Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes GLE gegen GLC

Ist der kleinere Schwaben-SUV der bessere?

Mercedes GLC 250d 4Matic - Fahrbericht - Kompakt-SUV Foto: Arturo Rivas 27 Bilder

Wer eine erhöhte Sitzposition schätzt, wird bei Mercedes sicher fündig. Aber lohnt sich der Mehrpreis des GLE gegenüber dem GLC? Oder lieber den moderneren, kleineren und günstigeren SUV nehmen?

01.08.2015 Patrick Lang Powered by

Die geschmacks-originellen Coupé-Versionen von GLC und GLE lassen wir jetzt mal außer Acht und betrachten nur die SUVs. Der abgeklärte Analyst stellt auf Anhieb fest: Beide haben vier Räder, fahren auf Asphalt und im Gelände und sind größer und höher als eine Mittelklasse-Limousine. Basal gesehen sind sie also für den gleichen Zweck gedacht, und zwar um bei Bedarf auch über unwegsames Terrain zu walzen - obgleich mutmaßlich weder der eine noch der andere besonders oft durch den Matsch gescheucht werden wird.

Mercedes GLE und GLC - Sind beide nötig?

Das auf Anhieb auffälligste optische Differenzierungsmerkmal ist die C-Säule des GLE. Weiterhin lassen sich die Rücklichter noch unterscheiden. Hier hat der GLC die eleganteren Heck-Lampen bekommen. An der Front sind sie indes schon deutlich schwerer zu trennen. Insgesamt wirkt der GLE etwas kantiger. Verrückte Welt: Wo doch eigentlich der GLC als Nachkomme des Kanten-Königs GLK den Ring betreten hat und der GLE im Wesentlichen ein Facelift des ML ist.

Groß sind die Unterschiede in den Abmessungen. Der GLC ist schließlich "nur" ein Kompakt-SUV. Der GLE ist 4,5 Zentimeter breiter, 15 Zentimeter höher und 17 Zentimeter länger. Kein Wunder, dass das Kofferraumvolumen mit 690 Litern um 140 Liter größer ist als beim Mercedes GLC. Dazu kommt, dass sich viel Volumen im GLC-Kofferraum unter dem doppelten Ladeboden versteckt. Bemerkenswert hingegen ist, dass aus den großzügigeren Außenmaßen des GLE keine signifikanten Unterschiede für die Passagiere resultieren. Kopf- und Beinfreiheit sind bei beiden Modellen fast gleich, im GLC teilweise sogar großzügiger (1.064 mm zwischen Fahrersitzfläche und Dachhimmel im GLC - 1.059 mm im GLE). Die Fahrzeuggröße schlägt sich also hauptsächlich im Ladevolumen und der Sitz-Breite nieder. Einzig das Aussteigen aus dem Fond des kleineren Daimlers ist wenig komfortabel: Wegen der schmalen Türöffnung und der weit in sie hineinragenden Sitzbank muss den Fuß recht bewusst über den überraschend hohen Schweller heben.

Bei so vielen Differenzen braucht es dann aber auch mal eine Gemeinsamkeit: Beide sind als Reihenvierzylinder 250 d 4Matic mit 204 PS erhältlich und bewegen sich in der Energieeffizienzklasse A. Eine weitere Gemeinsamkeit? Beide haben einen Wendekreis von 11,8 Metern. Die Schaltung übernimmt zudem für beide Modelle die selbe Neunstufen-Automatik.

Mercedes GLC mit besseren Werten

In Sachen Fahrleistung kommen dem GLE allerdings seine 415 Kilo Mehrgewicht in die Quere. Den Sprint von 0-100 km/h legt der GLC in 7,6 Sekunden hin, der dickere Bruder braucht dafür 8,6 Sekunden. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h kann der GLE nicht mithalten und schafft nur 210 km/h. Überbieten kann er dafür den kombinierten Durchschnitts-Verbrauch. 5,9 Liter Diesel genehmigt sich der Voll-SUV laut Werk mindestens - 0,9 Liter mehr als der kompakte GLC.

Der Kompakt-SUV lässt sich schon allein gewichtsbedingt sportlicher um die Kurven scheuchen und kann zudem noch mit einem Sportfahrwerk ausgerüstet werden. Im GLE wird hingegen selbst der die zwei Tonnen Schwungmasse nicht ignorieren können, der eine AMG-Version ordert.

Und doch kostet der Große knapp 10.000 Euro mehr. Naja, dafür gibt´s auch die Cockpit-Bedienung der S-Klasse, während sich der GLC-Fahrer im C-Klasse-Finish findet. Das verlangt nun nach einer Auflistung der jeweiligen Serienausstattung. Der Kleine darf den Anfang machen:

  • Chrom-Details und 18-Zoll-Räder
  • Intelligente LED-Lichter und adaptives Bremslicht
  • Multifunktions-Lederlenkrad, Klavierlack- und Chrom-Dekor
  • Kombiinstrument mit 5,5" Display
  • Kopfstützen & Brillenfach & Taschenhaken & Sonnenblenden & Handschuhfach
  • "Mercedes-Benz" Lorbeerkranz-Plakette auf der Motorhaube
  • Einstiegsleisten mit Mercedes-Schriftzug
  • Klimaautomatik "Thermatic"
  • Cupholder
  • Tipp-Wischfunktion & Regensensor & wärmedämmendes Glas
  • Elektrische Fensterheber und Außenspiegel (zudem beheizbar)
  • Tempomat
  • Reifendruckkontrolle
  • Fahrmodus-Auswahl "Dynamic Select"
  • Agility Control Fahrwerk
  • ESP, ABS und Adaptive Break
  • Zentralverriegelung
  • Kollisions-Assistent und Attention-Assist
  • Start&Stopp-Funktion
  • ... und einige Kleinigkeiten wie Gepäcknetze und Heckstoßfänger, die wir uns jetzt mal schenken

Wer sich für den GLE entscheidet bekommt zu den oben genannten Ausstattungsmerkmalen noch elektrisch verstellbare Vordersitze, eine Direct Select-Schaltung, einen CD-Spieler, ein elektronisches Traktions-System (4Ets), Upfront- und Überrollsensorik, Bergabfahrtshilfe, Unterschutz vorne und hinten, eine Steckdose und noch ein paar Gimmicks dazu. Die Luftfederung hingegen ist bei beiden Modellen aufpreispflichtig.

Die Motoren-Auswahl macht den Unterschied

Wer wirklich ein anderes - nicht nur ein voluminöseres - Vehikel möchte, muss in Sachen Motorisierung nachlegen. Hier hat der GLE deutlich mehr Auswahl, wie etwa einen V6-Diesel, einen V8-Benziner, eine Hybrid-Version und zwei AMG-Ausführungen. Den GLC gibt es bislang ausschließlich als Vierzylinder mit maximal 211 PS (im Benziner GLC 250 4Matic). Ansonsten bietet der GLE mehr Laderaum und einen bequemeren Einstieg in den Fond, der GLC dürfte dafür bei der Parkplatzsuche und den Engstellen vor dem Kindergarten die Nase vorn haben. Boulevard-Offroader wollen beide nicht sein. Beide taugen durchaus für die Abenteuer-Fahrt durchs Dickicht. Bleibt noch die Imagewirkung auf dem Boulevard: Dem GLE sieht man den höheren Preis schon ob der schieren Größe an - wenn's nur nach der ginge, dürfte der GLE einen größeren Aufpreis kosten, als Mercedes verlangt und kann im Auftritt sogar mit der S-Klasse mithalten. Der im Vergleich zierliche GLC wirkt dafür sozialverträglicher.

ModellLeistungVmaxKofferraumvolumenZuladungCO2
Mercedes GLC 250 d 4Matic204 PS222 km/h550 Liter655 kg129-143 g/km
Mercedes GLE 250 d 4Matic204 PS210 km/h690 Liter800 kg149-156 g/km
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige