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Mercedes-Neuheiten bis 2019

Intelligente E-Klasse und Elektro-SUV

Mercedes E-Klasse Foto: Hersteller 59 Bilder

Mercedes ist auf Erfolgskurs, doch in vielen Bereichen setzt die Konkurrenz die Trends. Mit der neuen E-Klasse soll das anders werden. Auch beim Elektroauto will Daimler nicht mehr hinterherfahren. Für 2019 geplant: Ein Elektro-SUV auf Basis des Geländegängers GLC.

26.11.2015 Birgit Priemer

Es hilft nichts – es gibt Begriffe, an die müssen wir uns wohl gewöhnen: An „humanorientierte Industrie 4.0“ etwa. Oder „cyberphysische Systeme “ und „Digitalschatten“. Nicht zu vergessen „die Mensch-Roboter-Kooperation“. Wo solche Bezeichnungen fallen? Nicht in irgendeinem „Star Wars“-Film, sondern bei Mercedes, wo die Produktion in der eigenen Technologiefabrik gerade fit für die Zukunft gemacht wird. Die gute Nachricht dabei: „Der Roboter bekommt die schwere Arbeit“, so Mercedes-Produktionsvorstand Markus Schäfer. Immerhin.

Die Stereokamera, wie sie schon heute in Modellen wie C-, E- und S-Klasse zum Einsatz kommt, hält künftig schon am Band die Augen auf und hilft dabei, die nächste Station im Produktionsprozess anzusteuern, mobile Endgeräte unterstützen dagegen die exakte Kalibrierung des Headup-Displays.

Stärkere Individualisierung

Und was hat der Kunde davon? Er kann sich künftig direkt mit der Fabrik vernetzen, beim Bau seines Autos zuschauen und den Auftrag bis kurz vor Beginn noch einmal ändern. Denn Individualität, das weiß auch Daimler-Boss Dieter Zetsche, ist eines der Zauberworte der Zukunft. In Zeiten, in denen Menschen sogar ihren Müsliriegel im Internet nach eigenem Geschmack konfigurieren wollen, so führte Zetsche unlängst aus, müsse man auch den Autokäufern neue Angebote machen. Zum Beispiel die nächste E-Klasse (Premiere Detroit Auto Show, Markteinführung Frühjahr 2016) im Lifestyle-Konfigurator bestellen, der zum Jahresende freigeschaltet wird. Dann ist Schluss damit, mühsam Motor, Getriebe und die Ausstattungsdetails zusammenzubasteln. Der Kunde gibt nur noch seinen finanziellen Rahmen vor und erlaubt Einblicke in seine Lebensumstände, indem er sich durch eine schöne Bilderwelt von der Wohnungseinrichtung über Reise, Musik und Sport klickt – schon schlägt der Konfigurator das passende Modell vor.

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Mercedes-Neuheiten Alles neu bei Mercedes?
auto motor und sport 23/2015
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E-Klasse T-ModellFoto: Christian Schulte
Das T-Modell der E-Klasse startet im Herbst 2016.
10/2015 Tokio Motor Show 2015 Mercedes Vision Tokyo
Mercedes Vision Tokyo 1:20 Min.

Welche E-Klasse nehmen?

Vielleicht ist es die Limousine oder das T-Modell der E-Klasse, das zum Herbst 2016 in den Handel geht. Wenn nicht zwingend Platz für Kinder und Gepäck benötigt wird, dann könnten auch Coupé und Cabrio attraktiv sein, die 2017 folgen. Allen Modellen gemein ist ein hartes Diätprogramm. Rund 100 Kilo mussten runter – wobei der Roboter eine segensreiche Rolle spielt: Wenn er vermehrt das Einsetzen von Bauteilen übernimmt, funktioniert das passgenauer als durch den Menschen, da der Roboter seine Arme in alle Himmelsrichtungen drehen kann – dann muss etwa für die Lithium-Ionen-Batterie nicht mehr so viel Platz vorgehalten werden. Bauraum kann reduziert oder sinnvoller genutzt werden.

Apropos Batterie: Die nächste Generation der E-Klasse wird es wie bereits schon C- und S-Klasse auch als Plug-in-Hybrid 350 e (rund 290 PS) geben, dann aber mit elektrischen Reichweiten von bis zu 50 Kilometern (aktuell in der C-Klasse: Rund 30 Kilometer).

Teilautomatisiert unterwegs

Die wahre Revolution findet für den Kunden natürlich nicht in der Fabrik, sondern auf der Straße statt. Das neue Luftfederfahrwerk mit drei Kammern soll den Komfort steigern – der war aber auch in der Vergangenheit schon gut. Das Leben des Piloten wird stärker durch die neuen Assistenzsysteme beeinflusst, die Mercedes dem autonomen Fahren ein ganzes Stück näher bringen sollen. „Teilautonom“, so heißt es, sei der Neue unterwegs.

Was bedeutet das konkret? Über den Tempomaten kann die E-Klasse nicht nur den Abstand zum vorausfahrenden Auto halten, sondern ihm im Geschwindigkeitsbereich bis 200 km/h ohne Fahrereingriff folgen. In Kombination mit Comand Online werden dabei auftretende Tempolimits vom System selbst erkannt und eingeregelt. Wenn das in Ihren Lifestyle passt, merken Sie sich die Bezeichnung „Intelligent Drive next Level“. So heißt dieses Extra.

Über das Mobilfunknetz kann die E-Klasse künftig in Kontakt mit anderen Fahrzeugen treten, die vielleicht schon um die Kurve sind und dort eine Gefahrensituation erkennen. Dann wird der Pilot gewarnt, noch bevor er vor Ort ist. Merken Sie sich hier: Car-to-X-Kommunikation.

Die E-Klasse bremst im Notfall maximal aus Tempo 100 bis zum Stillstand und erkennt dabei selbst Stauende, Fußgänger und Querverkehr. Will der Fahrer noch ausweichen, unterstützt das Auto ihn durch genau berechnete zusätzliche Lenkmomente. Notieren Sie hier: Aktiver Bremssowie Ausweich-Lenk-Assistent.

Über die Smartphone-App lässt sich die E-Klasse in Parklücken ein- und ausparken, ohne dass der Fahrer noch an Bord sein müsste. Er kann vorher aussteigen, spart sich schmutzige Hosen in engen Parklücken und bleibt Herrscher des Vorgangs, den er durch Druck auf das Handy sofort unterbrechen könnte. Name dieses Extras: Remote Park-Pilot.

Mercedes E-Klasse
Die E-Klasse wird mit zahlreichen Assistenzsystemen aufgerüstet.

Mehr Unfallschutz

Falls der Seitenaufprall nicht mehr verhindert werden kann, setzt sich „Pre-Safe Impuls Seite“ in Bewegung: Die Passagiere werden hier durch sich automatisch aufblasende Luftkammern in den Rückenlehnen zur Vorsorge seitlich in den Fahrzeuginnenraum versetzt – dadurch wächst der Abstand zur Tür, die Unfallfolgen können gemindert werden. Die Leistungsspanne der Motoren? Sie reicht von 150 PS in den Vierzylindern bis rund 600 PS in der AMG Variante mit V8-Motor, dazwischen rangiert ab 2017 die neue Generation der Reihensechszylinder, die die V6 ersetzen – als Benziner und Diesel. Der glücklose OM651 als Vierzylinder-Selbstzünder bekommt außerdem einen Nachfolger.

Noch bevor Mercedes die E-Klasse vom Stapel lässt, feiert im November das Facelift des SL Premiere auf der Los Angeles Auto Show. Da sich der einstige Stolz der Marke nur noch schleppend verkauft, wird die Front stärker modifiziert, als es bei den Modellpflegemaßnahmen bei Mercedes sonst üblich ist. Das Cockpit orientiert sich an dem der S-Klasse, die V8-Motoren werden aufgefrischt.

Was aussteht, ist eine Antwort auf den Audi Q6, der es als E-Auto ab 2018 auf rund 500 Kilometer Reichweite bringt. Beim Karosseriekonzept hat sich Mercedes lange schwergetan und E-Varianten in den Limousinensegmenten rauf und runter diskutiert. Nun soll es neben der B-Klasse einen umgewandelten GLC als E-Auto geben – was im Falle des Audi eine durchaus passende Antwort wäre. Für Sie auch? Fragen Sie doch mal den Lifestyle-Konfigurator, ob dieses Modell in Ihre Lebenswelt passt. Falls Sie es nicht sowieso selber wissen.

Auf allen Festen dabei

Egal wo man in der Autoszene hinkommt – Mercedes ist gefühlt schon da. Digitalisierung, Robotik, Elektromobilität, Industrie 4.0, autonomes Fahren, Lifestyle-Konfigurator: Kein Schlagwort bleibt unbesetzt. Und die Designsprache findet immer mehr Anklang. Was fehlt? Mehr Unterschiede bei den Modellen – nicht nur von außen. Die Cockpit-Strategie reicht mittlerweile von A-Klasse bis AMG GT. Eine Einheitspolitik, die einer Premium-Marke nicht wirklich würdig ist. Und schade, dass der Elektro-SUV noch so lange auf sich warten lässt.

BMW 5er behält die Nase vorn

Die nächste Generation der E-Klasse mischt das Segment der Premium-Limousinen auf. Nach einer Prognose von IHS Automotive kommt Mercedes dabei aber nicht an BMW vorbei. Der Fünfer rollt bereits Ende nächsten Jahres neu an und wird die Assistenzsysteme des Siebener übernehmen. Audi verliert mit dem A6 den Anschluss. Dieser wird 2017 erneuert, speckt rund 100 Kilogramm ab und soll wie die Gegner dann ebenfalls teilautonom fahren können.

Abgas-Skandal

Oft habe ich sie schimpfen hören bei Mercedes, seit infolge des Korruptionsskandals die Compliance-Regeln für korrektes Handeln massiv verschärft wurden. Alles sei nun bürokratischer, aufwendiger, stöhnten nicht wenige Daimler-Mitarbeiter. Heute sind alle froh über die interne Kontrolle. „Bei uns wäre so etwas wie bei VW nicht möglich, da wüssten einfach zu viele Bescheid“, sagt mir ein hochrangiger Mercedes- Entwickler. Ist es denn glaubhaft, dass Daimler wirklich sauber ist? Konzernchef Dieter Zetsche muss sich zumindest sehr sicher fühlen, denn er hat schnell und unmissverständlich in der Öffentlichkeit erklärt, dass in seinem Unternehmen alles mit rechten Dingen zugehe. „Wir haben aus dem Korruptionsskandal gelernt“, so Zetsche bei einem Auftritt vor Managern aus der Zulieferindustrie. „Entwicklung und Zertifizierung sind bei uns streng getrennt.“ Jetzt will auch der VW-Konzern lernen: Zum 1. Januar 2016 wechselt Christine Hohmann-Dennhardt, Vorstand für Integrität und Recht bei Daimler, nach Wolfsburg. So kostspielig und unnötig aufwendig so manche Compliance-Regel auch anmuten mag, nach dem VW-Skandal muss man den Verfechtern der strengen Kontrollen recht geben. Das Ganze ist mit Sicherheit günstiger als die Strafzahlungen und der Imageverlust, die dem VW-Konzern drohen. Saubere Leistung, Herr Zetsche – wenn die Weste wirklich weiß bleibt.

Mercedes legt von Jahr zu Jahr zu

Die Designsprache von Mercedes kommt bei den auto-motor und sport-Lesern an – das ergab eine Umfrage im Rahmen der Designwahl autonis 2015. Dort ergatterte die Marke wie schon im Vorjahr auch die begehrte Trophäe für die beste Designmarke des Jahres .

Concept IAA als Vorbild:

Äußerlich futuristisch, innen E-Klasse: Mit dem Concept IAA stellt Mercedes das Bedienkonzept der nächsten Mittelklasse-Generation vor. Größte Neuerung zum bisherigen Modell sind die beiden Touchpads im Lenkrad, über die sich die meisten Funktionen bedienen lassen sollen, ohne dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad nimmt. Das rechte Touchpad steuert dabei das Infotainment, während links die Assistenten und allgemeine Funktionen bedient werden. Anders als in der S-Klasse haben E-Klasse-Käufer künftig die Wahl zwischen einem volldigitalen Kombi-Instrument und klassischen Analoganzeigen. Rechts davon befindet sich der 12,3 Zoll große Monitor, der nicht als Touchscreen ausgelegt ist, sondern wie von Mercedes gewohnt über einen Dreh-Drück-Regler mit darüber befindlichem Touchpad bedient wird. Anders als im Concept-Car erfolgt die Bedienung von Heizung und Klimaanlage statt über eine Touchleiste mittels herkömmlicher Wipphebel.

Studie Vision Tokyo als Urban Transformer

Wichtiger Bestandteil der Mercedes-Strategie ist, dem Kunden schrittweise das autonome Fahren näherzubringen. Dem F 015 folgt auf der Tokyo Motor Show der nächste Ausblick: Auf 4,80 Metern Länge soll dieses Konzept (26-Zoll-Felgen) sich nicht nur allein durch Megacitys bewegen können, sondern im Innenraum eine „Chill-out-Zone“ bieten, wo sich die Passagiere erholen können. Dank intelligenter Algorithmen lernt das Auto die Insassen kennen und kann dann schneller auf Wünsche und Angewohnheiten reagieren. Antrieb: Elektro-Hybrid mit Wasserstoff.

Mercedes Concept IAAFoto: Mercedes
Concept IAA als Vorbild für die neue Bedienwelt bei Mercedes.
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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