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Mercedes G Weltrekordfahrt

Die Lebens-Reise des Gunther H.

Mercedes G - Otto auf Weltreise mit Gunther Holtorf Foto: Holtorf 34 Bilder

Es begann vor 26 Jahren und endete nun im Mercedes-Museum: 897.000 Kilometer durch 215 Länder hat Gunther Holtorf mit seinem Mercedes G zurückgelegt. Ein außergewöhnliches Abenteuer ist zu Ende.

13.10.2014 Torsten Seibt Powered by

Eigentlich sollte es nur eine "kleine Auszeit" werden. 1988 kündigte Gunther Holtorf seinen gutdotierten Job als Chef einer deutschen Fluggesellschaft, kaufte sich einen neuen Mercedes 300 GD und brach in Richtung Kenia auf, mit dem Ziel, einige Zeit in Afrika auf motorisierter Wanderschaft zu verbringen. Gemeinsam mit seiner Frau Christine wurde aus dem Abenteuer-Trip jedoch eine Weltumrundung der Superlative.

Der Mercedes G war immer überladen

Zunächst nach dem Motto "wenn wir es schon bis hier geschafft haben, können wir ja auch noch etwas weiter fahren" steckten sich die Holtorfs immer neue Ziele. "Otto", wie der taubenblaue Mercedes G bald liebevoll genannt wurde, trug es mit Fassung. Trotz ständiger Überladung – schon die auf dem Dach verstaute Ausrüstung wog rund 400 Kilo, der ganze Otto fahrbereit 3,3 Tonnen.

Alleine die Aufzählung der statistischen Daten sprengt jeden Rahmen, den man von "normalen" Expeditionsreisen mehr oder weniger gewohnt ist. 897.000 Kilometer legte Gunther Holtorf mit Otto zurück, 26 Jahre lang war der Mercedes G in 215 Ländern unterwegs. 410 Grenzübertritte außerhalb Europas, 41 Container-Verschiffungen, 113 Hochsee-Fährpassagen. Selbst über die Zeit, die er an Grenzübergängen verbrachte, hat Holtorf Buch geführt: die Bürokratie am Schlagbaum beanspruchte insgesamt rund sechs Monate der Reisezeit.

Das Guinness-Buch der Rekorde wartet

Die immer weiter führende Route wirkte gleichermaßen als Türöffner auch für eigentlich abgeschottete Gegenden. So befuhr Holtorf verschlossene Staaten wie Nordkorea, durfte als erster westlicher Reisender China im eigenen Auto durchqueren (alleine im chinesischen Riesenreich legte Otto über 25.000 Kilometer zurück) und schlug sich auch durch abgelegenste Gebiete wie in Papua-Neuguinea.

Wer Gunther Holtorf heute lauscht, wenn er von den zurückliegenden 26 Jahren und seinen Erlebnissen berichtet, erfährt auch viel Bewegendes aus einem bewegten Lebensabschnitt. Seine Frau Christine verstarb 2010 während der Reise, oft genug rettete Holtorf seine Erfahrung und Umsicht aus brenzligen Situationen, die durch Unruhen, hohe Kriminalität oder Korruption in einigen der bereisten Staaten entstanden.

Verschleißreparaturen wie den Tausch von Bremsen, Antriebsgelenken oder Radlagern erledigte Holtorf meist in Eigenregie, nach so langer Zeit kennt er den Wagen und seine Technik wahrscheinlich besser als die damaligen Konstrukteure. Dennoch legt er Wert darauf, dass der Mercedes G die unglaubliche Strecke von fast 900.000 Kilometer praktisch im Originalzustand zurückgelegt hat: Otto ist bis heute mit originalem Rahmen, Motor, Getriebe und Achsen so unterwegs, wie er einst in Graz das Licht der Welt erblickte, lediglich ein Schlechtwege-Fahrwerk und entsprechende Stoßdämpfer wurden verbaut.

So abenteuerlich wie die ursprünglich gar nicht so geplante Reise war auch die Finanzierung der Fahrt. Selbst mit den Ersparnissen aus einem gut bezahlten Vorstands-Posten wäre das Abenteuer so nicht möglich gewesen. Gunther Holtorf half der Zufall und die Eigeninitiative. 1977, zu einer Zeit, als das Internet und Google Earth noch weit entfernt waren, begann er einen Stadtplan der indonesischen Metropole Djakarta zu erstellen – es gab damals keinen. Aus einem einfachen Plan entstand im Laufe der Jahrzehnte ein viele hundert Seiten starker Atlas, der in hunderttausendfacher Auflage verkauft wurde.

Der Rekord wird wohl ewig stehen

Obwohl der Mercedes-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche im Rahmen einer Feier zu Ottos Zieleinlauf in Stuttgart die Hoffnung äußerte, dass es auch künftig solche "Charaktertypen" wie Gunther Holtorf geben möge – die Weltrekord-Reise im Mercedes G dürfte wohl einmalig und unwiederholbar bleiben. Nicht nur wegen der bei heutigen Fahrzeugen viel komplexeren Technik, auch die Welt hat sich im Laufe der drei Jahrzehnte nicht überall zum Besseren entwickelt. Viele Länder, die Gunther Holtorf bereist hat, würde er unter heutigen Bedingungen nicht mehr besuchen, sagt der erfahrene Weltreisende.

Holtorf hat wie Otto allerdings immer noch nicht "fertig". Der weitgereiste Mercedes G steht zwar zunächst im Rahmen einer Sonderausstellung im Mercedes-Museum in Stuttgart, doch Anfang 2015 geht es nochmals los: dann wird Otto und sein Besitzer auf Tour durch verschiedene Mercedes-Niederlassungen in Europa gehen, wo Holtorf in Vorträgen von seinem bewegten Leben in den vergangenen Jahrzehnten berichtet. Auftakt ist voraussichtlich die Mercedes-Niederlassung München im Februar.

Wer sich Otto und seinen Besitzer bis dahin etwas näher ansehen will: in unserer Bildergalerie zeigen wir Auszüge aus seiner Reise und auch einige Einblicke in den Legendewagen, in dem Holtorf 897.000 Kilometer zurückgelegt hat. Und auf www.ottosreise.de findet sich ein multimediales Tagebuch mit vielen Informationen und Interviews.

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