Mercedes mbrace2 auf der CES: Auto wird digitaler Begeleiter

Mercedes CES DICE mbrace2

Mit neuen Diensten aus der Internet-"Wolke" will Mercedes-Benz das Autofahren sicherer und bequemer machen. "Wir arbeiten an einer neuen Generation von Fahrzeugen, die als digitale Begleiter dienen", sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstag (10.1.) auf der Computermesse CES in Las Vegas.

Die Zunahme im Individualverkehr führe zu Problemen wie Staus und CO2-Emissionen, die mit intelligenten Lösungen bewältigt werden müssten.
 
"Wir führen die digitale und die automobile Welt zusammen", sagte Zetsche. "Die besten Tage des Automobils kommen erst noch." Auf der Messe stellten auch andere Automobilhersteller wie Ford und Kia Software-Lösungen für die Nutzung im Fahrzeug vor.

Künftige Autos bringen noch mehr Freiheiten

Der Daimler-Chef stellte eine neue Version der selbst entwickelten Software mbrace vor, die dem Autofahrer über Mobilfunk eine Vielzahl von Internet-Diensten bereitstellt. Dazu gehören neben der klassischen Navigation auch Info-Dienste, welche die Sicherheit erhöhen sollen und die Fahrzeugtechnik überwachen. Alle Dienste sind an die "Cloud", angeschlossen, also an verteilte Rechenzentren im Internet. "Wir starten das jetzt mit dem neuen SL, aber es wird zum Standard in allen neuen Mercedes-Modellen auf dem US-Markt", sagte Zetsche, der von der Automobilmesse in Detroit nach Las Vegas kam. Die mbrace-Apps können mit dem iPhone oder mit Android-Smartphones genutzt werden.
 
Bei der Nutzung von digitalen Diensten im Auto setzt Mercedes auf Spracherkennung und Sprachausgabe. Die Ablenkung für den Fahrer müsse so gering wie möglich gehalten werden, sagte Zetsche.
 
"Wir verfassen eine neue Erklärung der automobilen Unabhängigkeit", sagte Zetsche in seiner ersten Keynote auf der am Dienstag begonnenen Consumer Electronics Show (CES). Wenn der digitale Lebensstil auch zu einem digitalen Fahrstil erweitert werde, "wird das Auto noch mehr Freiheit bringen". Dazu soll auch die Weiterentwicklung von Elektroautos in Verbindung mit Internet-Diensten gehören, die ständig die verbleibende Energie überprüfen und rechtzeitig die nächstgelegene Ladestation anzeigen.
 
Auch das Car-Sharing hat seinen Platz in dem Zukunftsmodell Zetsches. In einem Projekt mit der Bezeichnung "car2gether" sollen Autofahrer in einem Sozialen Netzwerk miteinander verbunden werden. Wer kein Auto hat, kann über dieses Netzwerk Mitfahrgelegenheiten finden. Damit werde das Auto wie schon früher zu einem Kommunikationsmittel, das die Menschen zusammenführe, sagte der Daimler-Chef.

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dpa

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