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Mercedes F-Cell Word Drive Tag 24

Hollywood trifft "Bauer sucht Frau“

Mercedes F-Cell World Drive, 24. Etappe, Saramento-Medford Foto: Markus Stier 24 Bilder

Mercedes schickt drei Brennstoffzellen-Autos um die Welt. auto motor und sport ist immer dabei. Am 24. Tag des F-Cell World Drive besuchen wir unseren zehnten US-Bundesstaat und kriegen selber Besuch, und zwar prominenten.

14.03.2011 Markus Stier

Aus den Fünfquadratzentimeter-Lautsprechern plärrt "I wanna be a rock star" von Nickelback. Während die restlichen Insassen die mäßige Tonqualität bemängeln, ist Ingenieur Adrian Wieser immer noch stolz auf sein Laptop mit Internet-Radio. "Hier ist die neue Hundertsiebenpunktsieben", säuselt eine laszive Damenstimme. "Das ist schon cool. Du kannst überall auf der Welt hören, was los ist", sagt Adrian. Wo er recht hat, hat er recht.

Mal wieder Stau auf der A8

"Auf der A8 zwischen Pforzheim Ost und Stuttgart fünf Kilometer Stau", vermeldet das Radio. "Da müssen wir aber jetzt aufpassen", sagt Konvoichef Stefan Reiff. Obacht geben müssen wir tatsächlich, ein stilles Örtchen ist mal wieder vonnöten. Mittlerweile haben wir begriffen, dass du in den Staaten bis zum Sanktnimmerleinstag auf einen Rastplatz warten kannst, weil die außer schläfrigen Truckern ohnehin niemand ansteuert. Wer austreten muss, nimmt einfach die nächste Ausfahrt, an der es fast immer eine Tankstelle oder ein Schnellrestaurant gibt.

In beiden Fällen stehen übrigens nirgendwo dicke Schilder "Nur für Kunden", keine Schlüssel mit Fünfkilo-Anhänger sind an der Kasse nach Durchstehen der Schlange abzuholen und keinerlei Schranken sind zu überwinden, die sich nur gegen 70 Cent in Barem öffnen.

F-Cell World Drive Joshua Jackson zu Besuch 2:37 Min.

Fatty's Burger bleibt der beste

Der Fotograf lotst uns zu In and Out Burger, glaubt man ihm und seiner Fahrerin Natascha die feinste Adresse unter Amerikas Junkfood-Läden. "Die haben die besten Burger, alles frisch", behauptet Dieter. Es ist Samstagmorgen und da würde der rechtschaffene Deutsche allenfalls gerade an Frühstück denken, aber hier brutzeln um zehn schon fröhlich die Buletten. Was soll’s, her mit dem Zeug. Natascha schwärmt, dass es sich hier um rare Köstlichkeiten handelt, denn die Kette gibt es nur in Kalifornien, das wir nach drei Tagen Fahrt Richtung Norden bald hinter uns lassen werden. Bevor jetzt Reisewellen an die Westküste ausbrechen: Der Hamburger war ganz in Ordnung, aber mit Fatty’s Burger im 114-Seelen-Dorf Wisdom in Montana kann er schon mal nicht mithalten.
 
Während im Auto das erste Bäuerchen ins Freie drängt fällt auf, dass es Frühling wird. In Nordkalifornien hat die Kirschblüte begonnen. Komischerweise steht neben der Plantage ein Schild: "Kiwis, ein Dollar". Auf den Stromleitungen hocken die ersten Horden heimkehrender Spatzen, und obwohl wir ständig nach Norden fahren, ist die Temperatur bei der Mittagsrast nicht mal besonders kühl.

TV-Star Joshua Jackson zu Gast beim F-Cell World Drive

Lauwarme Spareribs und ein warmes Willkommen schlagen Joshua Jackson entgegen, den hier im Tross zwar kaum jemand kennt, aber wir lassen uns gern belehren, dass der 32-jährige Kanadier im TV-Seriengeschäft eine bekannte Größe ist. Jackson ist "Peter Bishop" in der Krimi-Serie "Fringe" und spielte eine der Hauptrollen in "Dawson’s Creek".
 
"Hi, ich bin Josh", stellt er sich vor und posiert erst einmal für alle möglichen Fotos, darunter auch das Plüschschaf. dass Mercedes-Mitarbeiterin Marie vor der Tour von ihrem Freund als Glücksbringer bekommen hat. Josh lächelt brav und meint: "Ich glaube, ich kenne diese Serie. Ist das hier Bauer sucht Frau?"
 
Dann schaut er sich die Weltkarte an und meint: "Du bist also der Typ, der die ganze Tour mitmacht. Besonders der Abschnitt von China bis St. Petersburg ist bestimmt aufregend, darum beneide ich dich echt." Lieber Josh, das kannst du auch. Schließlich musst du derweil zurück in dein tristes Schauspielerdasein mit all den trostlosen Millionen, den Villen mit Pool in Santa Monica, den Blitzlichtgewittern und den Frauen.

Blondine als Kriegsursache

Ach ja, du hast ja auch noch diese Blondine am Bein, wegen der (wenn man Regisseur Wolfgang Petersen glauben darf) in der Antike Kriege ausgelöst wurden. Josh ist nämlich auch bekannt als Dauerbegleiter von Diane Kruger, die mal als Diane Heidkrüger im Hildesheimer Josephinum aufs Gymnasium ging, bevor sie zum Gesicht des Jahres gewählt wurde, zum Film ging und ihren Namen änderte. In "Troja" spielte sie die Helena, zuletzt war sie einer der Stars in Quentin Tarrantinos "Inglorious Basterds".

Jackson und die Brennstoffzelle

Wir wollen auf dem Thema nicht weiter rumreiten. Josh ist hier auf einer Mission. "Ich komme aus Vancouver, wo auch die Firma sitzt, die die Brennstoffzellen herstellt. Ich bin seit der Highschool damit aufgewachsen", bekennt der gebürtige Kanadier. Er versucht dem F-Cell World Drive ein bisschen Glamour zu verleihen, "weil gerade in den Vereinigten Staaten mächtige Leute der Öffentlichkeit bewusst Dummheiten verbreiten, egal, ob es um alternative Energie oder Krankenversicherungen geht."
 
Josh begleitet uns auf der Tour in seine Heimat, wozu wir erst noch Oregon durchqueren müssen. Das ist allerdings bei weitem keine Strafe. Am Horizont erheben sich schneebedeckte Berge, die Interstate Five ringelt sich durch bewaldete Täler und überquert mehrfach den ausgedehnten Shasta-See.

F-Cell Drive passiert das größte Vulkangebiet der Erde

Kurz darauf kommt Mount Shasta in Sicht, der zweithöchste Berg der North Cascades mit 4.317 Metern. Die kegelförmige Schönheit ist wie so oft ein Ungeheuer im hübsch weißen Gewand. Mount Shasta gehört zum pazifischen Feuerring, dem größten Vulkangebiet der Erde. Allein in den drei Staaten der US-amerikanischen Westküste finden sich 52 Vulkane oder deren Überreste.
 
Beim Versuch der Kollegen Fernand und Jean-Christoph, den teilweise verhüllten Berg mitsamt Auto auf ein Foto zu bekommen, erhalten die beiden Belgier an ihrem ersten Tag gleich eine wichtige Lektion über die Bandbreite amerikanischer Mentalitäten. An einem geschotterten Plätzchen nicht weit eines Hauses gerade erst ausgestiegen, tritt ihnen eine junge Frau entgegen, die in leicht quengeligem Ton fordert: "Können Sie bitte Ihr Auto wegfahren?". Vielleicht muss man ihr zugute halten, dass wir von ihrem Haus so weit entfernt sind, dass der Schriftzug F-Cell World Drive schnell zu "Hausfriedensbruch Incorporated" oder "Diese Einbrecher-Truppe wird gesponsert von Mercedes Benz" bedeuten kann.

Versöhnung mit den USA

Mit einer lässig-wegwischenden Handbewegung macht dagegen Suzanne die aufkommenden Bedenken amerikanischer Gastfreundschaft zunichte. "Für das bisschen Tee und Kaffee berechne ich euch nichts", sagt die rotwangige Kassierein an der Chevron-Tankstelle angesichts der für europäische Verhältnisse durchaus ansehnlichen Menge an Heißgetränken, die aber in den amerikanischen Monsterbechern tatsächlich sehr bescheiden ausfallen. Fernand ist in einer Sekunde mit den USA versöhnt und fragt: "Kann ich hier wohnen?"

Das geht aber nicht, denn er hat schon ein Zimmer in Medford. Munter rollt die Mercedes B-Klasse F-Cell über die Staatsgrenze nach Oregon, Fernand muss ein echter Intimus der Countrymusik-Szene sein. Bei jeder ansetzenden Jammergitarre aus dem Radio pfeift er fröhlich mit. "Ach was", sagt er. "Es ist doch ganz einfach, weil die Lieder alle gleich klingen."

Perfekter Platz für Aussteiger

Country ist passend, denn die Gegend ist im positivsten Sinne ländlich. In der Ebene Felder, an den sanften Hügeln Weiden mit pechschwarzen Kühen und auf den Bergen Kiefern- und Douglastannen-Wälder. Die Luft ist frisch und klar, am weit gespannten Himmel ziehen kleine Schäfchenwolken. Wenn man es es sich recht überlegt wäre es durchaus einen Gedanken wert, sich in dieser Ecke niederzulassen und dem Rest dieser hektischen Welt für immer zu entsagen. "Fernand, hast du dir von Suzanne vielleicht die Telefonnummer geben lassen?"

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