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Mercedes F-Cell World Drive Tag 21

Wo ist das dritte Auto?

Mercedes F-Cell World Drive, 21. Etappe, Monterey Foto: Markus Stier 19 Bilder

Mercedes schickt drei Brennstoffzellen-Autos um die Welt. auto motor und sport ist immer dabei. Am 21. Tag des F-Cell World Drives geht es über insgesamt 545 Kilometer von Los Angeles nach Monterey.

10.03.2011 Markus Stier

Konvoichef Stefan Reiff macht ein etwas verkniffenes Gesicht. "Das ist mir alles ein bisschen zu konfus, heute Morgen", beklagt er. Der Aufbruch in Los Angeles verzögert sich ein bisschen. Die neuen Gruppen werden eingewiesen, zwei deutsche Journalisten, drei koreanische und in unserem Auto Terry und Jeff von einer TV-Produktionsfirma. Weil Reiff lieber im Kommando-Viano mitfährt, in dem alle Kommunikationsfäden zusammenlaufen, gibt er kurzerhand das Kommando an auto motor und sport ab: "Kannst du die ersten 50 Kilometer die Führung übernehmen, damit die Neuen ein Gefühl bekommen, wie sie mit dem Verbrauch umgehen müssen?"

Den Vertrauensvorschuss gleich in Aktion umsetzend, wird die Hupe gedrückt und das Kommando "Aufsitzen" erteilt. Netter Versuch. So richtig nimmt kaum einer Notiz von den neuen Befehlsstrukturen. Also gut, dann versuchen wir es mit der devoten Variante: "Könnten wir dann vielleicht nun aufbrechen?"  Wieder mäßiger Erfolg. Also noch mal die Hupe.

F-Cell Drive verlässt Los Angeles

Endlich bequemen sich alle in die drei Mercedes F-Cell B-Klassen. Wir setzen uns in Bewegung und müssen schon bei der Hotelausfahrt aufpassen, denn unser elektronisches Roadbook Tripy hat schon auf den ersten Metern zwei knifflige Abfahrten parat. Endlich läuft es, aber nach wenigen Metern stehen wir wieder. Zwar führt die Interstate Richtung Beverly Hills nach Norden aus dem Moloch Los Angeles raus, aber das ist den Dauerkarten-Inhabern der Morgen-Rushhour egal.

Offenbar gibt es ein kalifornisches Gesetz, das die Bürger zwingt, am Morgen und am Nachmittag alle Schnellstraßen zu verstopfen.  Das koreanische Auto folgt uns, aber wo ist der dritte Mercedes B-Klasse F-Cell? Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass der kommissarische Konvoi-Leader schon nach zwei Kilometern ein Auto verloren hat. "Ich kann es sehen", sagt Jeff. Durchatmen.

Vermisst wird die dritte Mercedes F-Cell B-Klasse

Doch nach weiteren Kilometern und Abfahrten fehlt immer noch ein grüner Punkt im Rückspiegel. Jetzt sieht auch Jeff nichts mehr. Das wirft natürlich einen Schatten auf die noch junge Regentschaft, aber es ist nicht zu ändern. Es folgt der Griff zum Telefon. Mission Control gibt kurze Zeit später Entwarnung: "Die haben sich direkt nach dem Hotel verfahren, aber sie kommen schon", sagt Mercedes-Koordinatorin Melanie Cecotti.
 
Die Morgenetappe ist mit etwa 250 Kilometern gar nicht so lang, aber wegen später Ausflüge der Autos in Los Angeles sind die B-Klassen nicht ganz vollgetankt. Es fehlt ein Pfund des Antriebsgases. Zudem erweist sich die Strecke nach Norden als ziemlich hügelig. Aber getreu dem kölschen Motto "Et hätt noch immer jot jejange" wird Tempo 100 angeschlagen. Tatsächlich beruhigt sich der schreckhafte Bordcomputer und zeigt genug Reichweite bis zum Tankstopp an.

Badewannenschaum statt Wüstentristesse

Bei entspannterer Lage lässt sich jetzt die Landschaft genießen. Die umgebenden Berge sind - hübsche Schattenfalten bildend - mit Billard-Filz überzogen und wölben sich dicht und aus der Landschaft wie Badewannenschaum. Nach all den Tagen in Beige, als Texas, New Mexico und Arizona mit ihren Halbwüsten auf dem Programm standen, tut das tiefdunkle Grün dem Auge auch mal ganz gut. Santa Barbara sieht zuweilen aus wie Schottland. Sogar mit tiefblauen Seen kann die Landschaft aufwarten, nur eine fesche Burgruine fehlt im Panorama.
 
Kurzer Halt am Lake Cachuma, einem weit verzweigten, natürlichen See im Tal von Santa Ynez. Die freundliche Indianerin mit den Zöpfen am Kassenhäuschen des Naturschutzgebietes hatte kein Problem mit uns, die dumme Gans am Seeufer schon.

Dumme Gans mit Wahnsinn im Blick

Wir haben in Ornithologie geschwänzt und haben keine Ahnung, ob es sich um eine Grauganz oder Wildgans handelt, oder ob das am Ende das Gleiche ist. Wie auch immer, das Ungeheuer von Loch Cachuma ist etwa 70 Zentimeter groß, wenn es nicht gerade dem Ankommenden den Hals entgegenstreckt, den Kopf ein wenig schief hält, um am bedrohlichen Schnabel vorbei den Eindringling mit Wahnsinn im Blick anzuschielen.

Das Viech ist nicht allein. In Terry erwachen Mutterinstinkte: "Guck mal, wie ihm die Babys hinterherlaufen", sagt die New-Yorkerin (Terry kann auch ein weiblicher Vorname) sein. Sie liegt aber mit dem spontanen Entzücken völlig daneben. Der Gans folgen keineswegs ein paar Küken, sondern ein halbes Dutzend ausgewachsene Stockenten beiderlei Geschlechts.

Geschlossene Anstalt für schräge Vögel

Es stand zu gelesen, dass der Naturparlk Lake Cachuma außer für den Ruderclub der Universität Santa Barbara noch ein Refugium für diverse Vogelarten bietet, aber offenbar handelt es sich hier auch um eine geschlossene Anstalt für schräge Vögel mit schweren Persönlichkeitsstörungen. Eine Gans, die sich für ein Seeungeheuer hält, und sechs Enten, die sich für junge Gänse halten, was es nicht alles gibt.

Am Mittag sind alle Autos im Zeitplan am Tanklastwagen angekommen, insofern ist das provisorisch ausgeübte Amt als Anführer nicht als völliger Fehlschlag zu bezeichnen. Die Nachmittagstour ist mit 295 Kilometern ein bisschen länger, dafür sind die Tanks aber auch besser gefüllt. Dennoch sinkt über den Hügeln von Monterey nicht nur die Sonne zügig in den Pazifik, sondern auch die Tanknadel in den gelben Bereich, wo ein kleines gelbes Lämpchen wachsende Notdurft verkündet. Das bergige Gelände auf der pittoresken Landstraße, ein Fotostopp hier, ein paar kleine Dreharbeiten dort, und plötzlich waren wir auf Reserve.

Stippvisite an der Rennstrecke von Laguna Seca

Aber alles halb so wild, das Schild "Rennstrecke nach rechts" verspricht Erlösung. Eingebettet in einschönes Tal mit gigantischem Campinggelände windet sich die legendäre Rennstrecke von Laguna Seca durch die Gegend, wo die Abendtankstelle wartet. Leider ist um die Uhrzeit niemand mehr, da der uns aufschließen könnte, um mit der ganzen Wucht unserer 136 PS die sich wild über eine steile Kuppe stürzende, heftig nach links werfende und einen hastigen Haken nach rechts schlagende Kurvenkombination zu durcheilen, die den passenden Namen "Cork Screw", Korkenzieher, trägt. Hier ist schon manchem Indycar-Fahrer der Zahn vom Sieg gezogen worden.
 
Leider darf nicht verschwiegen werden, dass die Legende erheblich bröckelt. Der wohl klingende Name Laguna Seca ist kaum zu lesen, stattdessen prangt jetzt in fetten Lettern "Mazda Raceway" auf dem Schild, ein Name mit soviel Sex-Appeal wie AOL-Arena. Über der Strecke hängt eine Werbetafel, auf der zu goldenen Zeiten bestimmt mal Firestone und später Goodyear stand, große Namen der Rennsportwelt. Heute steht dort in schmucklos weißen Buchstaben auf rotem Grund: "Mutters Möbelpolitur". Früher war eben doch alles besser.

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