Mercedes Neuheiten

Mit SLC, E-, C- und S-Klasse an die Spitze

Mercedes SLC

Die Imagekurven deuten bereits wieder nach oben, aber es ist noch ein langer Weg, bis Mercedes wieder die Nummer eins unter den Premiumherstellern sein wird. Helfen sollen der kleine AMG-Sportwagen Mercedes SLC und die Neuauflagen von C-, E- und S-Klasse.

Der kleine AMG-Sportwagen trägt die interne Bezeichnung C190 und geht 2014 als Porsche 911-Konkurrent mit dem Namen Mercedes SLC AMG an den Start. Er soll dem Rivalen schon in der Silhouette sehr nahe kommen, verfügt über ein Getriebe an der Hinterachse und einen Achtzylinder-Biturbo mit 557 PS hinter der Vorderachse. Dieses Aggregat verbraucht deutlich weniger Kraftstoff als die bisherigen Saug- und Kompressormotoren von AMG und kommt ab Sommer im modellgepflegten G 63 AMG sowie in der Folge in SLC, in SLS und SLS Roadster (beide zur Zeit nur als V8-Sauger mit 6,2 Liter Hubraum) zum Einsatz.

Mercedes E-Klasse bekommt Assistenzsysteme der S-Klasse

Wer sich zu Höherem berufen fühlt, sollte die Basis tunlichst nicht außer Acht lassen – nach diesem Motto legt Mercedes auch in den anderen Segmenten nach. Der GLK wird bereits in diesem Sommer überarbeitet, die modellgepflegte E-Klasse steht im nächsten Frühjahr an. Sie dürfte dabei gegenüber der in diesem Zeitrahmen komplett erneuerten S-Klasse nicht verblassen, da sie praktisch alle Assistenzsysteme des Luxusliners übernehmen soll.

Ausgestattet mit der neuesten Radarsensorik, bekommt die neue Mercedes E-Klasse einen intelligenten Spurassistenten, der auch in der Lage ist, den Gegenverkehr zu beobachten, um rechtzeitig vor einem Zusammenprall zu warnen. Der Bremsassistent agiert nicht nur bei einem drohenden Auffahrunfall selbsttätig, sondern erkennt auch Gefahren, die vom Querverkehr ausgehen. Und selbst bei Nacht bekommt der Fahrer zusätzliche Hilfe: Gewarnt wird sowohl vor Personen auf der Fahrbahn als auch vor einem Wildwechsel. Abgerundet wird dieses Paket durch eine Reihe von Lichtassistenten.

Neue Optik und neue Motorenpalette für die E-Klasse

Das Ganze erscheint in einer Hülle, die deutlich attraktiver werden soll als bislang. Die aktuelle Mercedes E-Klasse, einer der letzten Entwürfe des vormaligen Designchefs Peter Pfeiffer, gilt intern nicht unbedingt als gelungen. Also verschwinden mit dem Facelift die ausgestellten Radläufe, und statt des Vieraugengesichts werden die Lichter nur noch durch einen Steg voneinander getrennt und durch ein einteiliges Scheinwerferglas abgedeckt, das insgesamt rundlicher ausfällt als bislang. Die Motorhaube ist komplett neu, und an der Seitenpartie verschwinden all die Sicken, die der E-Klasse eine sehr kantige Optik verschafft haben. Die ist beim Kunden nicht sonderlich angekommen, was sich auch im Absatz bemerkbar gemacht hat.

Mit der Modellpflege wird zugleich die Motorenpalette renoviert, denn nach A- und B-Klasse kommt auch hier die neue Vierzylinder-Generation mit nur 1,6 Liter Hubraum und Turboaufladung zum Einsatz. Die Basis bildet der E 200 (156 PS), darüber rangiert der E 220 (184 PS). Insgesamt streckt sich die Palette bis zum E 63 AMG (557 PS). Als Hybride gibt es den Diesel E 300 Bluetec Hybrid für Europa und den Benziner E 400 Hybrid vor allem für die USA.

2013 ist in erster Linie das Jahr der modellgepflegten Mercedes E- und der neuen S-Klasse, 2014 folgt der Smart Fortwo-Nachfolger. Die CO2-relevante Basisarbeit wird also ebenfalls nicht vernachlässigt.

Kein Head-up-Display für S-Klasse, dafür Plug-in-Hybrid

Der größte Mercedes, der ab 2014 auch als CL Coupé und etwas später als Cabrio angeboten wird, bekommt eine Vielzahl neuer Sicherheitssysteme, darunter den Belt Bag mit einem Airbag im Sicherheitsgurt und den Braking Bag – ein Bremsairbag zwischen den Vorderrädern, der im Notfall automatisch auf die Straße gedrückt wird, um einen Crash zu verhindern. Magic Carpet nennt sich zudem ein neues adaptives Fahrwerksystem, bei dem kleinste Unebenheiten der Straße mittels eines Kamerasystems vorausschauend erkannt und komplett weggefedert werden, so dass den Passagieren jedes Ungemach erspart bleiben soll.

Ein Head-up-Display wird es hier im Gegensatz zu C- und E-Klasse zunächst nicht geben, wohl aber den Mercedes S 500 Plug-in-Hybrid, der es im Zyklusverbrauch auf Werte um etwas mehr als drei Liter bringen soll und über eine elektrische Reichweite von rund 30 Kilometern verfügt.
Trotz aller Unabhängigkeitserklärungen: Von diesen neuen Modellen könnten Mercedes-Kunden sehr gerne abhängig sein.

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Birgit Priemer

Autor:

auto motor und sport, Heft 08 / 2012

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