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Mercedes Trucks vernetzt und autonom

Hier fahren die Lkw der Zukunft

Mercedes Lkw-Vernetzung / autonomes fahren Foto: Mercedes 9 Bilder

Weltpremiere bei Mercedes: Die Stuttgarter schicken erstmals autonom fahrende Lkw auf die Autobahn. Die Zukunft ist vernetzt.

22.03.2016 Torsten Seibt

Der Fahrer räkelt sich, verschränkt im Führerhaus des 40-Tonners entspannt die Arme hinter dem Kopf. Bei voller Fahrt auf der Autobahn. Was eigentlich ein klarer Fall für Panikattacken der anderen Verkehrsteilnehmer wäre, stellt nach Ansicht der Lkw-Entwickler von Mercedes die Zukunft des Güterverkehrs dar. In einem spektakulären Fahrversuch auf der Autobahn A52 bei Düsseldorf waren nun erstmals autonom fahrende Lkw des Konzerns in einem vernetzten Verbund unterwegs.

Highway Pilot Connect

Highway Pilot Connect nennen die Stuttgarter das neue Projekt. Der Hintergedanke: Mehrere Schwerlast-Lkw vernetzen sich zu einem sogenannten "Platoon". Im ersten Test auf einer öffentlichen Autobahn waren es drei Mercedes-Sattelzüge, die sich so zusammengehängt haben. Der virtuelle Güterzug bringt laut Mercedes mehrere Vorteile bei der Verkehrssicherheit und beim Umweltschutz.

Die Daten für den Einsatz liefern moderne Lkw ohnehin bereits ab. Ein aktueller "Smart Truck" von Mercedes verarbeitet die Daten von rund 400 Sensoren, der Programmcode ist laut Mercedes umfangreicher als bei einem Jet.

Im Fahrverband koppeln sich die Trucks über die V2V-Vernetzung (Vehicle to Vehicle) aneinander. Statt des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands von 50 Metern wird dieser im Platoon auf 15 Meter reduziert. Möglich macht das die Funktion des Highway Pilot Connect, Bremssignale des Führungsfahrzeugs in Sekundenbruchteilen an den Rest des Zuges zu melden. Während die durchschnittliche Reaktionszeit eines Fahrers rund 1,4 Sekunden beträgt, ist das System zur automatischen Bremsreaktion in weniger als 0,1 Sekunden in der Lage. Auch im Führungsfahrzeug sorgt der automatische Bremsassistent für die nötige Aufmerksamkeit.

Unfallvermeidung und weniger Verbrauch

Das soll künftig die teilweise extrem folgenschweren Auffahrunfälle an Stauenden vermeiden helfen. Gleichzeitig wird durch die Koppelung auf zweierlei Weise die Umwelt geschont. Das dichte Auffahren ermöglicht den nachfolgenden Platoon-Lkw die Fahrt im Windschatten, was eine Kraftstoffeinsparung von rund sieben Prozent ermöglicht. Gleichzeitig reduziert sich die benötigte Straßenlänge für drei Lkw von 150 auf rund 80 Meter, was die Kapazität der Straße verbessert und hilft, Staus zu vermeiden.

Der Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen erfolgt über ein spezielles WLAN-Modul mit eigenem Funkstandard, der ausschließlich für V2V-Anwendungen im Automobilbereich vorgesehen ist. Neben dem Datenaustausch untereinander dient es auch der Kommunikation mit der Infrastruktur und anderen Lkw, wodurch entsprechend beispielsweise Echtzeit-Verkehrsinformationen effektiv ermittelt werden können.

Die Fahrzeuge im Platoon sind trotz der Koppelung voll autonom unterwegs. Schert beispielsweise ein Pkw-Fahrer in den Konvoi ein, koppeln sich die nachfolgenden Trucks sofort aus dem Verbund aus und fahren automatisiert weiter. Besonders große Effekte für diese Technik, bei der sich auch mehr als drei Lkw zu einem Zug gruppieren können, sieht Mercedes bei Langstreckenfahrten in den USA und in Australien.

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