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Mercedes gegen Audi

Die Klasse machts

Foto: Schulte-Nextline 14 Bilder

In der Absatzstatistik rangiert die Mercedes C-Klasse zurzeit hinter dem Audi A4. Mit den Nachfolgern tritt das Duo 2007 zu einem neuen Wettlauf in der Premiumklasse an. Wer hat die besten Chancen?

07.06.2006

Die Alterspyramide spricht für Mercedes. Galt es früher noch als Makel, vorzugsweise eine grauhaarige Klientel zu bedienen, wird es angesichts sinkender Geburtenzahlen schwerer, ohne diese Zielgruppe auszukommen. Treuen Kunden will nun auch Mercedes treu bleiben. Menschen in der zweiten Lebenshälfte wählen die Marke mit dem Stern schon deshalb oft, weil die Limousinen geräumig, komfortabel und leicht zu bedienen sind - Werte, die auch bei der nächsten C-Klasse-Generation in den Fokus rücken sollen.

Zum Modellwechsel im März 2007 gibt es zunächst einmal mehr Platz, weil die Mittelklasse-Limousine in der Länge um 5,4 Zentimeter auf 4,58 Meter, in der Breite um 4,2 Zentimeter auf 1,77 Meter und in der Höhe um 2,4 Zentimeter auf 1,45 Meter wächst. Damit ist die neue C-Klasse genauso lang wie der Audi A4 heute. Doch dessen Nachfolger legt zum Verkaufsstart Ende 2007 in allen Dimensionen zu.

Die Gesamtlänge wächst um knapp zehn Zentimeter auf 4,68 Meter, wobei im Gegenzug der vordere Überhang um 15 Zentimeter gekürzt wird. Dadurch ergibt sich ein Radstand, der um über 15 Zentimeter zulegt und so ein viel besseres Raumgefühl ermöglicht als bislang. Trotz größerer Abmessungen konnte der A4 hier gegenüber der C-Klasse bisher nämlich nicht punkten.

Auch technisch tut sich bei Audi mehr

Mit dem neuen A5 (2007) entsteht der erste Vertreter des längsmodularen Baukastens. Ein sperriges Wort, hinter dem sich ein komplett neuer Vorderwagen verbirgt, der auch wegen der Anforderungen des Fußgängerschutzes umkonstruiert werden musste: Der Motor rutscht nach hinten, Getriebe und Differenzial werden in ihrer Anordnung gegeneinander getauscht, und das Lenkgetriebe wandert zugunsten eines präziseren Lenkgefühls unter die Radachsen.

Die Achsen - konstruktiv schon länger mit denen von A6 und A8 verwandt - übernehmen nun auch die gleichen Bauteile und helfen, die Produktivität um 40 Prozent zu verbessern. Ähnlich ehrgeizige Ziele hat sich Mercedes gesetzt - und führt deshalb E- und C-Klasse im Bereich des Fahrwerks ebenfalls enger zusammen. Mit der Raumlenker-Hinterachse des größeren Modells soll die C-Klasse künftig so kommod wie eine E-Klasse werden - und unterscheidet sich mit dieser Philosophie deutlich von Audi.

C steht mehr für Komfort, A4 für Dynamik auf kurvenreichen Strecken. Die Option des sportlichen Fahrens will Mercedes dem Kunden nicht verwehren und bietet deshalb das Paket Direct Sports Control an. Per Knopfdruck ändern sich die Kennlinien des Fahrwerks so, dass die Wankneigung der Karosserie bei Kurvenfahrt reduziert wird. Dazu kommt eine direkter abgestimmte Lenkung.

Audi setzt weiter auf die Strategie, "sportlichste Premiummarke“ zu sein, und will mit dem neuen Antriebspackage auch in einem Fronttriebler die Fahrdynamik eines heckgetriebenen Autos bieten - ohne jene Härte ins Spiel zu bringen, die zum Beispiel zeitweise im A3 zu finden war.

Gegen Aufpreis: Magnetic Ride

Wer aber den unmittelbaren Kontakt zur Straße nicht missen möchte, kann für den A4 gegen Aufpreis Magnetic Ride bestellen, ein adaptives Dämpfungssystem mit Sport- und Komfortstellung, das den Bewegungen des Aufbaus entgegenwirkt und damit höhere Kurvengeschwindigkeiten zulässt, ohne den Komfort einzuschränken.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der aktiven Fahrsicherheit sind bei beiden gleich: ESP der neuesten Generation umfasst sowohl in der C-Klasse als auch im A4 eine Anfahrhilfe am Berg, eine automatisierte Stop-and-go-Funktion in Verbindung mit einer Abstandsregelung sowie die Funktion des Trockenbremsens der Scheiben bei Nässe.

Ganz auf Nummer sicher geht Mercedes bei der C-Klasse auch mit der Einführung von Pre-Safe. Bei Unfallgefahr werden der Beifahrer in eine optimale Sitzposition gebracht, die Gurte gestrafft sowie Scheiben und Schiebedach geschlossen. Dazu kommen die Kopfstützen Neck-Pro, die sich bei einem Heckaufprall über eine Sensorsteuerung in Millisekunden nach vorne schieben, um einem Schleudertrauma entgegenzuwirken.

Bei Audi befinden sich vergleichbare Systeme noch in Vorbereitung, genauso wie der Spurwechselassistent aus dem Q7, der automatisch warnt, falls sich beim Ausscheren von hinten ein Fahrzeug nähert. Einsteigen und sich wohl und sicher fühlen – dieser Devise folgen beide Hersteller mit komplett überarbeiteten Innenräumen, wo speziell Mercedes wieder mit hochwertigen Materialien und Chromeinlagen glänzen möchte. Der Comand-Controller, das S-Klasse- Pendant zum BMW-i-Drive, findet sich hier jedoch nicht wieder. Der große, ausklappbare Bildschirm oben in der Mittelkonsole liegt gut im Blick, und die klar gezeichneten Rundinstrumente versprechen optimale Ablesbarkeit.

Audi überträgt im Gegenzug das MMI Prinzip mit Bedienfeld in der Mittelkonsole aus dem A6 in den A4. Viel Licht - und möglichst kein Schatten. Dafür bietet Mercedes die Option eines adaptiven Lichtsystems, das fünf Funktionen umfasst: Fernund Kurvenlicht, Landstraßenlicht mit einer besseren Ausleuchtung der linken Fahrbahnhälfte und ab Tempo 90 ein zweistufiges Autobahnlicht, bei dem die gesamte Fahrbahnbreite bis auf 120 Meter erfasst wird. Abgerundet wird das Intelligent Light System wie in der gelifteten E-Klasse durch ein Nebellicht, das der Eigenblendung entgegenwirken soll.

Bleibt der Blick auf die Motorenpalette: Audi steigt eine Nummer kleiner ein, was für günstigere Basispreise spricht, und stellt alle Benziner auf Direkteinspritzung um: Der 1,6-Liter- FSI leistet 115 PS, darüber rangiert der Zweiliter mit 140, 170 und 200 PS. Spitzenmodell ist der RS4 mit 450 PS. Statt der rauen Pumpe-Düse-TDI kommen wie bei Mercedes nach und nach Common-Rail-Motoren zum Einsatz. Die Palette beginnt beim 2.0 TDI (140 PS) und endet beim 3.0 TDI mit 233 PS.

Mercedes hält mit C 200 CDI (136 PS), C 220 CDI (170 PS) und C 320 CDI (224 PS) dagegen - Letzterer erstmals auch mit Allradantrieb. Auf Benzindirekteinspritzung müssen Mercedes-Kunden noch warten. Sie können bis dahin wählen zwischen dem C 180 (156 PS), C 200 (184 PS), C 230 (204 PS), C 280 (231 PS), C 350 (272 PS) und dem C 63 AMG mit 450 PS. Viel Kraft für ein spannendes Rennen zwischen den beiden Premium-Limousinen. Nur die Analysten haben sich bereits für einen Zieleinlauf entschieden. Sie sehen in den nächsten Jahren die besseren Absatzchancen für die C-Klasse - auch dafür sorgt die Alterspyramide.

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