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Mercedes-Design (2)

Das Mercedes-Designstudio am Comer See

Mercedes-Benz Advanced Design Studio Italien Foto: Mercedes 23 Bilder

Rund fünf Auto-Stunden entfernt vom Sindelfinger-Design-Center befindet sich das erste Mercedes-Design-Außenstudio in Como nahe Mailand. Dort wird bei Mercedes an neuen Interieur-Ideen gearbeitet.

21.11.2010 Birgit Priemer

Szenenwechsel. Statt der nüchternen Atmosphäre des Sindelfinger-Design-Studios stehen wir nun vor einer Villa namens Salazar aus dem 18. Jahrhundert, nur einen Steinwurf vom Comer See entfernt. Hier betreibt Mercedes seit 1998 ein Interieur-Designstudio, in dem neue Ideen für die Ausgestaltung des Innenraumes entwickelt werden.

Palmen vor dem Haus und hohe Decken mit kostbaren Fresken schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, die die 17 Mitarbeiter motivieren sollen, abseits hektischer Arbeitsbedingungen ganz neue Wege bei der Gestaltung eines Innenraumes zu begehen - und das ist ihnen in der Vergangenheit durchaus gelungen. Erster großer Wurf war die Materialausstattung der Mercedes CL-Generation von 1998.

Doch auch hier kann von einer stillen Inspirationsquelle nicht die Rede sein: Direkt vor dem Haus staut sich der italienische Abendverkehr und aus Sindelfingen hagelt es Aufträge: "Wir haben hier so viel zu tun, dass wir kaum dazu kommen, uns den See einmal anzuschauen", erzählt Studioleiter Michele Jauch-Paganetti, der dieses Amt seit zehn Jahren betreibt. Trotzdem ist dem Designer die Arbeit abseits der Stuttgarter Hauptzentrale wichtig: "Wir befinden uns hier nahe Mailand als Möbelmetropole und Turin als wichtigem Zentrum vieler Zulieferer."

Bei der Gestaltung neue Einflüsse entdecken

Und so ist es der Führung wichtig, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, neue Einflüsse zu entdecken: "Wir haben dafür sogar eine firmeneigene Kreditkarte eingeführt, mit der in einem gewissen Rahmen Dinge eingekauft werden dürfen, die neue Anstöße für das Studio geben können", erzählt Hartmut Sinkwitz, der als Interieur-Designchef der Marke Mercedes von Stuttgart aus die Verantwortung trägt.

Neue Wege in die Zukunft beschreiten, ohne die Vergangenheit zu vergessen - unter diesem Motto wird hier auf zwei Etagen gearbeitet. Dabei sind die wichtigsten Innenraummaterialien - Holz und Leder - seit Beginn des Automobils vor 125 Jahre gut bekannt. Aber sie müssen immer wieder neu ausgestaltet und kombiniert werden. Getan wurde diese Arbeit für den GLK, der berühmten S-Klasse-Studie Ocean Drive mit offenem Dach, dem CLK in Armani-Ausführung und den Forschungsautos F600, F700 und F800.

Reduzierung auf das Wesentliche - auch bei der künftigen A-Klasse

Weniger ist mehr, lautet in einer immer komplexer werdenden Welt auch hier die Devise, und so werden wir bei den Nachfolgemodellen von A- und B-Klasse zum Beispiel einen flachen, fest installierten Bildschirm im i-Pad-Format ebenso wiederfinden, wie große Lüftungsdüsen in Jet-Optik. Erste Zeichnungen im Design-Studio Como verschaffen bereits einen Eindruck, wohin die Reise gehen soll, wenn die nächste Generation ab Ende 2011 vom Stapel läuft. "Mittlerweile hat jeder einen freistehenden Bildschirm-Flatscreen zu Hause", erläutert Hartmut Sinkwitz. "Das inspiriert uns zu einer Art Wohnzimmer-Design auch im Innenraum eines Autos." Dabei soll das Multimedia-Design auch deshalb so einfach ausfallen, damit der Fahrer unterwegs möglichst intensiv entlastet wird.

Neue Materialien auch aus der Raumfahrt

Teppiche mit einem hohen Seidenanteil im F800 zeigen ebenso wie neue Wege beschritten können, wie Sitze mit Materialien aus der NASA-Forschung. Unter dem Motto "My first Mercedes" gibt es bereits seit zwei Jahren ein Projekt, das darstellen soll, wie eine Submarke von Mercedes ausschauen könnte. "Damals gab es noch gar kein i-Pad, aber wir hatten bereits vergleichbare Einfälle", so Sinkwitz.

Ein Treppe höher wird an Dingen experimentiert, die zwar Mercedes-Formen aufweisen, dabei aber nicht unbedingt über vier Räder verfügen: Weit vorangeschritten ist ein Helicopter-Projekt mit acht Sitzen, das eventuell 2011 auf der Moskau Motor Show gezeigt werden soll. In einem früheren Stadium befinden sich dagegen Schnellboote mit Gullwing-Effekten, die stilistisch einen unglaublich dynamischen Eindruck hinterlassen und aufzeigen, dass die Marke Mercedes nach neuen Geschäftsmodellen unabhängig vom reinen Autobau sucht. Noch ist das Projekt nicht verkauft, aber da der Marke das Wasser zur Zeit ja auch nicht bis zum Halse reicht, ist eigentlich auch keine Eile geboten.

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