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Mercedes C-Klasse

Daimler-Mitarbeiter kämpfen um C-Klasse

Foto: dpa 53 Bilder

Die Beschäftigten des Daimler-Werks in Sindelfingen kämpfen gegen eine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Experten halten diesen Weg dagegen für unausweichlich. Wo von 2014 an die neue Generation der Mercedes C-Klasse tatsächlich vom Band rollen wird, will der Vorstand voraussichtlich an diesem Dienstag entscheiden.

30.11.2009

Mehr als zehntausend Mitarbeiter seien am Montagvormittag (30.11.) zu einer Betriebsversammlung ins größte deutsche Pkw-Werk des Konzerns gekommen, sagte eine Sprecherin des Betriebsrats. Dort wollte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm über die aktuelle Lage informieren. Er warnt seit Wochen davor, dass bei einer Verlagerung allein in Sindelfingen 3.000 Arbeitsplätze in Gefahr sind.    

Mercedes C-Klasse Limousine 4:57 Min.

C-Klasse in Sindelfingen von zentraler Bedeutung

"Die Produktion der C-Klasse ist für die Beschäftigten am Standort Sindelfingen von zentraler Bedeutung", sagte Klemm Angaben seiner Sprecherin zufolge. Der Vorstand müsse nun ein tragfähiges Konzept vorlegen, kein Mitarbeiter dürfe Angst um seinen Arbeitsplatz haben. "Dafür brauchen wir die Produktion der C-Klasse."   

Derzeit wird die meistverkaufte Daimler-Baureihe in Sindelfingen (Kreis Böblingen) sowie in Bremen, Südafrika und China produziert. Nach den Plänen des Vorstands kommt grundsätzlich infrage, einen Teil der Fertigung in das Werk Tuscaloosa in den USA zu geben.    

In Sindelfingen arbeiten mehr als 20.000 Menschen in der Produktion, 4.500 bauen die Mercedes C-Klasse. Pro Tag können in dem Werk nahe Stuttgart Angaben des Betriebsrates zufolge 1.800 Autos gebaut werden, ein Drittel davon mache die C-Klasse aus.   

Mercedes C-Klasse-Fertigung in USA möglich

Im US-Werk Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama werden bisher nur die SUV-Reihen und die Mercedes R-Klasse gefertigt. Für eine dortige Fertigung der C-Klasse würden aus Sicht des Unternehmens der niedrige Dollar-Kurs und eine Produktion näher am Markt sprechen. Daimler produziert Unternehmensangaben zufolge derzeit vier von fünf Autos in Westeuropa, verkaufe aber nur 60 Prozent auch in dieser Region.    

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält eine Verlagerung für unausweichlich. "Der US-Dollar wird auch in den nächsten Jahren auf seinem niedrigen Niveau verharren", sagte der Professor von der Universität Duisburg-Essen der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Auch wenn es schwerwiegende Folgen für die Beschäftigung hat, bin ich der Meinung, dass kein Unternehmen seine Produktion gegen ökonomische Zwänge gestalten kann."     

Daimler sei mit einem Produktionsanteil von 75 Prozent zu sehr auf das Inland konzentriert, sagte Dudenhöffer. "Es müssten aber 50 Prozent im Inland und 50 Prozent im Ausland sein." Nur so könne sich das Unternehmen dauerhaft gegen die großen Wechselkursschwankungen absichern.     

Allein eine Arbeitsstunde - die in USA derzeit mit 45 US-Dollar bezahlt wird, schlägt umgerechnet mit gerade mal 30 Euro zu Buche, sagte der Autoexperte. Eine Arbeitsstunde im Inland koste etwa 45 bis 50 Euro. Die US-Produktion würde seiner Einschätzung nach die Mercedes-Kosten derzeit um mehr als 400 Millionen Euro pro Jahr senken. Die Mercedes C-Klasse ist die meistverkaufte Baureihe von Daimler. Im vergangenen Jahr setzten die Stuttgarter 439.700 Autos dieses Modells ab, der Gesamtabsatz lag bei 1,27 Millionen Pkw.

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