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Mercedes Familien-Planung

C-Lebig

Foto: Schulte-Nextline 10 Bilder

Jetzt gehört auch die Mercedes C-Klasse zu den geburtenstarken Jahrgängen: Nach der Limousine kommen ein Kombi, der CLK als Coupé und Cabrio sowie der Geländegänger GLK. Ein Ausblick auf die Familienplanung der nächsten Jahre.

27.02.2007 Birgit Priemer

Die Berührungspunkte fallen höchst unterschiedlich aus. Der C-Kombi (neu auf der IAA 2007) bleibt der Limousine treu, während der CLK der nächsten E-Klasse-Generation Avancen macht (beide neu ab 2009).

CLK mit Vieraugen-Gesicht

Im Gegensatz zur C-Klasse behält das Coupé ein Vieraugen-Gesicht, allerdings nicht mehr in runder, sondern künftig in eckiger Ausformung. Dadurch soll der heute etwas verspielt wirkende Zweitürer kraftvoller auftreten. Obwohl er in der Länge nur um rund fünf Zentimeter zulegt, wirkt die Motorhaube viel länger als bislang. Überaus gewöhnungsbedürftig: der stark gewölbte hintere Radlauf, der sich nicht mehr rund um die Räder zieht, sondern nach hinten eckiger ausläuft.

Auch die mit Chromringen eingefassten Nebelscheinwerfer der Limousine trägt der CLK nicht. Er leuchtet aus einem schmalen LED-Band in Form eines Hockeyschlägers in trübes Wetter - das sich natürlich nicht auf die Gemüter der Passagiere niederschlagen sollte. Die Raumausstattung fällt deshalb eine Nummer edler aus als bei Limousine und Kombi.

Das Cockpit gleicht dem der neuen E-Klasse mit integriertem Bildschirm, wie es zurzeit schon die aktuelle S-Klasse zeigt. Bei der C-Klasse fährt der Monitor dagegen nur per Knopfdruck aus der Konsole des Mittelbaus. Der Bremsassistent Plus und die Distronic des Topmodells bleiben zunächst der gesamten Baureihe vorenthalten - nicht weil es technisch unmöglich wäre, sondern weil in der Mittelklasse Extras, die mehr als 2.000 Euro kosten, schwieriger an den Mann oder die Frau zu bringen sind. Dafür dürfen sich CLK-Cabrio-Passagiere wie schon die SLK-Fahrer über einen wärmenden Luftstrom aus den Kopfstützen freuen, wenn sie diese Airscarf genannte Option mitbestellen.

Verbesserter Nutzwert des Kombis

Auf solche Angebote kann der Kombi-Kunde getrost verzichten und sich dafür über den verbesserten Nutzwert seines T-Modells freuen. Durch sechs Zentimeter mehr Länge (nun 4,60 Meter) steigt zugleich das Kofferraumvolumen von 470 auf 490 Liter. Da die Heckscheibe nicht mehr so schräg steht, können sperrige Gegenstände leichter transportiert werden. Ein spezielles Ladesystem zur sicheren Arretierung von Tüten, Kisten und Koffern, wie es bereits für die E-Klasse offeriert wird, kommt dazu.

Gut fürs Kreuz: die niedrigere Ladekante. Das Angebot weiterer Extras lässt sich aus der C-Klasse-Preisliste bereits ablesen: Knieairbag, Abbiegelicht, Kurvenlicht, Sprachsteuerung, Drei-Zonen-Klimatisierung, selektives Dämpfungssystem, Keyless Go - gegen saftige Zuzahlung bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Das T-Modell-Programm beginnt mit dem C 180 Kompressor (rund 31.700 Euro) und reicht bis zum C 63 AMG, der natürlich auch in der Spitzenversion des CLK angeboten wird.

Doch das alles genügt nicht, um die Stimmung der Aktionäre und die Position gegenüber BMW zu verbessern. Deshalb reagiert Mercedes nun auf den Erfolg des BMW X3 und legt zusätzlich einen Offroader auf der C-Klasse-Plattform auf. Er ist 4,50 Meter lang, 1,80 Meter hoch, wahlweise mit Allrad- oder Heckantrieb zu haben und nicht wirklich für den Ritt in schweres Gelände geeignet. Ein Offroadpaket mit Sperren und Reduktionsgetriebe ist schließlich nicht zu haben. Davon profitieren allerdings Gewicht und Verbrauch, zumal im Großstadtdschungel eine erhöhte Bodenfreiheit und Sitzposition reichen, um Überlegenheit zu suggerieren. Die Kraftübertragung auf alle vier Räder stammt von den 4matic-Modellen, wobei Mercedes vorsorglich auf den maßvollen Mehrverbrauch (plus 0,4 Liter/ 100 km) wegen des niedrigen Gewichts dieser Technik hinweist.

GLK oder MLK?

Wie das neue Familienmitglied nun heißt, ist immer noch nicht entschieden. Fest steht jedoch, dass sich der kantige Kerl in seiner Optik am großen GL orientiert, aber maximal fünf Personen Platz bietet. Der Verkauf startet 2008, zunächst mit den Dieselvarianten 200, 220 und 320 CDI sowie den V6-Benzinern in 230, 280 und 350. 2009 folgt bei den Selbstzündern ein neuer 2,2-Liter-Diesel mit dem Code OM651, der dann mit 204 PS den bisherigen 220 CDI (170 PS) ersetzt. 

Der Einsatz eines NOx-Speicherkat zur Reduzierung von Stickoxiden, milder Hybride mit Start-Stopp-Automatik sowie Benzindirekteinspritzung wird sich über die gesamte Baureihe erstrecken - allerdings Schritt für Schritt. Noch nicht davon profitieren wird der modellgepflegte SLK, der Anfang 2008 mit ganz wenigen optischen Retuschen zu den Händlern rollt. Erhalten bleibt auf jeden Fall die umstrittene Formel 1-Nase in der Motorhaube.

Bleibt das Stiefkind der Familie, das kleine Sportcoupé. Der vormalige Mercedes-Chef Eckhard Cordes hatte es schon begraben, der jetzige Chef Zetsche ließ es wiederbeleben. Es erscheint 2008 in neuer Optik mit alter Technik. Hier bleibt Mercedes der Plattform der alten C-Klasse treu. Das hilft der Umsatzrendite, erhöht den Druck auf Konkurrenten wie BMW Einser und Audi A3 und steigert die Aussicht auf weitere Premierenfeiern.

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