Mercedes M-Klasse auf der IAA

Großer SUV, kleiner Verbrauch, erste Preise

Mercedes, M-Klasse, IAA 2011

Die Mercedes M-Klasse rollt nun in der dritten Generation an - Premiere feiert die M-Klasse auf der IAA Ab der zweiten Jahreshälfte soll sie ihre Vorgänger in Sachen Verbrauch stark unterbieten - und zwar um 25 Prozent. Welche Änderungen zur Sparsamkeit beitragen sollen und was sie sonst noch Neues zu bieten hat, haben wir für Sie zusammengefasst.

Die dritte Generation der M-Klasse von Mercedes-Benz will Prioritäten bei niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten setzen. Dazu wurde die Motorenpalette komplett neu geordnet. Sie umfasst nun zwei Diesel und einen Benziner: Basismodell ist der Mercedes ML 250 Bluetec 4Matic mit 204 PS, zweiter Diesel der Mercedes ML 350 BlueTec 4Matic mit 258 PS und vorläufiges top-Modell der Benziner Mercedes ML 350 4Matic BlueEfficiency mit 306 PS.

Der kleinere Diesel im Mercedes ML 250 soll sich gar mit einem Verbrauch von 6,0 l/100 km (158 g CO2/km) begnügen. Mit einer Tankfüllung könnte dieses Modell dann bis zu 1.170 Kilometer weit kommen. Die Option vom serienmäßigen 70-Liter-Tank auf den größeren 93-Liter-Tank zu wechseln, soll eine Distanz von 1.500 Kilometern ohne Tankstopp ermöglichen. Beim großen Bruder Mercedes ML 350 sollen es bei einem Verbrauch von 6,8L/100 km 1.030, beziehungsweise 1.370 Kilometer sein.

Der Benziner der neuen Mercedes M-Klasse soll bei einem Verbrauch um die 8,5 L/100 km liegen und mit seinem 78-Liter-Tank eine Reichweite von 920 Kilometer haben. Mit dem größeren 93-Liter-Tank soll es eine Steigerung auf bis zu 1.090 Kilometer geben.

Ökoformel: Downsizing der Mercedes M-Klasse

Bei den ausschließlich als BlueTec lieferbaren Dieselmodellen der neuen Mercedes M-Klasse steht das Downsizing und die Neuauflage des V6-CDI-Motors im Mittelpunkt. Im Mercedes ML 250 ersetzt der aus der S-Klasse bekannte Vierzylinder mit EU 6-Niveau den 3,0-Liter-V6 der Vorgänger-M-Klasse. Auch die SCR-Abgasanlage soll strömungs- und gegendruckoptimiert zum Sechs-Liter-Verbrauch beitragen.

Im Mercedes ML 350 BlueTec kommt ein überarbeiteter 3,0-Liter-V6 zum Einsatz, der ebenfalls die EU 6-Norm unterbieten soll. Hier wird auf die LDS-Technologie (Lichtbogen-Draht-Spritzen) zurückgegriffen, die seit 2005 bei den AMG-Motoren eingesetzt wird. Diese Beschichtungs-Technologie für die Zylinderlaufbahnen wurde für den V6-Dieselmotor angepasst. Das Verfahren soll die innere Reibung des Motors mindern.

Beim Benziner der neuen Mercedes M-Klasse steht die Benzin-Direkteinspritzung mit strahlgeführter Verbrennung, schnelle Zündung und ein neues Schichtbrennverfahren im Mittelpunkt. Auch hierzu finden Sie eine Tabelle, die die Unterschiede zum Vorgänger auflistet.

Serienmäßige Ökomaßnahmen in der M-Klasse

Die Ökomaßnahmen für die neue Mercedes M-Klasse umfassen unter anderem ein Start-Stopp-System, ein siebenstufiges Automatikgetriebe, reibleistungsreduzierte Lager und ebensolche Achsgetriebe, eine Elektrolenkung und rollwiderstandsreduzierte Reifen. Das Getriebeöl soll auch möglichst rasch auf Temperatur gebracht werden und so zur Verbrauchssenkung beitragen. Außerdem sollen die Kraftstoffpumpe, sowie die Öl- und Wasserpumpe der neuen Mercedes M-Klasse, tatsächlich nur dann aktiviert werden, wenn sie benötigt werden. So soll es auch bei der Klimaanlage aussehen: Der Kompressor des Kühlmittels soll nur bei Bedarf laufen.

In Sachen Aerodynamik sollen die Ingenieure Fleißarbeit im Windkanal geleistet haben: Von Leichtmetallrädern und Außenspiegelgehäusen über Unterboden- und Motorraumverkleidung, bis zum vorderen Radspoiler und Seitenspoiler auf der Heckscheibe, soll die neue Mercedes M-Klasse auf Ökonomie getrimmt worden sein.

Mercedes M-Klasse hält Gewicht

Die neue M-Klasse brüstet sich auch mit einem Mehr an Ausstattung - und die Ingenieure damit, trotz diesem Mehr, das Gewicht gegenüber dem Vorgänger gehalten zu haben. Vorder- und Hinterachse sowie Motorhaube und Kotflügel sind aus leichten Aluminiumlegierungen, der Querträger der Armaturentafel ist aus Magnesium.

Zur Serienausstattung der neuen Mercedes M-Klasse gehört ein Fahrwerk mit selektiver Dämpfung, es soll also je nach befahrenem Untergrund weich oder hart ansprechen und für Fahrstabilität sorgen.

Für die beiden stärkeren Modelle Mercedes ML 350 BlueTec und den Benziner ML 350 BlueEfficiency steht serienmäßig ein Offroad-Programm zur Verfügung, das eine empfindlichere Fahrpedallinie ermöglichen und das Bremsverhalten auf losem Untergrund optimieren soll. Ein Anfahr-Assistent ist ebenfalls an Bord.

Alleskönner-Talent M-Klasse?

Das On&Offroad-Paket der neuen M-Klasse bewirbt sich als Alleskönner: Ein Automatikprogramm für den Alltag, zwei Offroadprogramme für leichtes beziehungsweise anspruchsvolles Gelände und drei Straßenprogramme, die auf winterliche Bedingungen, sportliches Fahren oder das Fahren mit Anhänger abgestimmt sein sollen. Je nach Wunsch wird das Programm über den Drehknopf in der Mittelkonsole ausgewählt.

Das Paket umfasst auch einen technischen Unterfahrschutz und eine Funktionen, die eine maximale Bodenfreiheit von 285 Millimetern sowie eine Wattiefe von 600 Millimetern ermöglichen sollen.

Zurück zur Serienausstattung: Neun Airbags sowie die Müdigkeitserkennung (Attention Assist), das Sicherheitssystem (Pre-Safe), eine Reifendruckverlust-Warnung, der Bremsassistent und ein adaptives Kurvenlicht sollen die Sicherheit für der Insassen erhöhen. Aufpreispflichtig wird es hingegen wenn sie sich eine Armada an Assistenten in die Mercedes M-Klasse einladen möchten, wie beispielsweise den Parkassistent, den Nachtsichtassistent, den Geschwindigkeitslimit-, den Spurhalte- oder den Totwinkelassistent - und da wird in Deutschland noch über mangelnde Fachkräfte gejammert.

Preise und Verfügfarbeit

Ab dem 11. Juli kann die neue Mercedes M-Klasse bestellt werden und dann heißt es noch gedulden, denn erst ab dem 19. November dürfen sich Interessierte dann über die Auslieferung freuen. Ungeduldige können sie aber auf der diesjährigen IAA in Frankfurt unter die Lupe nehmen.

Für die dritte Generation der M-Klasse verlangt Mercedes mindestens 54.978 Euro, dafür gibt es die Einstiegsversion des Allradlers - den ML 250 BlueTec. Der größere Diesel mit dem V6-Motor kostet ab 58.726 Euro. Für den vorerst einzigen Benziner ML 350 verlangt Mercedes mindestens 56.763 Euro.

Die neue Mercedes M-Klasse
Modell ML 250 BlueTec 4Matic ML 350 BlueTec 4Matic ML 350 4Matic BlueEfficiency
Zylinder 4 6 6
Hubraum in Kubikzentimeter 2.143 2.987 3.498
PS 204 258 306
Nm 500 620 370
Verbrauch auf 100 km 6,0 - 6,5 L 6,8 - 7,4 L 8,5 - 8,8 L
CO2-Ausstoß pro km 158 g 179 g 199 g
Verbrauchsreduzierung zum Vorgänger 28% 22% 25 %
Von null auf 100 km/h 9,0 s 7,4 s 7,6 s
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 224 km/h 240 km/h
Abgasnorm EU 6 EU 6 EU 5
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