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GLK und E-Klasse bringen Schwung

Foto: Daimler 53 Bilder

Mercedes-Benz-Cars-Marketing- und Vertriebschef Klaus Maier spricht im Interview mit den auto-motor-und-sport-Redakteuren Birgit Priemer und Harald Hamprecht über die globale Finanzkrise, neue Mercedes-Modelle und Namen sowie über die Zukunft von Smart und Maybach.

18.10.2008 Harald Hamprecht

Herr Maier, im August und September sind die Märkte regelrecht zusammen gebrochen. Wie wollen Sie Ihr Geschäft in Schwung bringen?
Maier: Unser Geschäft ist in Schwung. Wir steuern hart am Wind. Der neue GLK bringt frischen Wind, nächstes Jahr präsentieren wir die neue E-Klasse. Mehr Schwung von Produktseite kann ich mir gar nicht vorstellen. Außerdem rollen wir in den kommenden zwei, drei Jahren unsere Maßnahmen unter dem Dach von TrueBlueSolutions weiter aus. Daneben kommen unsere Modelle mit Elektroantrieb, der S400 Hybrid sowie neue Motoren in C- und E-Klasse. Da ist eine Menge in der Pipeline. Aber die Konsumenten sind aufgrund der Finanzkrise zurückhaltend. Wir spüren das auch bei unseren Händlern - und wollen hier ansetzen, die Aufmerksamkeit der Kunden für unsere Produktneuheiten zu gewinnen.

Welchen Rückgang erwarten Sie in den USA?
Maier: Prognosen sind in diesen Tagen mit Vorsicht zu genießen. Im Premium-Segment trifft es Mercedes-Benz Cars zwar später, aber auch an uns wird die Finanzkrise nicht spurlos vorüber gehen.

Halten Sie an Prognose fest, den Absatz über Vorjahresniveau zu steigern?
Maier: Für Mercedes-Benz Cars erwarten wir, dass wir den Vorjahresabsatz übertreffen werden. Per September haben wir uns mit der Marke Mercedes-Benz gut behaupten können.

Werden Sie die Produktion weiter zurück fahren?
Maier: Wir werden die Märkte weiter beobachten. Unser Ziel ist es, die Bestände auf möglichst niedrigem Niveau zu halten. Die aktuellen Sprünge der Märkte müssen wir mit einer flexiblen Produktion kompensieren.

Hilft Ihnen das für einen entspannten Anlauf der neuen E-Klasse, wo Sie schon Kapazitätsengpässe befürchtet haben?
Maier: So denken wir nicht. Eine solche Situation wie jetzt wünscht sich keiner.

Welche Erwartungen haben Sie an die neue E-Klasse?
Maier: Die E-Klasse war immer ein Beststeller in ihrem Segment. Selbst in den letzten Jahren im zweiten Teil des Lebenszyklus. Das Segment wird in Summe nicht größer. Aber wir wollen im Dreikampf mit Audi und BMW die Segmentführerschaft verteidigen - in Märkten wie den USA natürlich auch gegen Lexus und Cadillac.

Im kommenden Jahr wollen Sie die Nomenklatur Ihrer Modellpalette umstellen. Was erhoffen Sie sich davon?
Maier: Die vielen Modellbezeichnungen, die wir haben, sind für viele Kunden nicht verständlich. Die A-, B-, C-, E-, S-Klasse sind unsere Kernbaureihen, die wir vom Namen her beibehalten werden. Aber schon bei der Nachfolge-Generation der A- und B-Klasse gehen wir in eine neue Welt mit neuen Varianten. Da gibt es nach der bisherigen Nomenklatur kaum noch griffige Buchstaben-Kombinationen. Beim Kombi, Coupe und Cabrio ist es doch auch offensichtlich, um was für Varianten es sich hier handelt, da muss man keine neue Kürzel-Kombination aufs Heck schreiben. Kurz: Wir werden die Dreier-Kürzel ausdünnen. An der Bezeichnung CLS aber werden wir nicht rütteln.

Fehlt Ihnen im Vertrieb ein griffiges Konzept wie das BMW Efficient Dynamics?
Maier: Unsere Wettbewerber haben da sicher keine schlechte Strategie. Wir wollen uns aber nicht auf Sparsamkeit reduzieren, damit wären wir zu kurz gesprungen. Die Themen Faszination und Umweltfreundlichkeit, sprich Verantwortung, sind für uns gleich wichtig. Es kann nicht unser Ziel sein, ein Kleinwagenhersteller zu werden. Unser Label für verbrauchsoptimierte Fahrzeuge heißt "BlueEfficiency". Und bei einigen alternativen Antrieben sind wir schneller nach vorne marschiert als unsere Premium-Konkurrenz. Am Ende zählen die Fakten, und nicht das Label.

Wie hoch wird der Aufpreis für den Mercedes-Benz S400 BlueHybrid sein, den der Kunde tragen muss? Oder werden Sie vielleicht - wie Toyota beim Prius - die Mehrkosten als Marketing-Aufwand verbuchen?
Maier: Das werde ich Ihnen nächstes Jahr um diese Zeit sicher sagen können. Ich bin aber sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden.

Sehen Sie den Elektro-Smart auch bald in Hand von Privatkunden - oder nur im Flottenvertrieb?
Maier: Wir sind bestrebt, diesen Modellversuch in Konzepte zu gießen, die auch privat finanzierbar sind. Heute scheitert das schlicht noch an den hohen Batteriekosten. Deswegen sehen unsere Leasingkonzepte für Flottenkunden eine Laufzeit von drei Jahren vor. Aber es wird bald noch eine Alternative geben.

Über alle Motoren-Konzepte hinweg: Wie hoch wird der Smart-Absatz 2008?
Maier: Per September konnten wir weltweit 102.000 Smart verkaufen. Das heißt wir haben schon jetzt den Vorjahreswert übertroffen. Wir können gerade alles verkaufen, was uns die Fabrik auf den Hof stellt. Unser Werk Hambach ist hervorragend ausgelastet.

Werden Sie Hambach weiter ausbauen?
Maier: Der neue Smart befindet sich im zweiten Lebensjahr. Ich möchte nicht jetzt beginnen, das Werk auszubauen, denn ein klassischer Produktlebenszyklus bedeutet in etwa zwei Jahren rückläufige Jahresverkäufe.

Fürchten Sie auch den Toyota IQ und den VW UP als Konkurrenz?
Maier: Vor zwei Jahren wurde ich gefragt, ob der Fiat 500 den Smart an die Wand drücken wird. Unser Smart ist aber nicht einfach ein geschrumpfter Viersitzer, sondern ein zweisitziges Lifestyle-Produkt für die Stadt. Wir haben hier einen USP aufgebaut und über zehn Jahre erhalten. Ein typischer Smart-Käufer will nicht einfach einen Kleinwagen sondern drückt damit auch seine Lebenseinstellung aus und ist in der Regel überdurchschnittlich wohlhabend.

Welches Potenzial erwarten Sie langfristig in den USA?
Maier: Wir sind jetzt eineinhalb Jahre im Markt und die Nachfrage ist immer noch sehr groß. Wir sind in der glücklichen Situation, damit den Absatz der kommenden 18 Monate gut voraussagen zu können, allerdings nicht öffentlich. Wie es weiter in der Zukunft aussieht, kann man nicht vorhersagen. Aber wir sehen einen klaren Einstellungswechsel bei der US-Bevölkerung. Kleine Autos sind im großen Land USA angekommen. Da hilft auch die Marke. Ein kleiner Mercedes hätte vielleicht nicht die gleiche Aufmerksamkeit geerntet wie die eigenständige Marke Smart.


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