Mercedes G-Klasse 30 Bilder Zoom

Mercedes G-Klasse 6x6: Mercedes-Tausendfüßler für Down Under

Die Mercedes G-Klasse feiert 30. Geburtstag. Längst ist der Geländegänger zum großen Liebling in der Stuttgarter Modellpalette geworden. Neben Jägern, Szenegirls und US-Rappern ist die G-Klasse besonders für das Militär von großer Bedeutung.

Das schönste Geschenk machte sich die bei Magna-Steyr in Graz produzierte Mercedes G-Klasse zum 30. Geburtstag selbst. Nach langem hin und her holte man im Sommer vergangenen Jahres einen kapitalen Großauftrag an Land. Die australische Armee, seit Jahrzehnten fest mit dem Hause Land Rover verbunden, entschied sich nach umfangreichen Ausschreibungen und Tests für die Mercedes G-Klasse. Das besondere ist dabei nicht nur das gewaltige Auftragsvolumen von zunächst 1.200 Fahrzeugen, sondern auch die Tatsache, dass Mercedes zusammen mit Magna-Steyr eigens für die Aussies in Down Under eine völlig neue 6x6-Variante mit drei angetriebenen Achsen entwickelte. Die Hälfte der bestellten Fahrzeuge hat daher einen Sechsradantrieb und kann bis zu neun Personen mit Marschgepäck oder schwere Lasten transportieren. Die anderen 600 Rechtslenker sind normale Armee-Modelle der Baureihe 461 mit langem Radstand.

"Die Chancen stehen zudem nicht schlecht, dass wir vielleicht noch eine Auftragserweiterung um weitere 1.000 Fahrzeuge bekommen", erzählt Nikolaus Hecker, seit Anfang der 90er Jahre für den Verkauf von Sonderfahrzeugen der Mercedes G-Klasse zuständig. Spezialeinheiten aus der ganzen Welt gehen auf der Suche nach flexibel einsetzbaren Geländewagen bei Hecker und seinen Kollegen seit Jahren ein und aus. "Derzeit sind Armeen aus 34 Nationen mit unserem G-Modell unterwegs", berichtet Axel Harries, Produktmanager des rustikalen Klettermaxen nicht ohne Stolz.

Mercedes G-Klasse für die australische Armee

Das neueste Schmuckstück ist dabei die Eigenkreation für die australische Armee. Die Anforderungen des Kunden seien nicht ganz einfach gewesen, so hört man bei Mercedes. Land Rover, Renault und die mittlerweile in britischer Hand befindliche Firma Pinzgauer wollten den Großauftrag auf dem fünften Kontinent ebenfalls an Land ziehen. Doch Land Rover musste angesichts der schwierigen technischen Vorgaben frühzeitig die Segel streichen; Pinzgauer und Renault gerieten durch das hohe Gewicht und die erforderliche Geländegängigkeit zu breit und klobig. So machte Mercedes mit einer G-Klasse das Rennen, die es abgesehen von einem Prototypen in der Realität noch gar nicht gab. "Ich bin mehrfach in Australien gewesen und wusste recht schnell, was die Australier für ein Fahrzeug suchten", erzählt Nikolaus Hecker, "persönliche Gespräche bringen dabei meist mehr als dicke Anforderungslisten, die man abarbeitet."

6x6-Modell der Mercedes G-Klasse

 
Das fertige 6x6-Modell der Mercedes G-Klasse - im dezenten Farbton "Sandbeige" gehalten - ist allemal ein Hingucker. Auffällig sind nicht nur die drei angetriebenen Achsen, sondern auch die große Ladefläche hinter dem nackten Fahrerhaus. "Wir hatten die Anforderungen, dass der 6x6 die 3,20 Meter lange Arbeitsplattform der Australier transportieren konnte. Je nach Aufbau und Beladung wiegt das Ungetüm somit bis zu neun Tonnen. 6,5 Tonnen Leergewicht steigen durch die optionale Panzerung nochmals deutlich an.

30 Jahre Mercedes G-Klasse

Die 30jährige Geschichte der Mercedes G-Klasse ist eng mit dem militärischen Einsatzgebiet verbunden. 1975 wird die Serienproduktion des Modell G als Nutzfahrzeug beschlossen. Der der erste Großkunde steht mit dem Schah von Persien, damals Groß-Aktionär von Daimler-Benz, ebenfalls fest. Er will 20.000  Fahrzeuge. Doch die Revolution im Iran macht der Planung einen Strich durch die Rechnung. Doch schnell kommen die nächsten militärischen Aufträge. "Als erstes kamen damals die Argentinier, die für ihre Armee 1.000 Fahrzeuge mit zumeist offenem Aufbau bestellt haben", so Nikolaus Hecker, "danach folgten Norwegen, Österreich und die Schweiz. Die deutsche Bundeswehr kam erst später. Sie waren damals noch mit dem Iltis und Munga unterwegs." Der Falkland-Krieg brachte eine Reihe von Militär-G-Klassen Mitte der 80er Jahre sogar als "Kriegsbeute" nach England. In Argentinien sind eine Reihe der alten Mercedes G 230 seit den frühen 80ern noch immer im Alltagsgeschäft unterwegs. Vor einiger Zeit gab es sogar eine Anfrage, die alten Modelle mit modernen Dieseltriebwerken auf einen neuen Stand zu bringen. Auch die Bundeswehr fährt seit Jahren Mercedes G-Klasse - mit der internen Bezeichnung "Wolf".

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Mercedes G-Klasse mit Verkaufsrekorden

Seit Jahren ist die G-Klasse eine der imagestarken Stützen der Mercedes-Modellpalette. Mehrfach sollte sie eingestellt werden und immer wieder durfte man am Produktionsstandort Graz weitermachen. Im Jahre 2000 entschied man sich ein weiteres Mal gegen eine Einstellung. Stattdessen sollte der kantige G erstmals auch in den Nordamerika auf den Markt gebracht werden. Seither eilt die G-Klasse auch in wirtschaftlich schweren Zeiten von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord. Axel Harries: "Pro Jahr verkaufen wir zwischen 5.000 und 5.300 Fahrzeugen. Rund 20 Prozent der Modelle gehen als 461er-Modell in den militärischen Dienst. Der größte Markt ist mit ebenfalls rund 20 Prozent der deutsche." Aber auch in den USA ist das G-Modell nach wie vor ein Topseller. Hier gibt es jedoch keinen Dieselmotor. Weltweit verkaufen sich die PS-starken V8-Modelle Mercedes G 500 und Mercedes G 55 AMG mit Abstand am besten.

Mercedes G-Klasse auch als Panzerversion
 
Die Motorleistung ist für die Spezialfahrzeuge von untergeordneter Bedeutung. Wahlweise ist der G auch als Panzerversion in den schweren Schutzklassen B6 und B7 zu bekommen. Wenn das in Krisengebieten nicht reicht, gibt es drei weitere Schutzstufen mit militärischer Panzerung. Viele Armeen setzen besonders bei ihren Kommandofahrzeugen auf schwer gesicherte G-Modelle. Sind die gepanzerten Zivilversionen für Märkte in Russland oder Südamerika mit Komfortdetails wie belüfteten Sitzen, DVD-Entertainment oder weichem Leder ausgestattet, geht es bei den Fahrzeugen für den diplomatischen Dienst oder im Bereich Personenschutz puristischer zu. Hier gibt es mit lieblosen Stoffsitzen oder wenig anheimelndem Kunstleder nur Hausmannskost.

Wichtig ist nur: man kommt auch in Krisengebieten wie Afghanistan oder dem Irak mit einer gepanzerten G-Klasse sicher ans Ziel. Die meisten Fahrzeuge sind mittlerweile mit modernsten Dieseltriebwerken ausgestattet. Der G 280 CDI wird von einem drei Liter großen Commonrail-Sechszylinder mit 184 PS und 400 Nm Drehmoment angetrieben. Genug Leistung, um auch mit schwer gepanzerten Modellen bis 160 km/h schnell zu sein. Neben Stahlplatten und schusssicheren Kunststofffasern sorgen Notlaufsysteme von Hutchinson dafür, dass man auch mit zerstörten Reifen weiter fahren kann.

Mercedes G-Modell ist ein echter Offroader

Legendär ist die Mercedes G-Klasse seit drei Jahrzehnten für seine Geländegängigkeit. Das maximale Steigvermögen liegt bei bis zu 80 Prozent und die seitliche Fahrstabilität bei 54 Prozent Schräglage. Eine Bodenfreiheit von 21 Zentimetern sowie große Böschungswinkel von 36 Grad vorn und 27 Grad hinten lassen einen abseits aller befestigten Straßen voran kommen. Das fordert seinen Tribut an den Fahrkomfort. Der Geländewagen hat statt Blattfedern Schraubenfedern sowie Längs- und Querlenker an seinen Starrachsen. Wird das Gelände allzu schwierig, aktiviert man zuerst die zentrale Sperre. Wenn man richtig in die Bredouille gerät, kann man auch die beiden Räder von Vorder- und Hinterachse starr miteinander verbinden.

Bei dem neuen 6x6-Modell der australischen Armee können für härteste Geländeeinsätze sogar alle drei Achsen gesperrt werden. Die Chancen stehen übrigens nicht schlecht, dass die ungewöhnliche 6x6-Version bald auch als Linkslenker erhältlich sein wird. Unzählige private G-Fans haben ebenfalls starkes Interesse bekundet und hoffen auf eine zivile Version der Baureihe 463. Welches automobile Geburtstagskind kann das zu seinem 30. Geburtstag schon von sich behaupten?

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Einen umfangreichen Überblick über die Historie und die Entwicklungsgeschichte des Mercedes G-Modells finden Sie bei unserer Schwesterzeitschrift motor-klassik.de.

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28. Juni 2009
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