Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes Black Series

Neuer Power-SL

Foto: Achim Hartmann 30 Bilder

Update ++ mit Video ++ Ab Januar 2009 rollt mit dem Mercedes SL 65 AMG Black Series der stärkste SL aller Zeiten an den Start. Ohne Klappdach und mit kraftvollen 670 PS verwandelt sich der Zweisitzer zum Rennwagen mit Straßenzulassung.

11.07.2008 Christian Gebhardt

Das Sondermodell Black Series unterscheidet sich deutlich von der Serienversion des SL 65 AMG. Auf den ersten Blick fällt sofort das modifizierte Karosseriekleid auf. Ausgestellte Radhäuser vermitteln auch im Straßenverkehr Motorsport-Flair und lassen den SL um 14 Zentimeter in die Breite wachsen.

Neben den großen Lufteinlässen in der Frontschürze finden sich am Heck weitere Renn-Gene. Ein Diffusor in Carbon-Optik sowie ein manuell auf Knopfdruck oder ein ab 120 km/h automatisch um zwölf Zentimeter ausfahrender Heckflügel sorgen für weitere sportliche Akzente. Bei 200 km/h steigert die aerodynamische Hilfe den Gesamtabtrieb um 50 Kilogramm. Gegenüber der Serienversion reduzierten die Entwickler den Auftriebsbeiwert um 0,1 auf -0,125. Durch die gewachsenen Maße verschlechterte sich allerdings auch der cW-Wert deutlich von 0,31 auf 0,37. Dank zahlreicher Leichtbauteile aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff (CFK) konnte im Gegenzug das Leergewicht um 250 auf 1.870 Kilogramm reduziert werden. Neben den Kotflügeln, der Motorhaube, dem Heckdeckel sowie dem Flügel wurde auch die Dachpartie aus dem leichten Werkstoff neu konstruiert. Der Wegfall des Klappdaches samt Versenkmimik spart zusätzliches Gewicht. So verfügt das Black Series-Modell über ein Festdach, dessen Dachlinie um 15 Zentimeter weiter nach hinten verläuft.

670 PS dank neuer Turbolader

Neben der Gewichtsreduzierung erhielt das Zwölfzylinder-Aggregat eine Leistungsspritze um 58 auf 670 PS. Damit das V12-Herzstück noch stärker pocht, wurden die beiden Turbolader neu konzipiert und der Spiralquerschnitt der Lader um zwölf Prozent vergrößert. Dank neu entwickelter Endschalldämpfer konnte abgasseitig außerdem der Gegendruck reduziert werden. Große Lufteinlässe in der Frontschürze sorgen für eine verbesserte Belüftung des gestärkten Triebwerks. Für eine verbesserte Ableitung der Motorwärme wurden das Lüfterrad gegenüber der Serienversion schräg positioniert und Entlüftungsschlitze in der Motorhaube integriert. "Die Themen Kühlung und Kraftstoffversorgung sind in diesem Leistungsbereich sehr schwierig", erklärt Klaus Köster, Leiter Entwicklung SL-Fahrzeuge und AMG Performance Studio Projekte. So musste der 80-Liter-Serientank im Bereich des Tankeinfüllstutzens sowie mit einer neuen Oberschale stark modifiziert werden. Anders als in den SL-Serienmodellen mit außenliegender Kraftstoffpumpe arbeitet im Black Series ein innenliegendes Pumpensystem. Aufgrund der höheren Fördermenge wurde die serienmäßige Kraftstoffpumpe durch ein neues System, das auch in der S-Klasse und im Bugatti Veyron arbeitet, ersetzt.

320 km/h und 1.000 Nm Drehmoment

Der stärkste SL glänzt mit seinem Leistungsplus nicht nur auf dem Papier. Der Sprint auf Tempo 100 soll nach 3,9 Sekunden absolviert sein und der Vortrieb erst beim 320 km/h elektronisch gezügelt werden. Für die Verzögerung ist die gleiche Bremsanlage wie in der Serienversion verantwortlich, allerdings sorgt eine aktive Anströmung für zusätzliche Belüftung. Durch elektronische Eingriffe ins Motormanagement wird auch hier das maximale Drehmoment von 1.200 auf 1.000 Newtonmeter begrenzt. "Mehr Drehmoment könnte beim Anfahrvorgang nicht auf die Straße gebracht werden, und auch wegen der Belastung des Getriebestrangs ist mehr nicht möglich", sagt AMG-Mann Köster. Daher bleibt es im Black Series-Modell bei der bekannten Fünfgang-Automatik. Anders als beim schnellschaltenden Siebengang-Sportgetriebe (100 Millisekunden) im SL 63 AMG erfolgen die Gangwechsel hier im schnellsten Schaltmodus M2 in maximal 255 Millisekunden. Für den richtigen Grip sind größer dimensionierte Reifen im Format 265/35 R19 (vorn) sowie 325/30 R 20 (hinten) auf neu gestalteten Leichtmetallrädern verantwortlich.

Agiles Handling durch Gewindefahrwerk

Neben gesteigerter Leistung und Gewichtsreduzierung soll das neu konzipierte Gewindefahrwerk für agileres Handling sorgen. So wuchs die Spurweite an der Vorderachse um 97, an der Hinterachse um 85 Millimeter. Mittels Bordwerkzeug aus dem Kofferraum kann die Zug- und Druckstufe der Stoßdämpfer, das Fahrzeugniveau sowie Spur und Sturz verändert werden. Radträger aus Aluminium statt wie bisher aus Stahl und der Entfall des elektronisch regelbaren ABC-Fahrwerks sorgen auch im Fahrwerksbereich für eine Gewichtseinsparung. Durch veränderte Anlenkpunkte soll außerdem das Lenkverhalten direkter werden.

Sportliches Interieur mit Rennschalensitzen

Im Interieur setzen neben zahlreichen Carbon-Applikationen verschiedene Neuerungen sportliche Akzente. So wurde das unten abgeflachte Sportlenkrad um 15 Millimeter verkleinert und das Kombiinstrument im schwarz-weißen Look neugestaltet. Eine im Drehzahlmesser positionierte Schaltanzeige aus vier aufblitzenden Leuchtdioden (dreimal gelb, einmal rot) macht den SL-Piloten auf die Drehzahlgrenze von 6.100/min aufmerksam. Auch die neuen CFK-Schalensitze vermitteln Rennsport-Charakter. Ohne Sidebags sind die Sitze allerdings nur in der ECE-Version und beispielsweise nicht auf dem amerikanischen Markt zugelassen, ebenso wie die Türinnenverkleidungen aus Kohlefaser.

Ab Januar 2009 zum Startpreis von über 300.000 Euro

Gerade der US-Markt ist mit über 50 Prozent das Hauptabsatzgebiet von AMG. "Wir planen mit einem Produktionsvolumen von 350 Fahrzeugen, 200 davon werden wahrscheinlich in die USA gehen", erklärt Entwicklungsleiter Köster. Ab Januar 2009 erfolgt im Daimler-Werk Bremen-Sebaldsbrück in einer separaten Fertigungslinie der Teilaufbau (ohne Kotflügel, Motorhaube, Heckdeckel) des stärksten SL, bevor im AMG-Stammwerk in Affalterbach die Endmontage vorgenommen wird. Die Laufzeit für den rund 310.000 Euro teuren SL wird zwölf Monate betragen.

SL 65 AMG Black Series
Motor6,0 Liter-V12
Leistung670 PS
Drehmoment1.000 Nm
Beschleunigung3,9 s
Vmax320 km/h
Verbrauch14,4 L/100 km

Mehr über:
Mercedes | Mercedes SL

Umfrage
Braucht Mercedes neben dem SLR noch einen zweiten Supersportler?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige