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Mercedes F 015 - Luxury in Motion im Detail

Die Zukunft der Luxuslimousine

Mercedes F 015, Impression, San Francisco Foto: Mercedes 8 Bilder

Von einer Brennstoffzelle angetrieben soll er sich vollautonom durch den Verkehr bewegen: Mit dem F 015 "Luxury in Motion" gibt Mercedes einen Ausblick auf Luxuslimousinen des Jahres 2030. Einige Fragen bleiben noch offen.

03.06.2015 Dirk Gulde

Dieses Auto macht alles anders, deshalb schauen wir am besten erst mal, welche Elemente überhaupt noch vorhanden sind: vier Räder? Eindeutig ja! Motor? Im weitesten Sinne. Lenkrad? Hm, jetzt wird es schwierig. Der Mercedes F 015 gibt nämlich einen Ausblick, wie wir im Jahr 2030 fahren – besser gesagt, gefahren werden, denn nach Meinung von Mercedes bewegt sich das Auto bis dahin autonom. Das Lenkrad bleibt für den Notfall reserviert und schmiegt sich ans Armaturenbrett, um keinen Platz zu vergeuden.

Mercedes F 015 mit Brennstoffzelle

Auch beim Antrieb hatte es Mercedes nicht kleiner, eine Brennstoffzelle musste es schon sein. Den Strom für seine 200 kW starken Elektromotoren soll das Zukunfts- Mobil selbst erzeugen, indem es den im Sandwichboden gelagerten Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff aus der Luft in elektrische Energie umwandelt. Soll, denn eine Brennstoffzelle ist im Demo-Auto ebenso wenig vorhanden wie die zum autonomen Fahren notwendige Sensorik. Bei unserer Testfahrt auf einem ehemaligen Flughafen in San Francisco rollt der F 015 vielmehr blind mit maximal 45 km/h auf einer vorher einprogrammierten Route, während der E-Motor seinen Saft aus einer Batterie bezieht.

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Autonomes Fahren Mercedes F 015
auto motor und sport 08/2015
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Das Concept-Car ist ein rollendes Versprechen

Dass sie beim autonomen Fahren und der Brennstoffzelle schon weiter sind, haben die Mercedes-Entwickler längst mit anderen Versuchsträgern bewiesen. Dennoch weckt der Mercedes F 015 Erwartungen, die sich in 15 Jahren kaum erfüllen lassen. Das Concept-Car ist gewissermaßen ein rollendes Versprechen, schließlich strotzt der 5,22 Meter lange Viertürer, der mehr Radstand bietet als eine Maybach S-Klasse, nur so vor Kreativität: Falls wir in Zukunft tatsächlich einmal vollautonom reisen, kann sich der Fahrer anderen Dingen widmen – etwa der Kommunikation mit seinen Mitreisenden, weshalb sich die Vordersessel um 180 Grad drehen lassen.

Sollten die Gesprächsthemen ausgehen, bieten riesige Ultra-HD-Touchscreens mit Näherungssensorik in den Türen Zerstreuung. Neben dem Zugriff auf Musik-Verzeichnisse oder Telefon-Adressbücher haben Passagiere die Möglichkeit, Naturlandschaften abzuspielen. So lässt sich die drögste Fahrt durchs Industriegebiet in eine spannende Reise über die schönsten Strecken der Welt verwandeln. Oder man schaut, wo sich die Freunde gerade so rumtreiben, indem man die Bilder ihrer Auto-Kameras ins eigene Fahrzeug übertragen lässt.

Mercedes F 015 kommuniziert mit seiner Umwelt

Welche Gedanken sich Mercedes zum automatisierten Fahren macht, zeigt die Art, wie der F 015 mit der Umwelt kommuniziert: Da niemand mehr Fußgängern Handzeichen gibt, übernimmt dies das Auto. So signalisieren LED-Bänder im Kühlergrill, dass der Wagen anhält, während ein Lasersystem Botschaften in unterschiedlichen Farben auf den Asphalt projiziert – einen Zebrastreifen in Grün als Angebot, die Fahrbahn zu überqueren, oder ein Stoppschild in Rot, um Kinder vor Autos zu warnen, die sich mit hohem Tempo von hinten nähern. Alles sehr überzeugend, jetzt muss das autonome Fahren nur noch kommen.

Ob und wann wir einmal in jeder Situation automatisch fahren, kann derzeit niemand abschätzen. Wohl aber, wie die nächsten Schritte zu diesem Ziel sind: Nachdem uns Assistenzsysteme bereits seit Jahren unterstützen, gibt es erste teilautonome Systeme wie den Stauassistenten, der Gas und Lenkung im Stop-and-go-Verkehr übernimmt. Der Fahrer muss jedoch die Hände am Lenkrad lassen, um jederzeit eingreifen zu können. Der nächste Schritt wird der Autobahnpilot sein, der Tempo und Spurführung bis ca. 130 km/h übernimmt und den Fahrer für einige Sekunden von der Überwachungsaufgabe entbindet. Passiert etwas Unvorhergesehenes, ertönt ein Warnsignal, und der Mensch übernimmt.

Schritt für Schritt: der Zeitplan zum autonomen Fahren

Solche Systeme sind für 2018 angekündigt. Vollautomatisiertes Fahren heißt, dass der Mensch nicht mehr als Rückfallebene vorgesehen ist. Mit vollautonomem Fahren ist frühestens ab 2025 auf Autobahnen zu rechnen, da dort alle Autos in eine Richtung fahren, eine Mittelleitplanke schützt und keine Fußgänger auftauchen. Parallel zur Autobahn wird sich der Automatisierungsgrad in bestimmten, leichter beherrschbaren Situationen (Parkhaus, Betriebsgelände für Lkw etc.) erhöhen. Auch für den Stadtverkehr existieren entsprechende Pläne, bei denen Fußgänger und Autos anfangs jedoch getrennte Verkehrsflächen nutzen. Hier dürften die rasch wachsenden Megacitys Asiens eine Vorreiterrolle spielen, da sie mehr städtebaulichen Spielraum bieten als europäische Städte.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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