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Mercedes Concept IAA

Aerodynamik-Transformer mit E-Klasse-Cockpit

Mercedes IAA Teaser Foto: Thomas Gerhardt 23 Bilder

Intelligent Aerodynamic Automobil, oder kurz IAA heißt die Studie von Mercedes, die auf der IAA debütiert. Sie schafft mit aktiver Aerodynamik 0,19 beim cW-Wert, die Armaturentafel ist ganz nah an der kommenden E-Klasse. Wir saßen drin.

14.09.2015 Uli Baumann, Gerd Stegmaier

Erster Eindruck: Das Mercedes Concept IAA ist ein viertüriges Coupé à la CLS - aber mit beeindruckenden Proportionen und versteckten Tricks. Das Concept IAA ist 5.040 Millimeter lang, 1.995 mm breit aber nur 1.305 mm hoch. Der Radstand beträgt 2.975 mm. Wirkt die Shark-Nose mit einem kombinierten Leuchten-Kühler-Frontmaske über fast die ganze Breite, unterbrochen nur von einem mächtigen Mercedes-Stern schon respekteinflößend, stehlen die sich transformer-artig verändernden Karosserieteile jedem anderen Concept Car die Show.

Mercedes Concept IAAFoto: Mercedes
Das Dach des Concept IAA ist komplett verglast.
IAA 2015, Mercedes Concept IAA
Sitzprobe in der Mercedes IAA Concept Studie 1:03 Min.

Mercedes Concept IAA transformiert seine Karosse

Ab 80 km/h oder im Stand zu Demonstrationszwecken auch per Knopfdruck fahren Flaps an der Front aus, die Schürze unterm Stern ein, und über den Heckleuchten und seitlich davon fahren Leitbleche aus, die das Concept IAA um satte 39 Zentimeter länger machen. Die LEDs der hinteren Lichter schalten auf mehrzeilig und glimmen dank einer speziellen Bearbeitung ihrer Leuchtkörper verheißungsvoll wie der Nachbrenner eines Kampfjets. Spätestens wenn die aktiven Felgen auch noch ihre Schüsselung von 55 mm auf null verändern, ist der Bezug zum Hollywoodstreifen "Transformers" nicht mehr von der Hand zu weisen. Der Clou: Die Felgen arbeiten nur beim Showcar elektrisch, sind aber so konstruiert, dass sie dank Fliehkraft bei 80 km/h auch ohne Antrieb eine glatte Fläche bilden. Effekt der scheinbaren Spielereien: Der cW-Wert verbessert sich von 0,25 auf 0,19. Was das bringt? Im Designmodus kommt das Concept IAA rein elektrisch angetrieben 62 km weit, im Aerodynamik-Kleid sind es immerhin 66 km.

Angetrieben wird die Studie nämlich von einem benzin-elektrischen Plug-in-Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 279 PS, die den Viertürer auf abgeregelte 250 km/h treiben könnte.

Mercedes Concept IAAFoto: Mercedes
Die Cockpitgestaltung wird sich in ähnlicher Form in der neuen Mercedes E-Klasse wiederfinden.

Mercedes Concept IAA optimiert Aerodynamik und Design

Aufmerksame Leser mögen sich jetzt fragen: Ausgangs-cW-Wert 0,25 - warum nimmt man nicht gleich den CLA, der kommt bestenfalls schon als Serienauto auf 0,22. Mit dem Schnick-Schnack des Showcars sollte der dann doch noch besser sein, oder? "Ja, das wäre er wohl," so Aerodynamiker Martin Konermann. Aber das Concept IAA hat ganz andere Dimensionen, 22-Zoll-Räder, ist hinten breiter als vorn … Wir haben das Raumkonzept eines unserer aktuellen Serienautos genommen und bei der Form eben nicht nur auf die Windschlüpfigkeit geachtet, sondern vor allem aufs Design - und sind dennoch bei der Aerodynamik herrausragend. Klar gab es schon vorher Autos, die ähnlich windschlüpfig oder sogar leicht besser sind, aber eben enorme Abstriche bei Alltagstauglichkeit oder Optik verlangen".

Vielleicht haben deshalb Teile des Konzepts nicht die schlechtesten Serienchancen – weil sich so enorme Verbesserungen bei der Aerodynamik erzielen lassen, ohne dass neue Autos wie "Fieberzäpfchen" aussehen müssen, wie es Kamermann formuliert.

Mercedes Concept IAA mit E-Klasse-Cockpit

In der Tat gelingt beispielsweise der Einstieg in das Showcar sehr manierlich. Und trotz einer Körpergröße von 1,84 Metern könnte ich wohl auch hinter mir gut Platz finde. Zugegeben: "Für Sitzriesen ist das hinten nix, dazu fällt das Dach zu sehr ab," so Konermann. Aber wir reden ja schließlich von einem Coupé mit sehr sportlicher Optik.

Lenkrad und Digital-Instrumente vor mir sehen zwar sehr futuristisch aus, sollen sich aber bis zu Ihrem Serieneinsatz in der E-Klasse gar nicht mehr stark verändern. Selbst das sich nahtlos anschließende Riesen-Display über der Mittelkonsole und die großzügigen Touchsreen-Bedienelemente für die Klimaanlage darauf sollen äußerst seriennah sein.

Klar, die riesige Bildschirmlandschaft über dem Lenkrad kennt man schon von der S-Klasse; aber im Concept IAA wirkt alles mehr wie aus einem Guss und die Vision aus dem F015, wo nahezu alle Oberflächen irgendwie Bildschirme sind, wird hier gut vorstellbar. Ob die Tochbereiche am Lenkrad zur Steuerung der 12,3-Zoll großen Displays davor ebenfalls seriennah sind, ließ sich nicht eindeutig herausfinden.

Ein paar Spielereien für die Galerie

Gar nicht seriennah - gottseidank - sind die (acht) Luftausströmer aus Swarovski-Kristallen, die von LEDs beleuchtet mutig lila funkeln. Auch der Rest des Interieurs setzt auf Ambientebeleuchtung durch LEDs. Das fällt aber dank des großzügig verglasten Daches weniger auf.

Eher schon die auffallend bequemen Sitze, die mit Ihren Schalen aus gebürstetem Alu schick aber gar nicht so komfortabel aussehen, zumal der Lederbezug auf kein sonderlich dickes Polster schließen lässt. Genauso angenehm gebettet wie das Gesäß der Passagiere werden die Füße: Der Boden des Concept IAA ist beledert. Das dürfte dann aber definitiv nichts für die Serie sein. Man stelle sich ein E-Klasse-Taxi mit beledertem Fußboden vor!

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