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Mercedes F 800 - Impressionen

So fährt sich die Hybrid-Studie

Foto: Mercedes 26 Bilder

Der Mercedes F 800 feierte seine Premiere auf dem Genfer Automobilsalon. auto motor und sport konnte jetzt exklusiv erste Fahreindrücke des Concept Cars mit Plug-In-Hybrid sammeln.

19.02.2011

Zukunftsängste? Bangemachen, weil die Hybrid- und Elektroautos der Zukunft doch so vermeintlich emotionslos daher kommen? Von wegen. Bereits die erste Kontaktaufnahme mit dem Mercedes F 800 Style wärmt an diesem kalten Herbsttag die Seele. Angriffslustig nehmen die beiden LED-Scheinwerfer des Konzeptfahrzeugs den neugierigen Journalisten aufs Korn. Dazwischen grüßt ein alter Bekannter: Der steil stehende Kühlergrill ist dem Mercedes SLS AMG wie aus dem Gesicht geschnitten. Für zusätzliche Dynamik sorgen die beiden Sickern auf der Motorhaube, die sich nach vorne verjüngen. Langeweile sieht in der Tat anders aus.

Mercedes F 800 3:17 Min.

Durchschnittsverbrauch von 2,9 Litern auf 100 Kilometern

Unter dem Blech verbirgt sich indes der Antrieb der Zukunft. Im Mercedes F 800, den uns die Schwaben exklusiv für eine ausgiebige Mitfahrt zur Verfügung stellten, kommt ein Plug-In-Hybrid zum Einsatz. Dank der Kombination aus dem 300 PS starken V6-Benziner der neuen Move-Generation und einem 80 kW-Elektromotor sollen im Schnitt nur 2,9 Liter pro 100 Kilometer durch die Brennräume des Sechszylinders fließen (CO2: 68 g/km).

Das Besondere: Anders als bei vielen anderen Hybrid-Fahrzeugen schaltet sich der Verbrennungsmotor des Mercedes F 800 erst hinzu, wenn der Fahrer das Gaspedal zu mehr als 90 Prozent durchtritt. Damit sind auch hurtig vorgetragene Überholvorgänge etwa auf der Landstraße im rein elektrischen Betrieb möglich.

Perfektes Zusammenspiel zwischen Benzin- und Elektroantrieb

Wie gut dieses Zusammenspiel von Elektro- und Benzinmotor funktioniert, davon konnten wir uns am Steuer eines Mercedes S-Klasse-Testträgers selbst ein Bild machen. Denn um die Herzfrequenz der Mercedes-Ingenieure nicht unnötig in die Höhe schießen zu lassen, nahmen wir im mehrere Millionen Euro teuren F 800 vornehm auf dem Beifahrersitz Platz.

Im antriebstechnisch identischen Mercedes S-Klasse-Testträger konnten wir selbst die Regie über insgesamt 409 PS übernehmen. Gänzlich ruckfrei bietet der V6 bei Bedarf seine Unterstützung an und schaltet sich ebenso unmerklich wieder aus, sobald seine zusätzliche Potenz nicht mehr gefragt ist. Dabei geht es zügig vorwärts. Laut Mercedes soll der Plug-In-Hybrid-Antrieb den F 800 in nur 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffern die Schwaben auf 250 km/h.

Auch ohne die Unterstützung des V6 kommt die Limousine flott auf Tempo. Dabei dringen lediglich die Abrollgeräusche der Leichtlaufreifen und bei höheren Geschwindigkeiten dezente Windgeräusch an die Ohrmuscheln - ein sehr angenehmes Fahrgefühl. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das relativ hohe Schleppmoment des Elektromotors, sobald man den rechten Fuß vom Gaspedal nimmt. Es bremst das Fahrzeug leicht ab, sorgt jedoch im Gegenzug dafür, dass die Li-Ionen-Akkus mittels Rekuperation während der Fahrt aufgeladen werden.

Im E-Betrieb rennt der Mercedes F 800 bis zu 120 km/h

Allein mit der Kraft des Elektromotors rennt der Mercedes F 800 bis zu 120 km/h schnell. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 10 kWh verbirgt sich unter der Rückbank. Sie soll im Elektromodus eine Reichweite von bis zu 30 Kilometern ermöglichen. Danach muss der Mercedes F 800 für rund fünf Stunden an die Steckdose. Per Schnelladung soll sich die Ladezeit auf ungefähr 15 Minuten verkürzen.

Im Innenraum des Mercedes F 800 dominieren geschwungene Linien. Sowohl auf dem Armaturenbrett als auch in den Türen sorgt Echtholz für eine wohnliche Atmosphäre. Dank des Glasdaches wirkt der lichtdurchflutete Innenraum des Mercedes F 800 sehr luftig. Die breite Mittelkonsole beherbergt das neuartige Bedienkonzept mit dem so genannten Cam-Touch-Pad. Dabei werden die Bewegungen der Hand auf dem Touchpad von einer Kamera aufgezeichnet und auf dem zentralen Display als transparente Finger dargestellt. Der Vorteil: der Bildschirm wird nicht nur die eigene Hand verdeckt.

Der Fahrer kann die Belegung des zentralen Displays frei programmieren. Neben der Geschwindigkeitsanzeige informiert der Mercedes F 800 seinen Dirigenten wahlweise auch über die aktuellen Energieströme oder die verbleibende Reichweite. Das Navigationssystem stellt überdies den möglichen Aktionsradius im rein elektrischen Betrieb auf einer Landkarte dar. Die beiden Sitze im Fond bieten Erwachsenen ausreichend Beinfreiheit, die coupéhafte Dachlinie zwingt Mitfahrer über 1,80 Meter Körpergröße jedoch zu Zugeständnissen bei der Kopffreiheit.

Mercedes F 800 fährt von allein

Eine weitere technische Innovation findet im Mercedes F 800 ihren Platz. Mit dem Staufolgefahrassistenten präsentiert Mercedes eine Weiterentwicklung des Distronic Plus-Abstandstempomaten. Das System soll vor allem das Fahren im Stau erleichtern. Es folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug, beschleunigt und bremst automatisch und übernimmt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h erstmals auch die Lenkarbeit. Abstandsradarsensoren sowie eine zusätzliche Stereokamera füttern das System mit den nötigen Informationen. In unserem Selbsttest konnte die Distronic Plus überzeugen. Auch wenn der Vordermann die Fahrspur verlässt, bleibt der Fahrassistent auf Kurs und orientiert sich an den Fahrbahnmarkierungen. Der Fahrer muss lediglich eine Hand am Lenkrad lassen, kann das System aber auch jederzeit überstimmen.

Mercedes F 800 auch mit Brennstoffzellen-Antrieb

Neben der Plug-In-Hybrid-Technik könnte im Mercedes F 800 dank der modularen Bauweise auch der Brennstoffzellen-Elektroantrieb aus der Mercedes B-Klasse F-Cell zum Einsatz kommen. Damit stünden 136 PS und 290 Nm Drehmoment zur Verfügung, die maximale Reichweite würde dank der insgesamt vier Wasserstofftanks auf bis zu 600 Kilometer ansteigen. Ob und wann diese Technik auch ihren Weg in die Serie finden wird, steht jedoch noch in den Sternen.

Klar ist indes: Der von uns gefahrene Plug-In-Hybrid-Antrieb wird in der kommenden S-Klasse-Generation zum Einsatz kommen. 2012 wird es so weit sein. Dann werden Luxuslimousinen nahezu geräuschlos und vor allem lokal emissionsfrei durch die Innenstädte gleiten. Zukunftsängste und Bangemachen? Von wegen.

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