

Noch im Alter zeigt sich das Coupé Grazie

Mercedes Benz 300 CE Foto: Frank Herzog 4 Bilder

Es ist keine gute Zeit für angejahrte Mercedes Coupés der Baureihe 124. Im Export sind sie kaum gefragt, hiesige Autofahrer lassen sich von dem Verbrauch abschrecken. Dabei haben die Sacco-Coupé Besseres verdient.

29.05.2009 Alf Cremers Powered by

Es steht schon seit dem Spätsommer. Zwei mal wurde es reduziert. Jetzt ist wohl gerade nicht die Zeit für mondäne Dreiliter-Autos.

Seidige Laufkultur und ausgeprägte Drehfreude

Selbst an sich ökonomische 11,5 Liter Super im gemischten Betrieb geben viel Anlass zum Nachdenken. Seidige Laufkultur und ausgeprägte Drehfreude, die wahren Tugenden des stets lehrbuchhaft modernen Reihen-Sechszylinders M103, haben im TDI-Zeitalter offenbar keinen allzu hohen Stellenwert mehr. Die Schneereste wollen selbst im März nicht weichen, ein weißer eisiger Fleck klebt auf der großen Heckscheibe - erst die Mikrofadendrähte bringen ihn später während der Probefahrt langsam zum Schmelzen.

Nur 1.950 Euro für das Mercedes-Coupé im seltenen Farbton Impala-Metallic stehen auf dem akkurat ausgefüllten Preisschild. "Es ist eigentlich ein Limousinenpreis für einen 300 E", bedauert Autohändler Halil Icli. Vielleicht sind auch 1.500 Euro "für einen Schnellentschlossenen vorstellbar", deutet der sympathische Mann vorsichtig an, "denn Coupés sind im Export einfach nicht gefragt", fügt er noch hinzu.

Dieser 300 CE verdient Mitleid, er tut sich nicht nur wegen der gewöhnungsbedürftigen Farbe schwer. Der Kilometerstand von rund 238.000 liegt, obwohl bei dem gut ausgefüllten Wartungsheft kein Problem, für die Liebhaber rein kosmetisch oberhalb der Schmerzgrenze. Daimler-Freaks vermissen zudem Ledersitze oder wenigstens Velourspolsterung, Klimaanlage und vor allem Automatik.

kein Fussel-Tuning: 124er-Coupé in Reinform

Dabei lässt sich das damals neu konstruierte Fünfganggetriebe erstaunlich leichtgängig und exakt schalten, selbst nach der ordentlichen Portion Kilometer agiert es unauffällig leise. Gleiches gilt fürs Differenzial. Trotz einiger Roststellen am linken hinteren Radlauf und im Bereich der linken Seitenwand über dem Stoßfänger merkt man den Coupé seine unschuldige Seele an. Keine weißen Blinker und noch dunkle Rückleuchten, weder Tattoos noch Piercings verunstalten seinen schönen Körper.

Schöne Mercedes-Spielerei: Automatische Gurtbringer

Das Fahrwerk straff, die schwarzen Stoffsitze - zwar gar nicht sexy, aber beinahe makellos. Es hatte es wirklich gut, nach einem kurzen Start als Vorführwagen der Münchener Niederlassung durfte es immerhin zwanzig Jahre lang mit dem zweiten Besitzer zusammenleben. Bis 200.000 Kilometer sah es alle Kundendienste. Als Beweis dafür blitzt ein kleiner Aufkleber in Zartrosa auf, wenn man die Fahrertür öffnet. Der obligatorische Gurtbringer surrt nach dem Schließen diskret wie ein Butler nach vorn. Das Coupé zickt beim Kaltstart, spontanes Anspringen will erst noch gelernt sein. Doch warmgefahren macht es eitel Freude, der Mercedes-Sechszylinder spielt die Rolle des BMW-Triebwerks überzeugend. Bei Autobahntempo säuselt der Fahrtwind leise an der Seitenscheibe. Es klingt wie ein Versprechen, das noch 100.000 Kilometer hält.

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