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Mercedes

Die E-Klasse-Zukunft

Foto: Schulte 6 Bilder

Die weltweite Bankenkrise hat auch bei Mercedes heftige Bremsspuren hinterlassen. Umso wichtiger wird es, die Modelle für 2009 sorgfältig vorzubereiten: E-Klasse und CLK-Nachfolger müssen wieder Renner werden.

05.11.2008 Birgit Priemer

Wer schon im Januar unter Strom steht, dem ist ein spannungsreiches Jahr garantiert. Bevor Mercedes 2009 neue Serienmodelle anlaufen lässt, gibt die Marke mit dem Stern erst mal einen Ausblick auf die Zukunft: Auf der Detroit Auto Show zeigt eine stilistisch überarbeitete B-Klasse mit Elektro-Antrieb, dass es Konzernchef Dieter Zetsche Ernst ist mit dem emissionsfreien Fahren - auch wenn Mercedes 2007 mit einem CO2-Ausstoß von etwas mehr als 180 Gramm pro Kilometer davon noch weit entfernt war. Um die bis 2012 anvisierten 140 g/km zu schaffen, muss jetzt kräftig gespart werden: Alle Modelle, die 2009 neu auf den Markt kommen, sollen im Verbrauch um zehn bis 15 Prozent reduziert werden - obwohl sie durchgängig mehr Leistung erhalten.

Neuer Spardiesel kommt

Wenn der Verkauf der neuen E-Klasse im März startet, ist das wichtigste Spartriebwerk der neue Vierzylinder-Diesel OM 651, der jetzt gerade in der C-Klasse anläuft. Der aufgeladene Selbstzünder wird als 200 CDI (136 PS), 220 CDI (185 PS) und 250 CDI (204 PS) angeboten. Darüber rangiert der bekannte 320 CDI (224 PS). Um auch bei den Benzinern den Verbrauch zu senken, wird der 200 Kompressor auf die leichtere Turbotechnik umgestellt und mit dem 250 CGI ein weiterer Benzindirekteinspritzer angeboten. Der E 350 CGI, mit dieser Technik bereits im Handel, erfüllt künftig die Euro 5-Abgasnorm. Dem großflächigen Einsatz einer Start-Stopp-Automatik, wie sie BMW bereits offeriert, kann Mercedes dagegen nicht so schnell folgen. 2009 soll diese Technik in den Vierzylinder-Benzinern voraussichtlich serienmäßig zum Einsatz kommen, die Diesel folgen erst später.

Und auch die Bremsrekuperation lässt noch eine Zeit lang auf sich warten. Immerhin: 2010 gibt es mit dem E 300 Bluetec den ersten Hybrid dieser Modellreihe, der von einem Dreiliter-V6-Diesel mit 224 PS in Kombination mit einem 15 kW starken E-Motor und integriertem Startergenerator angetrieben wird.

CLK wird E-Klasse-Ableger

Was für die E-Klasse und das T-Modell (neu ab November 2009) gilt, übernimmt technisch auch der CLK-Nachfolger, der auf dem Genfer Autosalon als E-Klasse Coupé debütiert. Beide Baureihen werden künftig näher zusammengeführt und firmieren unter einem einheitlichen Namen. Der CLK - pardon, das E-Klasse Coupé und Cabrio (Premiere: IAA ) - müssen sich deshalb gehörig strecken. In der Länge wächst der Zweitürer um rund zehn Zentimeter auf 4,75 Meter, während Limousine und Kombi in ihren Dimensionen nahezu unverändert bleiben - auch ein Tribut an den strengen Sparkurs des Hauses.

Die Raumausnutzung soll trotzdem besser geworden sein. Vor allem die Fondpassagiere finden etwas mehr Beinfreiheit vor, da die komplett neu entwickelten Sitze für Fahrer und Beifahrer an ihren Rückseiten spezielle Ausformungen haben. Überhaupt soll man sich an Bord der neuen E-Klasse so sicher und wohl fühlen wie in einem Tee-Salon der Luxus-Hotellerie. Mercedes umgarnt die Kundschaft mit einer Armada von Assistenzsystemen, die den Fahrer entlasten und so dem Ziel des unfallfreien Fahrens einen ganzen Schritt näher kommen. Doch der Reihe nach: Wer Mühe hat, sich die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Verkehrsschildern zu merken, bekommt jetzt einen Hinweis im Tacho über die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Auf Unachtsamkeit beim Spurwechsel reagiert das System mit einem Flackern im Außenspiegel, und wer unbeabsichtigt aus der Spur gerät, wird akustisch gewarnt. Über die Lenkbewegungen kann die neue Elektronik auch erkennen, wie müde der Fahrer geworden ist - und blendet bei Bedarf eine kleine Kaffeetasse im Display als Zeichen für eine notwendige Pause ein.

Assistenzsysteme aus der S-Klasse

Neu für die E-Klasse ist das Nachtsichtgerät aus der S-Klasse, das hier in einer weiterentwickelten Form präsentiert wird: Mittlerweile erkennt es auch Fußgänger und hebt sie deutlich hervor. Ergänzt wird das Angebot optionaler Assistenzsysteme noch durch die Distronic plus. Wenn der Fahrer im Notfall nämlich nicht richtig reagieren sollte, bremst ihn der Abstandsregelassistent künftig bis zum Stillstand herunter - eine Technik, welche die Mercedes Car Group von der hauseigenen Lkw-Abteilung übernimmt. Für den Actros wird der vollautomatische Bremseingriff bereits angeboten. Und falls es dann doch mal knallt, soll eine neue Motorhaubenkonstruktion für mehr Reparaturfreundlichkeit und damit weniger Kosten sorgen: Bislang gab das Blech zugunsten des Fußgängerschutzes durch eine pyrotechnische Auslösung nach. Jetzt haben die Techniker ein mechanisches System entwickelt, das nicht jedes Mal komplett ersetzt werden muss.

Das Fahrwerk mit Vierlenkerachse vorne und Raumlenkerachse hinten bleibt in seinen Grundzügen erhalten, wird aber noch einmal deutlich verfeinert. Der Anspruch von Daimler-Chef Zetsche: "Wir werden beim Komfort und in der Fahrzeugsicherheit eindeutig führen. Gleichzeitig wird auch die Fahrdynamik nicht zu kurz kommen. Da sind wir bei der C-Klasse einen guten Weg gegangen, den wir bei der E-Klasse fortsetzen wollen." Auch für diese Baureihe wird es also künftig die so genannte Agility-Control mit adaptivem Dämpfungssystem geben, das sich automatisch dem jeweiligen Fahrbahnzustand anpasst und im Sportmodus mit direkterer Lenkung arbeitet.

Stilistisch orientiert sich die neue Generation am Shooting Brake, den Mercedes gerade auf dem Pariser Autosalon als Studie vorgestellt hat. In Serie geht dieses Konzept jedoch als Ableger des erfolgreichen CLS: Das viertürige Coupé wird es ab 2010 in deutlich maskulinerer Form geben und ab 2011 auch in einer Variante als Kombi-Coupé. Beide übernehmen im Bereich des Hecks und der hinteren Radläufe Designelemente der Paris-Studie. Schöne Aussichten so oder so.


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