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Mercedes-Neuheiten

März und Verstand

Foto: Computeretuschen: Schulte-Nextline 14 Bilder

Mit gleich zwei neuen Modellen will Mercedes ab März 2007 möglichst viele Kundenherzen gewinnen: dem Nachfolger der C-Klasse und dem neuen Smart Fortwo.

24.10.2006

Aus einem X lässt sich vielleicht kein U machen, aber aus einem C ein kleines S. Das jedenfalls ist Mercedes gelungen. Denn wer der neuen C-Klasse ab Frühjahr nächsten Jahres in die Augen schaut, wittert Oberklasse-Luft: Aus dem einst zurückhaltend auftretenden Mittelklassemodell mit Vier-Augen-Gesicht ist eine erwachsene Limousine im Look der aktuellen S-Klasse geworden. Den Abmessungen ist dieser Eindruck nur zum Teil zuzuschreiben. Die C-Klasse wächst in der Länge um moderate fünf Zentimeter (neu: 4,58 Meter) und in der Höhe um zwei Zentimeter. Das Plus von vier Zentimeter in der Breite sorgt allerdings dafür, dass der längst den Kinderschuhen entwachsene Baby-Benz nun satter auf der Straße steht als bislang. Stilvoll, souverän und sportlich - diese Attribute standen im Lastenheft der Stilisten um Peter Pfeiffer, die die Designsprache der S-Klasse aufgreifen und weiterentwickeln sollten.

Dazu haben sie im ersten Schritt den Kühlergrill aufrechter gestellt und stärker herausgearbeitet. Die Scheinwerfer ähneln in ihrer Form ebenfalls denen der S-Klasse, bekommen durch eine Art Augenbraue im oberen Teil der Abdeckung aber ihre eigene Note. Statt weicher, schwingender Konturen dominieren künftig ruhige Flächen, die mit scharfen Kanten akzentuiert werden. Dabei findet jede Linie ihre Fortsetzung. Da ist zum Beispiel dieser leicht angedeutete Knick auf der Motorhaube, der sich bis in den untersten Teil des Stoßfängers fortsetzt. Oder die so genannte Charakterlinie an den Flanken, die oberhalb der Rückleuchten um das Heck herumläuft. Für eine klassische Keilform ist die Motorhaube als Tribut an den Fußgängerschutz allerdings recht hoch ausgefallen.

Auch die Außenspiegel müssen sich an neuen Gesetzesvorschriften orientieren und stehen jetzt wie Segelohren ab. Die integrierten Blinker und eine darüber angeordnete Kunststoffverkleidung im Gehäuse sollen den massigen Eindruck etwas kaschieren, während am Heck der kurze Überhang und die sich nach hinten verjüngende Form die Dynamik unterstreichen. Dennoch ist der Kofferraum um 20 auf 475 Liter Volumen gewachsen.

Design für jung und alt

Mit diesem Design will Mercedes zwar verstärkt eine jüngere Klientel ansprechen, aber die ältere nicht vergraulen. Da das Durchschnittsalter zurzeit bei 53 Jahren liegt, soll besonders der Einstieg in den Fond künftig leichter fallen. Das Interieur selbst verbindet Klassik mit Moderne, je nach Wunsch kommen warmes Holz- oder kühles Aluminium-Dekor zum Einsatz. Hinter dem Lenkrad mit deutlich verkleinertem Pralltopf blickt der Fahrer auf zwei große, klar gezeichnete Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Drehzahl sowie zwei kleinere Tank- und Temperaturanzeigen daneben, die in der Ausstattungslinie Elegance einen Chromring tragen.

Ein kurzer Knopfdruck auf die Funktionstaste On, und schon fährt oberhalb der Mittelkonsole ein Farbbildschirm aus. Darunter schließen sich die Lüftungsdüsen, das Bedienfeld für Navigation und CD-Radio und ganz unten die Tasten der Klimaautomatik an. Wenn man als neue Sonderausstattung die Start- Stop-Funktion gewählt hat, erfolgt die Steuerung über den aus der S-Klasse bekannten Dreh-Drücksteller. Technisch blitzt der neue Stern mit einem Sicherheitspaket auf, das ebenfalls Oberklasse-Format hat: Droht ein Unfall, sorgt nun auch hier Pre-safe dafür, dass Seitenscheiben und Schiebedach geschlossen, der Beifahrer in die richtige Position gebracht und die Gurte gestrafft werden.

Von der E-Klasse stammt das so genannte intelligente Lichtkonzept, das in Verbindung mit Bi-Xenon-Scheinwerfern für die jeweils optimale Erleuchtung auf Autobahn und Landstraße sorgt. Beim Federungskomfort soll die C-Klasse trotz Stahlfederung sogar neue Maßstäbe in ihrem Segment setzen. Doch wer es hart mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Gegen Aufpreis gibt es ein Fahrwerk, das die Wahl zwischen einer Komfort- und einer wesentlich strafferen Sportstellung lässt, wobei die vier adaptiven Dämpfer jeweils individuell angesteuert werden. Zudem können sportlich orientierte Fahrer eine Lenkung ordern, die nochmals direkter übersetzt ist als das konventionelle System.

Auch bei den Motoren für Limousine (ab März) und Kombi (ab September) wahrt Mercedes die Bodenhaftung, obwohl einige Triebwerke mehr Leistung bekommen. Den Einstieg bilden die Vierzylinder mit Kompressor in C 180 (156 PS, 230 Nm) und C 200 (184 PS, 250 Nm), darüber rangieren die V6-Benziner in C 230 (204 PS, 245 Nm), C 280 (231 PS, 300 Nm) und C 350 (272 PS, 350 Nm). Die Dieselpalette setzt sich aus C 200 CDI (136 PS, 300 Nm), C 220 CDI (170 PS, 400 Nm) und C 320 CDI (225 PS, 510 Nm) zusammen.

Ihre Kraft wird per Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder übertragen, die optionale Automatik hat bei den Vierzylindern fünf, bei den V6-Modellen sieben Gänge. Erstmals gibt es auch einen V6-Diesel unter den Allradmodellen, die grundsätzlich mit der 7G-Tronic ausgerüstet sind.

Die stärkste C-Klasse und der kleine Smart

Bleibt der Blick auf die stärkste C-Klasse, die es je ab Werk gab. Auf der IAA 2007 steht der C 63 AMG mit einer deutlich veränderten Karosserie, um dem Modell eine eigenständige Optik zu verschaffen. Sein 6,2-Liter-V8 soll es auf rund 450 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment bringen - Zahlen, die angesichts des neuen, aber schwächeren M3 speziell bei BMW für Unruhe sorgen dürften.

Das wird dem kleinsten Modell des Daimler-Chrysler-Konzerns, dem Smart Fortwo, wohl nicht gelingen - er überzeugt mit ganz anderen Werten: Kein Serienauto dieser Welt, selbst der Toyota Prius nicht, hat so niedrige CO2-Emissionen. Und mit dem Modellwechsel im nächsten März soll der Kleine auch sonst mehr Größe zeigen. Um 18 Zentimeter streckt sich der Cityfloh in der Länge, was allerdings kaum auffällt. Die geschickte Verteilung des Zuwachses zu je einem Drittel zwischen vorderem und hinterem Überhang sowie dem Radstand (plus sechs Zentimeter) sorgt dafür, dass der Smart sich treu bleibt.

Während andere Modelle zum Ende ihres Lebenszyklus mit Absatzproblemen zu kämpfen haben, verkauft sich der Fortwo zurzeit wie geschnitten Brot - ein Indiz dafür, dass die Kundschaft keinen Wert auf einen radikalen Wandel in der Optik legt. Auch hier soll ein aufrechter stehender Grill für mehr Ernsthaftigkeit sorgen und eine neue Scheinwerferform die Brücke zum Mercedes-Design schlagen - in ihrer Form erinnern sie an das viertürige Coupé CLS.

Insgesamt hat der Fortwo klar an Format gewonnen. Die rundlichen Radläufe sind stärker ausgeprägt, darüber zieht sich eine Lichtkante bis in die vordere Schürze mit vergrößerter Kühlluftöffnung. Die seitliche, leicht ansteigende Sicke ist kein Stylinggag, sondern ein produktionstechnischer Kniff, um die große Fläche der Kunststofftüren sauber verarbeiten zu können. Auch der größere Luftauslass auf der Fahrerseite ist ein Muss - dadurch kann die Abluft des Heckmotors besser entweichen.

Antriebsseitig bleibt es bei Dreizylinder-Triebwerken, die aber statt 0,7 nun einen Liter Hubraum aufweisen und von Ex-Partner Mitsubishi stammen. Die neue Saugvariante leistet rund 70 PS, während der Turbo auf 90 PS kommt, und das bei unverändertem Verbrauch. Später soll eine noch stärkere Brabus-Version folgen. Selbst der 0,8-Liter-Diesel erhält mehr Leistung, wird aber sparsamer und sauberer. Mehr Fahrspaß verspricht besonders das vom Forfour übernommene sequenzielle Fünfgang-Schaltgetriebe. Die beim Vorgänger viel zu langen Schaltvorgänge werden damit radikal verkürzt, weil zwei Schaltwalzen statt einer zum Einsatz kommen. Dadurch wird das Überspringen einzelner Gänge möglich. Optional stehen Schaltpaddel am Lenkrad zur Wahl.

Eine geänderte Fahrwerksgeometrie soll dafür sorgen, dass der Smart nicht nur komfortabler, sondern auch agiler wird. Die Techniker um Klaus Badenhausen haben die Wankanfälligkeit durch eine neue Feder-Dämpfer-Abstimmung reduziert und die Federwege verlängert. Zum Kurvenkünstler wird der Fortwo aber erst mit der elektrischen Servolenkung, die zwei verschiedene Übersetzungen bietet. Die neuen, gut konturierten Sitze helfen dabei, stets Haltung zu bewahren. Während der Innenraum nur etwas mehr Kopf- und Bewegungsfreiheit aufweist, wurde das Gepäckabteil um ein Drittel vergrößert.

Das Cockpit mit sehr breiter Mittelkonsole orientiert sich an der Studie Crosstown von der IAA 2005 und verspricht mit sauber gegliederten Bedienflächen eine leichte Orientierung. Dabei helfen auch die großen Fenster sowie eine erweiterte Funktion des elektrischen Dachmechanismus beim zeitgleich erneuerten Cabrio: Künftig wird nicht nur die vordere Hälfte per Knopfdruck geöffnet, sondern das komplette Dach.

Der noch immer einzigartige Smart - so viel steht fest - wird größer, sicherer und stärker, aber kaum schwerer und nicht durstiger. Durch Verbesserung der Produktivität steigt auch der Preis nur marginal (ab 9.500 Euro inklusive serienmäßigem ESP und Bremsassistent), die Rendite allerdings deutlich. Da kann man dem Stadtfloh nur wünschen, dass die Aktionäre künftig ebensoviel Geduld und Weitblick zeigen wie die Kunden.

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