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Mercedes gegen VW

Mit der A-Klasse-Familie gegen Golf und Co.

Mercedes GLA 2014, VW Tiguan 2015 Foto: Christian Schulte 24 Bilder

Mit zahlreichen Neuheiten in der Kompaktklasse will Mercedes VW im Golf-Segment attackieren. Kann das gutgehen?

09.03.2013 Birgit Priemer

Die Kompakt-SUV boomen zurzeit wie kein anderes Segment. Insofern hat Mercedes hier ein echtes Problem, kann den Konkurrenten von Audi (Q3), BMW (X1) und VW (Tiguan) derzeit nichts entgegensetzen. Erst 2014 wird sich das ändern, wenn der Mercedes GLA genannte SUV auf Basis der A-Klasse auf den Markt kommt.

Gezeigt wird das neue Modell als Studie erstmals auf der Shanghai Auto Show im April dieses Jahres, die Serienversion verfügt über Front- beziehungsweise optional über Allradantrieb. Einen Plug-in-Hybrid, wie er für den Tiguan entwickelt wurde, soll es hier nicht geben. Mercedes setzt stattdessen auf den Bluetec Hybrid, der ein bis zwei Kilometer rein elektrisch fahren kann, bevor sich der Verbrenner zuschaltet.

VW fächert SUV-Palette auf

Mit größeren Rädern und mehr Bodenfreiheit unterscheidet sich der Mercedes GLA deutlich von A- und B-Klasse, während die Vierzylinder-Motoren weitgehend übernommen werden. Die Benziner leisten 122 (180) bis 360 PS (45 AMG), das Diesel-Spektrum reicht von 109 bis 204 PS. Da der Trend zu kleineren SUV geht, könnte es neben dem Smart Forfour (2015) später noch weitere Mercedes-Ableger mit Offroad-Optik geben.

Auch VW investiert weiter stark in dieses Segment und plant für die einzelnen Weltmärkte unterschiedliche Lösungen: Der kleine Taigun auf Basis der New Small Family soll in Indien und Brasilien Verkaufserfolge erzielen. Die in Detroit gezeigte, knapp fünf Meter lange Studie Cross Blue wird in ein sehr geräumiges, relativ preiswertes Serienmodell für die USA und China münden. Für Europa sind dagegen ein Polo-SUV sowie eine aufgefächerte Tiguan-Palette geplant. So wird es die 2015 startende Neuauflage neben der klassischen Fünfsitzer-Variante auch als Siebensitzer und als schickes Coupé geben, um endlich dem erfolgreichen Range Rover Evoque Paroli bieten zu können.

Fazit: Vorteil für VW, weil der Tiguan bereits auf dem Markt ist und die Neuauflage mindestens zwei weitere Varianten bekommt.

Mercedes CLA Shooting Brake gegen VW Golf Variant

Im letzten Jahr durfte sich noch der neue VW Golf als Star im Rampenlicht drehen, 2013 gehört die Bühne in der Kompaktklasse dem neuen Mercedes CLA – und zwar zu Recht: Mit seinem extrovertierten Styling und Preisen unterhalb der C-Klasse erschließt der 4,63 Meter lange Fronttriebler (ab 28.977 für den Mercedes CLA 180 mit 122 PS) neue Käufergruppen für Mercedes. Der VW Jetta passt von der Länge (4,64 Meter), rangiert preislich aber klar darunter (ab 21.475 Euro für den 1.2 TSI, 24.125 Euro für den vergleichbaren 1.4 TSI mit 122 PS).

Spannender dürfte die Begegnung zwischen dem VW Golf Variant (ab August im Handel) und dem Mercedes CLA Shooting Brake (ab 2015) werden, weil hier zwei Konzepte aufeinandertreffen, die man besser miteinander vergleichen kann. Die Kombiversion des Golf war schon in der Vergangenheit geräumig, legt aber mit dem Modellwechsel weiter nach: Das Kofferraumvolumen steigt um 100 auf dann 605 bis maximal 1.565 Liter. Selbst ein Skoda Octavia Combi (610/1.620 Liter) bietet kaum mehr, der CLA Shooting Brake definitiv eher weniger.

VW Golf Variant zum Verkaufsstart mit Allradantrieb

Gegenüber der coupéartigen Limousine mit 470 Liter Stauraum dürfte der etwas längere Sportkombi immerhin auf rund 550 Liter kommen. Zusammen mit der großen Heckklappe und der besseren Variabilität reicht das den meisten Interessenten, die nicht gerade täglich mit Sperrgut und Werkzeug unterwegs sind. Doch dafür ist der Mercedes CLA ohnehin nicht gedacht und im Heckabteil zu edel ausgekleidet.

Den VW Golf Variant wird es vom Verkaufsstart an auch mit Allradantrieb 4Motion geben, und die entsprechende Antwort von Mercedes wird noch auf sich warten lassen. Das Topmodell Mercedes CLA 45 AMG wird aber bereits serienmäßig über diese Traktionshilfe verfügen. Wer auf Gas als Antriebsart setzt, kommt dagegen am VW nicht vorbei: Die CNG-Variante auf Basis des 1.4 TSI (110 PS) ist ab November im Verkauf.

An der Basis startet der Golf Variant als 1.2 TSI mit 85 PS, während Mercedes mit dem 122 PS starken CLA 180 beginnt. Noch weiter auseinander liegen die Preise: Den VW wird es bereits für rund 19.000 Euro geben, den Mercedes nicht unter 30.000 Euro. Zumindest in finanzieller Hinsicht hat der Shooting Brake also klar den Vogel abgeschossen.

Fazit: Vorteil für VW, weil hier ein angestammter Kundenkreis auf seinen Lastesel wartet. Der Mercedes wird aber mehr Aufsehen erregen.

Mercedes B-Klasse wird zum echten Van

Mit der im Herbst 2011 neu aufgelegten B-Klasse hat Mercedes alles richtig gemacht: Sie verkauft sich blendend, verzeichnet sehr hohe Zuwachsraten und hat 2012 in Deutschland den VW Touran vom Thron gestoßen (59.420 zu 53.025 Einheiten, Quelle: KBA). Trotzdem ist ihre Laufzeit vergleichsweise kurz: Schon im nächsten Jahr kommt ein Facelift, 2016 steht bereits ein Modellwechsel an.

Warum? Weil die Mercedes B-Klasse dringend einen anderen Unterbau braucht – und zwar den gemeinsam mit Renault/Nissan entwickelten Baukasten JC1 (Joint Compact 1). Erst dann ergeben sich die hohen Einsparmöglichkeiten, von denen VW durch den modularen Querbaukasten bereits heute massiv profitiert. Bis dahin gibt es auch über die gesamten Heck- und Frontantriebsmodelle von Mercedes rund 100 speziell definierte Module vom Wischwasserbehälter bis zu bestimmten Elektronikbauteilen, die für alle Varianten passen.

Stereokamera kommt zur Modellpflege

Doch bleiben wir zunächst bei der ungewöhnlich früh anstehenden Modellpflege: Schon im nächsten Jahr bekommt die Mercedes B-Klasse die Stereokamera, die bereits zuvor in der renovierten E-Klasse und ab Sommer in der S-Klasse Einzug hält. Dadurch kommt der kleine Van der Vision vom unfallfreien Fahren einen großen Schritt näher: Schließlich erfolgt hier ein aktiver Bremseingriff, um eine Kollision mit überraschend auftauchendem Querverkehr oder Fußgängern zu verhindern.

Damit hat die Mercedes B-Klasse die Nase vor dem Touran, der erst ab 2015 die neue VW-Plattform nutzen wird. Dessen Neuauflage gibt es aber zusätzlich als Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometer elektrischer Reichweite, wenn der Kunde das alternative Antriebskonzept bis dahin bei Golf & Co ausreichend angenommen hat. Ob es von dieser Baureihe später eine XL-Variante geben wird, steht noch in den (VW-)Sternen: Der Konzern beschäftigt sich gerade intensiv mit der Frage, welche Marktanteile die Vans künftig an die SUV verlieren werden. Deshalb liegt auch der lange herbeigesehnte Microbus wieder auf Eis.

VW Golf Plus als weiterer B-Klasse-Rivale

Seit Mercedes mit der A-Klasse einen radikalen Konzeptschwenk vollzogen hat, verkauft sich der VW Golf Plus kurz vor seinem Modellwechsel richtig gut. VW hofft, in Zukunft noch weitere frühere A-Klasse-Fahrer begrüßen zu dürfen, denn das Nachfolgemodell steht bereits im September auf der IAA. Es wird sich künftig optisch viel stärker als bisher von seinem Plattformspender unterscheiden und sich mehr an klassischen Van-Formen orientieren.

Der Fünfsitzer soll viel schicker, im Innenraum wesentlich hochwertiger und insgesamt komfortabler werden – zu Preisen, die deutlich unter denen der Mercedes B-Klasse liegen. Da bahnt sich im Herbst dieses Jahres ein weiteres spannendes Duell in diesem Segment an.

Fazit: Vorteil für Mercedes, denn die B-Klasse läuft im Moment besser als der Touran. Das Facelift 2014 bringt die Stereokamera.

Mercedes A-Klasse Cabrio gegen VW Golf Cabrio

Lassen wir Zahlen sprechen: Rund 1,4 Millionen offene Autos sind bislang bei VW entstanden, aktuell stehen im Konzern sogar 14 Modelle mit versenkbarem Dach zur Wahl. Vom VW Golf Cabrio wurden bislang 684.226, vom Beetle Cabrio bis 2010 immerhin exakt 234.919 Einheiten gefertigt.

Logisch, dass VW an dieser Erfolgsschraube weiterdreht: Der offene Beetle geht gerade in neuer Form an den Verkaufsstart, und beim Golf Cabrio reicht VW nun die R-Version mit 265 PS für stolze 43.325 Euro nach. Zudem rühmt sich Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, die Dächer mit den schnellsten Schließzeiten zu bauen. "Wir brauchen dafür neun Sekunden. Weniger schafft wohl kein Konkurrent."

Offene A-Klasse kommt nicht vor 2017/18

Beim VW Golf hatte das Cabrio immer seinen eigenen Modellzyklus, es übersprang erst eine, dann sogar zwei Generationen. Nach der letzten Neuauflage von 2011 ist nicht vor 2015 mit einer Open-Air-Variante auf Basis der Generation sieben zu rechnen, vielleicht sogar mit Stufenheck. Fest steht aber: Es wird sie geben.

Bei Mercedes liegen die Dinge anders: Wenn die neue A-Klasse bei den Kunden gut ankommt, dann soll sie in der zweiten Generation um weitere Karosserievarianten ergänzt werden. Ein dynamisch geformtes Coupé mit zwei Türen steht ebenso auf der Agenda wie ein darauf basierendes Cabrio mit Stoffverdeck. Doch beide Varianten lassen noch auf sich warten: Vor 2017/18 sind diese Ableger nicht in Sicht.

Fazit: Vorteil für VW, denn keiner hat in diesem Segment mehr Tradition. Ein kleines Cabrio von Mercedes steht dagegen in den Sternen.

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