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Mercedes E-Klasse

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Foto: Schulte-Nextline 9 Bilder

Mit dem Nachfolger der E-Klasse will Mercedes ab 2009 eine neue Dimension erschließen: Die Limousine der Oberklasse soll nicht nur im Format wachsen, sondern in jeder Hinsicht an Größe gewinnen. Schließlich steht auch bei der nächsten S-Klasse-Generation ein Schritt nach oben bevor.

18.12.2007

Der Blick in die Glaskugel offenbart Daimler-Chef Dieter Zetsche derzeit wenig Neues. "Ein klarer Trend wie zuletzt hin zu den Crossover-Modellen zeichnet sich für mich im Moment nicht ab", bekannte er am Rande der Tokyo Motor Show. Die Zukunft liegt also weiterhin im Kerngeschäft der Marke, die sich nach der Abspaltung von Chrysler mit ganzer Kraft aufs Premiumsegment konzentriert.

Warum? Weil in Wachstumsmärkten wie China vor allem die Luxusvarianten des Hauses boomen: Der S 600 in Langversion erfreut sich dort so hoher Nachfrage, dass es Überlegungen gibt, den Nachfolger der S-Klasse künftig nur noch im XL-Format anzubieten.

E-Klasse schwebt in höheren Sphären

Damit wäre der Abstand zur neuen E-Klasse wieder gewahrt, die mit dem Modellwechsel 2009 um rund sieben Zentimeter auf 4,92 Meter wächst. Das freut zunächst einmal die Rücksitzpassagiere, denn bislang fällt die Kniefreiheit im Fond etwas knapp aus.

Doch damit ist nun Schluss, zumal es noch eine zweite Variante der Limousine geben wird: Geplant ist eine Langversion für den asiatischen Markt analog zu VW Passat und Audi A6. Gebaut werden soll dieses um 20 Zentimeter gestreckte Modell in China.

Wenn die E-Klasse künftig in höheren Sphären schwebt, dann auf dem Polster eines Rundum-sorglos-Pakets. Die Sicherheitsausstattung wird deshalb mit dem Modellwechsel erheblich erweitert und um modernste Assistenzsysteme ergänzt. Ein Spurhalte-Assistent warnt den Fahrer über Vibrationen im Lenkrad, wenn er von der Straße abkommt. Reagiert er nicht, bremst das ESP gezielt einzelne Räder ab, um das Auto wieder auf Kurs zu bringen.

Zudem erfolgt mittels Radarsensoren eine Überwachung des toten Winkels. Wird ein anderer Verkehrsteilnehmer registriert, blinkt ein rotes Dreieck im Außenspiegel auf, falls der Fahrer dennoch den Blinker setzt und versucht, die Spur zu wechseln. Außerdem kommen das Nachtsichtgerät aus der S-Klasse einschließlich Verkehrszeichenerkennung sowie ein neues Rückhaltesystem, das die Passagiere im Crashfall vor zu hohen Gurtkräften schützen soll.

Hybridmodell in Kombination mit einem Diesel

Reinsetzen und wohlfühlen - dazu soll nicht nur ein besonders edler Innenraum beitragen, sondern auch ein umfangreiches Multimedia-Angebot. Das Soundsystem im Dolby-Digital-Format 5.1 aus der S-Klasse stammt von Zulieferer Harman Becker. Anders bei der Navigation: Hier setzt Mercedes wie in der C-Klasse aus Kostengründen auf den Zulieferer Mitsubishi Electronics. Auch die Sprachsteuerung kommt vom kleineren Benz, wird aber für die E-Klasse nochmals verfeinert. Das Bedienkonzept mit Dreh/Drücksteller ist eine Mischung aus C- und S-Komponenten, wobei der Bildschirm in der Mittelkonsole fest integriert ist und nicht wie bei der C-Klasse erst auf Knopfdruck ausfährt.

Hinter der schönen neuen Multimedia-Welt treten die Elemente Fahrwerk und Motor fast zurück. Dennoch erschließt Mercedes auch hier eine neue Dimension: Die E-Klasse gibt es ab 2010 erstmals als Hybridmodell - und zwar in Kombination mit einem Diesel. Der E 300 Bluetec-Hybrid wird von einem Dreiliter-V6 mit 224 PS angetrieben, der über 560 Newtonmeter, einen 15 kW starken E-Motor und einen integrierten Startergenerator verfügt.

Dieser so genannte Parallelhybrid unterscheidet sich von dem aufwendigeren Two-Mode-System mit zwei E-Motoren, das Mercedes für seine SUV-Modelle in Kooperation mit GM und BMW entwickelt. Vorteil für die E-Klasse: Das System ist leichter und nicht so teuer, der Verbrauch soll in Kombination mit der Siebengang-Automatik bei 5,1 Liter pro 100 Kilometer liegen, was einem CO2-Ausstoß von 134 g/km entspricht

Damit aber noch nicht genug der grünen Welle: Nach dem E 350 CGI werden ab 2010 auch die Vierzylinder-Benziner auf Direkteinspritzung umgestellt. 2011 folgt die nächste Sechszylinder-Generation mit Schichtaufladung, die ab 2012 dann auch die Achtzylinder-Motoren bekommen.

An der Basis - und damit besonders fürs Taxigeschäft wichtig - zieht ein neuer Vierzylinder-Diesel ein. Dieser Selbstzünder verfügt über 2,2 Liter Hubraum, 204 PS Leistung und hat eine neue Piezo-Einspritzung, die mit Drücken bis zu 2.000 bar arbeitet.

Trend zur aufwendigen Illuminierung

Doch bei allen Versuchen, die E-Klasse ein Stück höher zu positionieren, bleibt sie ein Verwandter der C-Klasse, vor allem im Bereich der Achsen. Ein aktives ABS-Fahrwerk zur Reduzierung von Karosseriebewegungen wie in der S-Klasse wird es hier auch künftig nicht geben, wohl aber eine verfeinerte Version des adaptiven Dämpfungssystems aus der C-Klasse.

Gemeinsamkeiten, die mit ganz unterschiedlichen Hüllen verdeckt werden: Die E-Klasse streift ihre rundliche Linien mit dem Modellwechsel ab und wirkt kantiger denn je. Die vier Scheinwerfer werden eckiger gestaltet und durch einen schmalen Steg geteilt, die Rückleuchten mit LED-Technik ziehen sich weit in die Seitenteile hinein. Der neue Look wird auch bei Nacht gut zu erkennen sein: Nach Audi folgt Mercedes dem Trend zur aufwendigen Illuminierung, um sich im Dunkeln auffälliger in Szene zu setzen.

Eine ganz neue Strahlkraft soll ab 2012 der Nachfolger der S-Klasse entwickeln. Das Sternen-Flaggschiff wird in so vielen Karosserievarianten erhältlich sein wie nie zuvor. Während heute nur Limousinen mit normalem und langem Radstand sowie das CL Coupé angeboten werden, sind für den Nachfolger weitere Varianten angedacht. Dazu zählen ein viertüriges Luxus-Cabrio sowie eine ultralange Pullman-Version der S-Klasse, die über sechs Meter misst und vornehmlich auf die Märkte Asien und Mittlerer Osten zielt.

Die Schwaben rechnen vorsichtig

Die neue, lange S-Klasse wird auch als Basis für den Maybach-Nachfolger genutzt, während das aktuelle Modell noch auf dem W140 (1991 bis 1998) basiert. Das große Cabrio, das vielleicht sogar einen eigenen Namen bekommt, wird sich optisch an die Studie Ocean Drive anlehnen und ist eine Reaktion auf den Erfolg der VW-Luxusmarke Bentley. Preislich soll die offene Variante zwischen CL und Bentley Continental GTC positioniert werden. Beim Absatz rechnen die Schwaben vorsichtig mit rund 3.000 Verkäufen pro Jahr.

Endgültige Entscheidungen sind noch nicht gefallen. Zur Diskussion steht auf jeden Fall die Kurzversion der S-Klasse, die mit dem Modellwechsel auslaufen könnte. Alternativ soll sie auch optisch als besonders sportliche, fahrdynamische und gleichzeitig preisgünstigere Variante positioniert werden, quasi als großer CLS. Vielleicht hilft ja doch der Blick in die Glaskugel, um die Zukunft vorauszusehen.

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