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Mercedes E-Klasse gegen BMW 5er

Prestigeduell in Neuauflage

Mercedes E-Klasse,  BMW Fünfer Foto: Christian Schulte 43 Bilder

Ein knappes Jahr vor dem 5er kommt Anfang 2016 die neue E-Klasse auf den Markt. Zeit, um mit neuer Technik Boden gutzumachen. Denn auch der BMW bietet in seiner Neuauflage 2017 wiederum automobile Feinkost.

15.08.2015 Birgit Priemer

Die Zeichen stehen auf Sturm. Auf Veränderung. Und ein bisschen auch auf Hochmut. Ausgerechnet zur Weltpremiere des neuen BMW 7er veröffentlichte Mercedes Details zur neuen E-Klasse (Verkaufsstart Anfang 2016). Das Timing war perfekt. Denn die Marke mit dem Stern will zeigen, dass sie der Technologie des 7er bereits eine Klasse tiefer, nämlich im Segment der Business-Limousinen begegnen kann. Das ist – generell gesprochen – ein nicht ganz ungefährliches Spiel. Denn noch nie in der Vergangenheit waren sich diese zwei Segmente so nahe, technisch wie auch optisch. Wenn der neue 5er (ab Anfang 2017) im Rückspiegel des 7er auftaucht, oder die neue E-Klasse (ab Anfang 2016) in dem der S-Klasse, dann müssen Profis ran, um die stilistischen Unterschiede zu erkennen. Und das – im Falle von Mercedes – bei über 25.000 Euro Preisdifferenz in vergleichbaren Motorvarianten.

Zumal die E-Klasse der S-Klasse erst einmal einen Schritt voraus sein wird, denn den neuen Drive-Piloten gibt es dort noch nicht. Was er kann? Er hält nicht nur korrekten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, er kann ihm auch bis zu einem Tempo von 200 km/h folgen.
Das Ganze funktioniert über die weiterentwickelte Stereokamera und die neuen Radarsensoren rund ums Auto. Diese ermöglichen auch, dass der Stop-and-go-Pilot bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h selbst unter schwierigen Bedingungen aktiv sein kann. Der Geschwindigkeitspilot regelt über die Kamera entdeckte Tempolimits selbstständig ein, der aktive Bremsassistent reagiert von sieben bis 250 km/h aktiv auf fahrende Objekte, bis 70 km/h auf stehende. Das Ziel ist klar: Unfälle entweder ganz vermeiden oder ihre Schwere mindern.

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Neuheiten Mercedes E-Klasse gegen BMW Fünfer
auto motor und sport 14/2015
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BMW 5er mit Technik aus dem 7er

Der 5er, der Ende 2016 debütiert und Anfang 2017 in den Handel geht, muss bei diesen Innovationen dem 7er den Vortritt lassen. Dann übernimmt er aber alles, was für den Luxusliner in der Neuauflage gut und teuer ist – inklusive oben beschriebener Assistenzsysteme wie bei der E-Klasse. Beide Hersteller arbeiten darüber hinaus intensiv am vollautonomen Einparken – der 7er ist ja bereits das erste Serienmodell, das ohne Fahrer am Steuer in Kopfparklücken oder Garagen hinein- und wieder hinausbewegt werden kann. Ein Extra, das mit Sicherheit viele Fans finden wird.

Gut ankommen dürfte bei den Kunden auch, dass E-Klasse und 5er abspecken: beide um rund 100 Kilogramm. Entgegen vielen Spekulationen setzt BMW dabei gar nicht mal so sehr auf Carbon. Im Gegenteil: Beim 5er werden überwiegend hochfeste Stähle mit Magnesium und Aluminium kombiniert. Der kohlefaserverstärkte Kunststoff, der im i3 und i8 zum Einsatz kommt und auch dem 7er geholfen hat, überflüssige Pfunde zu verlieren, bleibt beim 5er also weitgehend außen vor.

Mercedes E-Klasse mit neuen Reihensechszylindern

Mercedes ist vom Einsatz eines Dreizylinders in seinen Standardbaureihen weit entfernt, BMW bringt ihn zumindest im 5er ebenfalls nicht zum Einsatz – obwohl er gerade in den 3er eingezogen ist. Den Antrieb übernimmt vielmehr der neue 540i mit Dreiliter-Sechszylinder (326 PS), darunter rangieren die Vierzylinder 520i (184 PS) und 530i (252 PS). Die Palette der Diesel reicht von 150 bis 313 PS, Spitzenmodell ist der 550i als V8 mit 450 PS.

Wie BMW treibt auch Mercedes die technologische Vereinheitlichung des Motorenbaukastens voran. Vier- und Sechszylinder basieren künftig auf einem gemeinsamen Baukasten, sind also alle in Reihe angeordnet. Basistriebwerk dürfte der 1,6 Liter im E 200 mit aktuell 156 PS sein – als Sparversion mit weniger als 99 g/km CO2-Ausstoß. Als Vierzylinder-Diesel debütiert ein Nachfolger für den von Pleiten, Pech und Pannen überzogenen OM651, die doppelt aufgeladenen Reihensechszylinder als Diesel und Benziner sollen bis zu 430 PS stark werden. Das Sahnehäubchen wird natürlich auch hier ein V8 in Form des E 63 AMG mit rund 600 PS sein. Klar gibt es beide Modelle auch als sparsame Plug-in-Hybride, weil wichtige Märkte wie China danach verlangen – und zwar mit 50 Kilometern rein elektrischer Reichweite, nur dann gibt es eine entsprechende staatliche Förderung.

Induktives Laden für den 5er Plug-in-Hybrid

Was den 5er endlich mal vom 7er unterscheidet, ist die Tatsache, dass hier dann induktiv, also kabellos, geladen werden kann. Und noch ein wichtiger Unterschied zur E-Klasse: Der BMW kann über Gestensteuerung bedient werden. Das Wischen bzw. Winken ist für viele noch gewöhnungsbedürftig – auch für Mercedes-Techniker, die darauf bislang nicht vertrauen. Beim 5er lassen sich dagegen durch Handbewegungen im Bereich der Mittelkonsole häufig genutzte Funktionen des Infotainment-Systems steuern – dazu zählen Lautstärke sowie An- oder Ablehnen von Telefonanrufen.

Wichtig zu wissen: Die Marke steht mit dieser Technik nicht alleine da. Auch VW bereitet für den nächsten Golf die Bedienung der Klimaanlage oder des Schiebedachs über Gesten vor. Gewöhnen wir uns also an den Gedanken, dass Fahrer nicht immer Menschen zuwinken, wenn sie im Auto die Hand erheben. Welchen also nehmen? Keine einfache Frage. Die E-Klasse holt besonders in Sachen Bedienung auf. Aber 2017 legt der 5er nach. Und dass es dann ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt, steht jetzt schon fest.

Mercedes E-Klasse und BMW 5er: Weiterhin ein enges Duell

Die E-Klasse hat den unschätzbaren Vorteil, dass sie ein Jahr vor dem 5er in den Verkauf geht. In dieser Zeit kann sie punkten. Defizite im Motorenprogramm räumt sie aus. Sobald der BMW in neuer Form debütiert, wird es aus technischer Sicht ganz eng zwischen den beiden. Beim Raumangebot dürfte der Mercedes vorn liegen, bei der Bedienung BMW. Und beide müssen als Hightech-Limousinen mit innovativen Assistenzsystemen nicht mal die Modelle der Klasse über sich fürchten.

Beim Thema Infotainment will Mercedes den Rückstand auf BMW verringern. Daher bekommt die E-Klasse einen deutlich vergrößerten Monitor plus neu gestaltete Bedienmenüs für Touchpad und Dreh-Drück-Regler. Zudem werden weitere vernetzte Funktionen angeboten: Wird das Fahrzeug beispielsweise abgeschleppt, erhält sein Fahrer eine E-Mail mit dem neuen Standort. Falls die E-Klasse von einem anderen Auto beim Parken angerempelt wird, zeichnen die rundum verbauten Kameras der Einparkhilfe Bilder auf, um den Verursacher zu identifizieren. Die im Comand Online integrierten Internet-Dienste werden um Smartphone-Apps ergänzt, die mittels Apple Carplay und Android Auto eingeblendet werden. BMW verzichtet hingegen nach wie vor auf die beiden Smartphone-Schnittstellen, um selbst Herr der gewonnenen Daten zu bleiben. Die externen Helfer dürften im 5er auch kaum vermisst werden, da BMW inzwischen Dutzende Online-Funktionen integriert hat. Der neue 5er erhält darüber hinaus einen Großteil der Technik aus dem 7er: das fahrerlose Einparken in enge Lücken (per Schlüsselfernbedienung), den Tempomaten, der automatisch Geschwindigkeitsbeschränkungen übernimmt, und die neuen Bedienhilfen wie den Touchscreen und die Gestensteuerung.

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