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Mercedes Classic Days 2007

Salzburger Festspiele

Foto: Friedemann Bayer 17 Bilder

Zum vierten Mal gastierten die reformierten Classic Days im herrlichen Salzkammergut. Trotz Schnürlregens und winterlicher Wetterkapriolen gab sich die 180 Teams starke Mercedes-Familie entspannt.

28.12.2007 Alf Cremers Powered by

Es ist das Fest der Dreihunderter. So viele sieht man nicht mal bei Kienle. Die Zahl 300 aus den fünfziger Jahren steht weit mehr als jede andere für den Mythos Mercedes-Benz. Sie ist viel bedeutender als die 500 vor dem Krieg, ja mächtiger noch als die 600 weit danach. Dreiundsechzig dieser elitären Hochkaräter mit der verchromten heiligen Zahl auf der stets sinnlich gerundeten Kofferraumklappe stehen im Regen und im teuersten Stau der Welt.

Silberne Karawane

An einem Samstagmorgen im September. Am Ende der schmalen, von dichten Wäldern gesäumten Zufahrtsstraße zum Salzburgring, rollen sie aufgereiht wie kostbare Perlen an einer Schnur.

Manchmal mischen sich eine Pagode, ein Ponton Cabriolet oder ein 190 SL vorwitzig in den edlen Konvoi. Dreiundsechzig Dreihunderter, das bedeutet im Klartext nur zwei 300 S Coupés, fünf 300 S Cabriolets, vierzehn 300 SL Flügeltürer, einunddreißig 300 SL Roadster, zwei ungestüm- desmodromische 300 SLR. Kapitale Reihen-Achtzylinder, die auf Namen wie Uhlenhaut und Fangio hören. Neun 300 Adenauer, davon die meisten als opulentherrschaftliches Cabriolet D mit vier Türen, beschließen den Reigen der kostbarsten Sechszylinder der Welt - SSK und Anverwandte ausgenommen.

Die fast monochrom silberne Sternekarawane zeigte ganz am Ende einen profanen blaßgrünen Splitter. Selbst der ewige W 123 durfte als volkstümliches Linsengericht auch bei einer solchen Gourmet-Veranstaltung wie den Mercedes-Benz Classic Days zur Abrundung nicht fehlen.

Ein 230-Vergaser aus Finnland fand ins Salzkammergut, vielleicht hatte der Kaledoniengrüne sogar die weiteste Anreise auf eigener Diagonal-Pendelachse. Nur der 600, Großer Mercedes und aufwendigster Benz aller Zeiten, blieb beleidigt fern. Die vielen Dreihunderter hätten ihm vielleicht die Schau gestohlen, wäre diese exzentrische Diva nicht im Ballkleid des Landaulets erschienen. Die Ehre der M 100-Sippe retteten nicht etwa ein 6.3, sondern zwei 6.9. Der ikonengoldene Hubraumkönig von Ralf Weber gewann sogar den Concours d‘Elegance in der Klasse der wilden Siebziger, die selbst bei Mercedes bunt und ausgelassen sein durften.

Auf dem Salzburgring geht die Suche nach der Ideallinie los

Der Landregen konnte die flammende Leidenschaft der rund 180 Teilnehmer für das größte bewegliche Fest der Mercedes-Classic-Szene nicht löschen. Die Benzingespräche am Rande einer stets illustren und niveauvollen Abendunterhaltung, garniert mit köstlicher Gastronomie, gewannen sogar noch an Oktangehalt.

Die Mercedes-Benz Classic Days 2007 waren ein enorm abwechslungsreiches und ebenso frauenfreundliches Touristikprogramm mit sportiven Einlagen wie einem Fahrsicherheitstraining oder der forcierten Suche nach der persönlichen Ideallinie auf dem Salzburgring. Gleich am ersten Tag bot sich dazu reichlich Gelegenheit. Es galt auch ausgefuchste Gleichmäßigkeitsprüfungen zu bestehen oder die vielen Kehren des 1.288 Meter hohen Gaisbergs zu bezwingen, der alten stolzen Mutter des Bergrennsports.

Zum vierten Mal gastierte die Sternen- Entourage im Salzkammergut – behutsam, aber nachdrücklich geführt von Projektleiterin Karin Baer vom Clubmanagement. Salzburg, ganz nebenbei auch Sitz von Mercedes-Benz Austria, war wieder kulturelles Epizentrum des leidenschaftlichen Spätsommer-Bebens enthusiastischer Mercedes- Pilgerer. Geführte Touren durch die Mozart-Stadt lüfteten den Benzindunst. Zu den asketischsten Auto-Wanderern mit der Stern-Monstranz vorndran zählten Ragna und Jan Dieckmann, die mit ihrem treuen Mercedes 170 Db von Hamburg nach Salzburg dieselten. Die Classic Days sind eben keine Klassengesellschaft, selbst ein Unimog wäre herzlich willkommen.

Im Vergleich zu früher gab es unter der Leitung von Michael Bock, Geschäftsführer der Museums-GmbH, reichlich Modellpflege. Je nach Ehrgeiz und Temperament konnten die Teilnehmer zwischen Rallyeund Sporting-Event wählen. Das eher touristisch orientierte Rallye-Modul startete am Mittwoch statt am Montag und band daher weniger Zeit. Die Paul Daimler-Trophy, ein gemischter Markenpokal von Alfa Romeo bis Triumph, musste weichen.

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