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Mercedes-Gala auf der IAA

Flüchtlinge, Roboter und Windschlüpfigkeit

Mercedes IAA-Abend Foto: Mercedes 27 Bilder

Daimler-Chef Dieter Zetsche spricht am Vorabend der IAA viel über Digitalisierung, etwas über Flüchtlinge und präsentiert den Aerodynamik-Weltrekordler "Intelligent Aerodynamic Automobile".Concept.

14.09.2015 Gerd Stegmaier

Kernaussage von Zetsche: Der Mercedes der Zukunft wird nicht nur emissionsfrei sondern auch autonom fahren. Und: Mercedes wandelt sich vom Automobilhersteller zum digitalen Mobilitätsanbieter, die gesamte digitale Wertschöpfungskette kommt in den Fokus. Deswegen wird selbst das Marketing digitalisiert.

Vertriebsvorstand Ola Källenius, der interessanterweise nur virtuell neben Zetssche auf die Bühne darf, nennt als seine Zukunftsvision des digitalen Marketings: Wir wollen genau wissen, was der Kunde will, ehe er es ausspricht. Anwendungsbeispiel ist der Lifestyle-Konfigurator Mercedes Me, der aus den Vorlieben des Anwenders ein passendes Fahrzeug aus der Produktpalette von Mercedes errechnet und vorschlägt.

Dein Mercedes weiß alles über Dich

Als Zukunftsvision zeichnet Zetsche ein etwas bedrückendes Bild künftiger Autos: "Ihr Mercedes kennt Ihren Fahrstil, Ihren Arbeitsweg, ihre Vorlieben, Ihre Termine - all das werden wir vernetzen“.

Wer da Angst um seine Daten hat, dem gibt Zetsche ein bedenkenswertes Argument an die Hand: "Mercedes ist nicht darauf angewiesen die Daten für sich zu nutzen. Wir verkaufen Hardware und verdienen nicht wie manches IT-Unternehmen an den Daten unserer Kunden“.

Und der Schutz vor anderen Neugierigen? Natürlich, so Zetsche, müssen die Fahrzeuge der Zukunft sicher sein gegen Manipulationen. Und weil sich mit ausreichend krimineller Energie auch Fort Knox knacken lasse, "müssen unsere Autos noch sicherer sein, als Fort Knox“, erklärt der Daimler-Boss.

Mercedes Concept IAA
Mercedes Concept IAA im Detail 1:47 Min.

In Zukunft holt Dich Dein Mercedes ab

Was Zetsche dabei jenseits des klassischen Produkts Automobil vorschwebt, erklärt er so: "Ihr Car2Go können Sie heute schon per Smartphone reservieren, aufsperren, mieten und bezahlen. In Zukunft kommt es autonom zu Ihnen gefahren und irgendwann holt es Sie unaufgefordert ab, wenn Ihr Termin vorüber ist". Das zeigt für Zetsche, welches Potenzial in der Vernetzung steckt.

Die Digitalisierung soll sogar die Arbeitswelt besser machen: "Wir glauben, dass wir mit der Digitalisierung auch bessere Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter schaffen können", so der Daimler-Chef. Dank eines intelligenten Miteinanders zwischen Roboter und Mensch soll. Zetsche sieht den Roboter nicht als Arbeitsplatzkonkurrent, sondern als willkommenen Helfer.

Flüchtlinge als Chance auf ein 2. Wirtschaftswunder

Und sicher mit Absicht kommt der Automanager direkt im Anschluss auf das derzeit beherrschende politische Thema, bei dem die Richtung in Zetsches Augen nicht nur vom Herz, sondern auch vom Verstand eindeutig vorgegeben ist: Die Zuwanderung von 800.000 Flüchtlingen und Ihre Integration sei eine Herausforderung aber auch eine Chance auf ein 2. Deutsches Wirtschaftswunder wie es einst die die ersten Gastarbeiter mit ermöglicht hätten. Und dann sagt er: "Wer die Vergangenheit kennt, darf Flüchtlinge nicht nach Hause schicken. Wer die Gegenwart sieht, kann sie nicht abweisen. Und wer in die Zukunft denkt, wird sie nicht abweisen.“

Nur ein Showcar – ohne Taxischild

Deshalb so Zetsche, spende Daimler 1 Million Euro an eine Flüchtlingshilfsorganisation und mache aus jedem Euro Spende eines Mitarbeiters zwei. "Ich bin überzeugt, da wird eine ganze Menge zusammenkommen!“, so Zetsche und gibt zu, dass es nach solchen Worten nicht ganz einfach sei, das Thema zu wechseln. Und doch rollt nach einer kurzen Performance das Conncept Intelligent Aerodynamic Automobil, oder kurz "IAA" auf die Bühne. Ein kurzer Film illustriert, wie das "IAA" mittels aktiver Aerodynamik seinen cW-Wert von sehr guten 0,25 auf rekordverdächtige 0,19 senkt. Und dann sagt Zetsche, dass der Karosseriekörper Maßstäbe bei der Aerodynamik setze und, man den Innenraum schon bald sehr ähnlich bei einer neuen Businesslimousine von Mercedes sehen werde – also bei der kommenden E-Klasse, dem klassischen fahrbaren Untersatz aller Kraftdroschkenfahrer.

Diese abgefahrene, futuristische Flunder mit einem schwarz-gelben Taxischild? Hat was.

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