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Mercedes F 500 Mind

Forscher Geist

Foto: Daimler-Chrysler 10 Bilder

Die Mercedes-Technik- und Designstudie F 500 Mind soll als einer der großen Stars der Tokio Motor Show glänzen. Sie ist vollgepackt mit Zukunftsideen und gibt schon einen Vorgeschmack auf die S-Klasse von morgen.

15.10.2003

Auch wenn die vom japanischen Mercedes-Design-Center gezeichnete Schrägheck-Llimousine mit ihrem wuchtigen Heck und den mehrstöckigen Lichtern sehr extravagant wirkt, liegen die wahren Highlights im Innern. Auf dem gleichen Radstand wie eine aktuelle S-Klasse basierend, bietet das rollende Forschungsauto (der Beifahrersitz ist komplett als Computer-Arbeitsplatz ausgelegt) einen um eine Klasse größeren Innenraum.

Verantwortlich dafür sind zwei revolutionäre Neuerungen: Zum einen fehlt jegliche freistehenden Pedalerie im Fahrer-Fußraum, und zum anderen ersetzt ein massiver Karbonfasersteg direkt zwischen den beiden Vordersitzen nicht nur die B-Säule, sondern sorgt auch für eine deutlich schmalere A-Säule. Das Dach - das übrigens neun Zentimeter höher liegt als das einer S-Klasse - kann so mit ausladendenden Glaselementen (eine Y-förmige Verstrebung unterteilt den Aufbau) ausgestattet werden. Die Wirkung ist frappierend: Der Innenraum wirkt durch die Höhe und die kräftige Lichtdurchflutung hell wie ein Wintergarten.

Die Pedale werden durch drucksensitive Flächen ersetzt, die mit acht Sensoren nicht nur die Geschwindigkeit nach Tritthärte variieren, sondern auf sohlenseitigen Doppelklick auch sofort in den Tempomatmodus überwechseln. Zwölf Zentimeter gewinnt der Fußraum durch diese Maßnahme hinzu, ohne dass der Radstand auch nur einen Millimeter wachsen muss. Ganz nebenbei sollen damit schwere Fussverletzungen durch Pedaleinwirkung vermieden werden.

Fahren am Draht

Möglich macht das Ganze die by-wire-Steuerung. Nicht nur die Gas-, sondern auch die Bremssignale werden via Kabel übertragen. Aus Sicherheitsgründen sind jedoch so wichtige Module wie die des SBC-Systems doppelt ausgegelegt. Auch das im Stil eines Flugzeug-Steuers gehaltene Lenkrad sendet seine Steuerungsbefehle allein auf dem Kabelweg zu den Rädern.

Doch das ist schon fast alltäglich im Gegensatz zu dem, was sich vor dem Volant tut: Der Instrumententräger des F 500 wirkt nur so, als wäre er mit traditionellen Rundinstrumenten bestückt. Spätestens wenn der Drehzahlmesser in der Dunkelheit plötzlich dem Display für ein Nachtsichtgerät Platz macht, wird klar, dass an diesem Forschungsfahrzeug nichts ist wie bei einem normalen Auto. Das sogenannte Multivision-Display basiert auf TFT-Monitoren, bei denen durch Ineinanderspiegelung ein 3-D-Effekt erzielt wird. Der Fahrer kann die jeweiligen Anzeigemodi auch per Knopfdruck konfigurieren.

Nähert sich die Hand der Sitzverstellung in der Tür oder der Klimaautomatik in der Mittelkonsole, erkennen spezielle Sensoren diese Bewegung, und der mittlere Monitor wechselt automatisch in den passenden Anzeigemodus.

Die Anordnung und Auswahl der Bedienelemente sowie ihre Korrespondez mit der Bildschirmanzeige weisen im F500 eindeutig darauf hin, wohin bei Mercedes die Bedienzukunft wahrscheinlich schon im S-Klasse-Nachfolger geht: weniger Tasten, ein Touchpad und angepasste Menüstrukturen.

Intelligente Türen und Durchblick bei Nacht

Auch die optische Technik kommt im F 500 nicht zu kurz: Ein Videoprojektor im Fond, Hochleistungsdioden für das Tagfahrlicht und ein Nachtsichtsystem mit Infrarot-Laser für bis zu 150 Meter Reichweite gehören zum Repertoire.

Das Night-Vision-System dehnt das Sichtfeld bei Dunkelheit um fast das Vierfache aus. Möglich machen das zwei Laser in den Vorderlichtern und eine Hochleistungskamera, die genau auf die kurzen Lichtblitze des für das menschliche Auge unsichtbaren Infrarot-Lasers synchronisiert ist. Für den Fahrer wird daraus eine Schwarzweiß-Darstellung der Straßensituation gebildet und in den Instrumententräger eingeblendet.

Doch der F500 ist keine reine Elektronikstudie. Auf dem Gebiet der Mechanik hat das millionenteure Forschungsobjekt ebenfalls zwei Highlights zu bieten - auch wenn diese maßgeblich von Elektronik und Elektrik unterstützt werden.

So öffnen die linken Türen sowohl gleich-, wie gegenläufig. Nach dem Öffnen der vorderen Tür lässt sich die verkürzte B-Säule entriegeln. Die Elektronik erkennt, in welche Richtung die hintere Tür geöffnet werden soll und verschiebt entsprechend die Haltebolzen.

Antriebsseitig setzt der F500 auf den bekannten Vierliter-V8-Dieselmotor mit 250 PS, ergänzt um einen 50 kW beziehungsweise 75 PS starken Elektromotor. In Kombination ergibt das den derzeit leistungsstärksten Hybridantrieb für heckgetriebene Autos. Bis zu 20 Prozent Verbrauchsersparnis sollen mit diesem von einer 300-Volt-Lithium-Ionen-Batterie gespeisten System durch Einsatzoptimierung und Energierückgewinnung möglich sein.

Angesichts der High-Tech-Flut im F500 bleibt nur zu hoffen, dass Mercedes bis dahin die Zuverlässigkeit von Elektronikkomponenten in den Griff bekommt.

Hier geht es zum Tokio Motor Show-Special

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