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Mercedes

Keiner will gehen

Foto: Daimler-Chrysler

Der geplante Abbau von 8.500 Stellen bei Mercedes-Benz über Abfindungen ist nach Medienangaben schleppend angelaufen. Dagegen hieß es am Freitag aus dem Hause Daimler-Chrysler in Stuttgart: "Wir sind zuversichtlich, die angepeilte Zahl erreichen zu können."

03.11.2005

Ein Sprecher der IG Metall-Bezirksleitung in Stuttgart sagte: "Für eine saubere Bewertung ist es noch zu früh." Der Gewerkschaftssprecher fügte allerdings hinzu: "Wir glauben, dass es schwer wird, die 8.500 Stellen über Abfindungen abzubauen." Daimler-Chrysler legt Wert darauf, dass die Gespräche mit den Mitarbeitern "in Ruhe geführt werden können".

Der geplante Abbau von 8.500 Stellen bei Mercedes-Benz in Deutschland trifft das Werk Sindelfingen am härtesten. Dort sollen von 31.100 Beschäftigten rund 3.100 gehen. In Bremen sollen 2.700 von den dort 13.400 Arbeitsplätzen gestrichen werden. Im Motoren- und Getriebewerk Stuttgart-Untertürkheim sollen 1.100 der 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen, da Daimler-Chrysler im vergangenen Jahren einen Beschäftigungspakt bis Ende 2011 für seine Mitarbeiten geschlossen hat. Insgesamt hat Daimler-Chrysler für den Stellenabbau und die Abfindungen Kosten in Höhe von 950 Millionen Euro eingeplant.

Nach Zeitungsberichten haben im Werk Sindelfingen bisher erst etwa 200 Mitarbeiter einen Auflösungsvertrag unterzeichnet. Im Werk Untertürkheim sei die Resonanz auch recht mäßig. Dort sollen gerade einmal 100 Auflösungsverträge unterschrieben worden sein. Ein Sprecher von Daimler-Chrysler erklärte dazu: "Wir nehmen uns Zeit für die Gespräche und wollen die Menschen nicht überrumpeln." Wer bis zum Jahresende einen Auflösungsvertrag unterschreibe, bekomme einen "Turbozuschlag" von zehn Prozent. Die Mitarbeiter hätten Zeit, bis zum 31. März kommenden Jahres zu unterschreiben. Mercedes-Chef Dieter Zetsche hatte vor wenigen Wochen an die Mitarbeiter geschrieben, dass die Kosten der Mercedes Car Group mit ihren rund 93.000 Mitarbeitern in Deutschland "in allen Teilen der Wertschöpfungskette deutlich über denen der besten Wettbewerber" lägen.

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