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Mercedes-Modelloffensive

Sturm und Drang

Foto: Schulte-Nextline 9 Bilder

Allen Sparzwängen zum Trotz bereitet Mercedes eine große Modelloffensive in der Mittelklasse vor. Im Fokus steht dabei die Limousine der neuen C-Klasse mit Derivaten wie Kombi und Offroader. Geplant ist auch ein AMG CLK Cabrio im DTM-Look mit 510 PS.

15.08.2005

Im Frühjahr 2007, noch vor dem Genfer Auto Salon, rollt die Neuauflage der C-Klasse Limousine an den Start. Ihre Scheinwerfer werden sportlich zugepfeilt und garniert von einem markanten Kühlergrill – alles ein wenig im Stil der neuen S-Klasse. ohne indes wie ein Plagiat zu wirken.

Im Gegenteil: Die C-Klasse wirkt auf erfrischende Art und Weise neu. In der Länge legt sie mit dem Modellwechsel allerdings nur wenig zu, und auch das Fahrwerk erhält in erster Linie nur Feinschliff. Erstmals zieht aber Pre-Safe mit vorsorglicher Straffung der Gurte, automatischem Aufrichten der Sitzlehnen und Schließen der Scheiben bei Unfallgefahr in diese Baureihe ein.

Benzin-Direkteinspritzer kommen hier nun flächendeckend zum Einsatz und sollen dafür sorgen, dass der Verbrauch gegenüber dem Vorgänger um rund zehn Prozent sinkt. Basistriebwerk ist der 1,8-Liter-Kompressor im C 200 K mit 175 PS. Der Kompressor wird langfristig durch Turboaufladung ersetzt. Darüber rangieren die neuen V6- und V8-Motoren, wobei auch hier künftig wie bei nahezu allen Baureihen der 6,3-Liter-AMG-Achtzylinder mit 510 PS das Sahnehäubchen darstellt.

Schon auf der IAA im September zeigt Mercedes in Form einer fahrbaren CLK-Studie, was bis zum C-Klasse-Verkaufsstart serienreif sein könnte: ein integrierter Startergenerator, der die Lichtmaschine ersetzt und zugleich die Aufgabe des Anlassers übernimmt. Der Motor geht hier bei Ampelstopps automatisch aus und verbraucht so kein Benzin – Mercedes’ erster Beitrag zum Thema milder Hybridantrieb.

Name des C-Klasse-Allradlers steht noch nicht fest

Der C-Klasse-Limousine folgt im Herbst 2007 der schnittige Kombi (T-Modell), der mit rund 4,55 Meter exakt so lang sein soll wie der auf gleicher Plattform stehende C-Offroader. Sei es X-Klasse oder MLK – der Name des intern als 204 SUT bezeichneten und für 2008 geplanten Viertürers steht noch nicht fest. Wohl aber die Fertigungsstätte (Bremen), die anvisierte Stückzahl (40.000 Einheiten pro Jahr) und der Basispreis (rund 36.000 Euro). Als Einstiegsmotorisierung setzt Mercedes hier zunächst auf V6-Triebwerke, als 280 CDI mit knapp 200 PS, als 280-Benziner mit 231 PS.

Die wichtigsten Konkurrenten sind der BMW X3 und der in Vorbereitung befindliche Audi Q5 – On- statt Offroader also. Deshalb handelt es sich auch beim C-Klasse-Ableger um einen Sport Utility Tourer mit dem bekannten 4matic-Allradantrieb mit zentralem Differenzial und Lamellensperre. Das Durchdrehen der Räder wird hier auf elektronischem Wege durch gezieltes individuelles Abbremsen verhindert. Ein Untersetzungsgetriebe oder mechanische Sperren sind in der Serienversion nicht vorgesehen. Mercedes überlegt noch, wie für die M-Klasse ein Offroad-Paket anzubieten, wobei sich die Frage stellt, ob es eine nennenswerte Anzahl von Interessenten geben könnte.

Bevor mit dem C-Sport Utility eines der Kürmodelle an den Start rollt, gilt es 2006 erst einmal der Pflicht nachzugehen. Aus der Not heraus wird vor allem bei der E-Klasse-Modellpflege extrem viel technischer Aufwand betrieben: Die defektanfällige SBC-Bremse wird durch eine konventionelle Anlage mit vergleichbaren Sonderfunktionen ersetzt – ohne dem Kunden diese gute Tat auch optisch schmackhaft zu machen.

Kleine Retuschen im Bereich der Schürzen und ebenfalls minimale Änderungen im Innenraum müssen aus Kostengründen reichen, das durch fortlaufende Qualitätsprobleme ramponierte Image der E-Klasse zu verbessern und den rückläufigen Absatz wieder anzukurbeln. So bemüht sich Mercedes, die Cash Cow des Hauses „in neuem Licht“ erscheinen zu lassen. Die Scheinwerfer werden künftig mit den Gierratensensoren des ESP-Systems gekoppelt, so dass sie erkennen können, ob sich das Auto auf der Landstraße oder Autobahn befindet, und danach Fern- und Abblendlicht automatisch einer optimalen Ausleuchtung anpassen.

Noch schwieriger dürfte im nächsten Jahr die Überarbeitung des SL zu kommunizieren sein. Obwohl beim Luxus-Roadster die Kundenzufriedenheit durch die Probleme mit der elektrohydraulischen Bremsanlage laut
auto motor und sport-Leserzufriedenheitsstudie Car Check noch mehr gelitten hat als bei der E-Klasse, soll SBC hier nach derzeitigem Stand erst mit dem Wechsel zum Nachfolger 2012 ersetzt werden.

Von AMG: R63 und CLK DTM Cabrio

Auf der IAA präsentiert Mercedes als Gegengewicht zum neuen Audi Q7 den sechssitzigen Raumgleiter R-Klasse in Form der Überfliegervariante R 63 AMG mit 6,3-Liter-Achtzylinder-Sauger und 510 PS.

Auf der gleichen Plattform baut das neue G-Modell auf, das erstmals in Detroit 2006 gezeigt wird und künftig unter Verzicht des Leiterrahmens die Typenbezeichnung GL trägt. Technisch gibt es praktisch keine Unterschiede zum ML, sieht man davon ab, dass der G ein Sechssitzer ist und in der Länge 38 Zentimeter mehr misst.

Den Anhängern des Ur-G wird immer wieder Mut gemacht, dass dieses Modell parallel weiterläuft. Doch wer Kaufabsichten hegt, sollte nicht mehr allzu lange warten. Da viele Teile bis hin zum Comand-System nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und irgendwann nicht mehr gefertigt werden, ist hier ein Ende in Sicht.

Beau unter den Neuheiten 2006 ist der CL-Nachfolger, erstmals präsentiert zur Eröffnung des neuen Museums im Mai und schon wenig später im Handel. Wie beim Vorgänger gibt es hier nur das Aktivfahrwerk Active Body Control und keine Luftfederung, wohl aber Ausstattungsdetails wie das erweiterte Pre-Safe, Nahbereichsradar, Bremsassistent plus und ein Nachtsichtgerät.

Darauf kann die AMG-Neuheit des Jahres 2006 getrost verzichten: Das CLK DTM Cabrio liebt nicht den leisen, sondern den lauten Auftritt und wird in martialischer Form in limitierter Stückzahl von 100 Exemplaren angeboten. Unter der Haube sorgt ein 6,3-Liter-V8 mit 510 PS für Dampf.

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