Stattdessen übernimmt bis auf weiteres US-Finanzchef Herbert Werner die Leitung des Tagesgeschäfts bei der wichtigen Tochtergesellschaft.
Über die Gründe für den Abgang Liebs war zunächst nichts zu erfahren, und auch nicht darüber, ob er im Unternehmen bleibt. Zumindest von den Verkäufen her hätte Daimler keinen Grund gehabt, Lieb abzulösen: Mercedes-Benz hat den einst so erfolgreichen japanischen Rivalen Lexus in den USA abgehängt. Während Mercedes seinen Absatz in den ersten neun Monaten um 10 Prozent auf 182.000 Wagen steigern konnte, musste die Toyota-Premiummarke einen Rückgang um 17 Prozent auf 136.000 Wagen hinnehmen. Mit BMW liegt Mercedes etwa gleichauf.
Der Deutsche stand seit 2006 an der Spitze von Mercedes-Benz USA, nachdem er vorher für die Region Australien/Pazifik zuständig war. Die USA sind nicht nur einer der bedeutendsten Absatzmärkte für Mercedes; hier produziert der Premiumanbieter auch die meisten seiner Geländewagen in einem Werk im südlichen Bundesstaat Alabama.
Lieb ist ein Daimler-Veteran und seit insgesamt 36 Jahren im Unternehmen. Noch vor wenigen Monaten eröffnete er zusammen mit Konzernchef Dieter Zetsche eine neue, riesige Verkaufsniederlassung mitten in Manhattan. Auch bei der Werbung drehte Lieb auf: Der Superdome in New Orleans - das bekannte Football-Stadion der Stadt - heißt zehn Jahre lang Mercedes-Benz Superdome.




